Das Fach Neurologie - ein Überblick
Die Neurologie befasst sich mit den Krankheiten des Gehirns, des Rückenmarks, der Nervenstränge und der Muskeln. Daneben gehören in die Neurologie im erweiterten Sinne Erkrankungen des Gemütes wie Depressionen und Suchterkrankungen.
Die moderne Medizin lässt die Lebenserwartung der Menschen steigen. Parallel hierzu werden Erkrankungen des Gehirns wie Demenz (z.B. Mb. Alzheimer), Mb. Parkinson (Schüttellähmung) und Schlaganfall immer häufiger. Fast alle neurologischen Krankheiten betreffen aber auch jüngere Menschen. Hierzu zählen insbesondere die Multiple Sklerose, die Meningitis (Hirnhautentzündung) und Enzephalitis (Entzündung des Gehirns), die Migräne, Erkrankungen der Nervenstränge und der Muskeln sowie Erkrankungen der Bandscheiben mit Nervenwurzelschädigung. Auch der Schlaganfall betrifft nicht selten junge Menschen, denn er hat viele verschiedene Ursachen. Depressionen und andere psychische Erkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten.
In den letzten Jahren hat die Neurologie eine stürmische Entwicklung genommen. Heute sind viele Erkrankungen behandelbar, die noch vor 10 Jahren in ihrem Verlauf nicht beeinflussbar waren. Hierzu zählen der akute, wenige Stunden alte Schlaganfall, viele Formen der Demenzen, die Parkinson-Erkrankung, die Multiple Sklerose und weitere seltene neurologische Erkrankungen.
Auch Depressionen sind durch moderne, nebenwirkungsarme Medikamente und eine begleitende Psychotherapie gut behandelbar.
Schlaganfall – Stroke Unit
Der Schlaganfall ist eine akute neurologische Erkrankung. Noch bis vor wenigen Jahren war eine spezifische Therapie in der Akutphase nicht möglich, die Bestrebungen der Medizin waren das Vermeiden von Komplikationen und rehabilitative Maßnahmen.
Das Hirngewebe reagiert auf mangelnde Durchblutung zuerst mit Ausfall verschiedener Funktionen wie Bewegung und Sprachproduktion, später kommt es zu einem Zelltod mit irreversiblen Untergang der Nervenzellen und meist bleibender Behinderung des Betroffenen.
Das Wiederherstellen einer ausreichenden Durchblutung des Gehirns ist somit oberstes Ziel jeder Schlaganfallakutbehandlung. Hierfür stehen nun moderne Medikamente zur Auflösung von Hirnadern verstopfenden Blutgerinnseln zur Verfügung – die Lysetherapie. Aufgrund des drohenden Zelltods hat die rasche Verabreichung dieser Substanzen erste Priorität, jede Minute Verzögerung verschlechtert die Prognose des Patienten. Ein erfahrenes Schlaganfallteam bestehend aus Neurologen, Radiologen und Pflegepersonal sowie eine entsprechende Überwachungsstation (stroke unit) bieten hier eine optimale Vorraussetzungen für eine rasche und richtige Therapieentscheidung.