DIE ERSTE AUSGABE VOM JAHRE 1585
Magister Francisco de Castro hatte nicht die Freude, die Arbeit, die er mit soviel Liebe unternommen und abgeschlossen hatte, selbst herausgeben zu können, da ihn der Tod überraschte. Die Initiative zur Veröffentlichung kam von seiner Mutter Katharina de Castro. Auch sie wollte sie genauso wie ihr Sohn dem Erzbischof von Granada Mendez Salvatierra widmen, der von allen „Vater und Zuflucht der Armen“ genannt wurde und der sie in vielen Nöten unterstützt hatte.
Die Geschichte des Lebens und der heiligen Werke des Johannes von Gott wurde jedoch im Jahre 1585 in Granada auf Kosten eben dieses Erzbischof es veröffentlicht. Die Druckerlaubnis wurde gewährt mit Schreiben Philipps II. von Madrid unter dem Datum des 8. Juni 1584. Dieses Schreiben enthielt aber das Verbot, dort auch die Konstitutionen zu veröffentlichen, die Castro erwähnt hatte. Das war im übrigen richtig, denn da es sich um gesetzgeberische Verfügungen und Normen handelte, die nur für die Brüder und das Hospital des Johannes von Gott bestimmt waren, sollten sie gesondert veröffentlicht und in offi7ieller Form vom Bischof von Granada erlassen werden.
Das Schreiben ordnet folgendes an: »Von euerer Seite, Katharina de Castro, Mutter und Erbin des Magisters Francisco de Castro, ist uns ein Bericht zugegangen, in dem es heißt: dass derselbe ein Buch über das Leben und die guten Sitten des Johannes von Gott zusammen mit bestimmten Konstitutionen, welche die Brüder des Hospitals beobachten mussten, verfasst hat. Des weiteren, dass es sich um eine nützliche und heilsame Sache handelt, für die der erwähnte Magister de Castro viel Mühe verwendet hatte. Ihr habt uns inständig gebeten, wir möchten anordnen, dass man euch die Erlaubnis gebe, das Buch mit Privileg, oder wie es euch günstig erscheine, zu drucken.. Wir geben euch Erlaubnis und Möglichkeit, dass ihr für dieses Mal genanntes Buch drucken könnt. . . Nur was das Leben und die Sitten des genannten Johannes betrifft, und unter der Bedingung, dass die erwähnten Konstitutionen daraus entfernt werden.«
Elf Monate danach, am 28. Mai 1585, teilte Cristoforo de Leon, Sekretär des Rates Seiner Majestät, eben dieser Frau Katharina mit, dass die Mitglieder des Rates bestimmt hätten, dass jedes Exemplar des genannten Buches im fünf Blancas verkauft würde und dass genannte Entscheidung auf der ersten Seite verzeichnet würde.
Das einzige Exemplar der ersten Ausgabe 1585, das wir bis zur Stunde kennen, befindet sich in der Vatikanischen Bibliothek (Abteilung Loreto, VI, 5). Ebenso befindet sich das einzige Exemplar der Zweitausgabe vom Jahre 1588 in der Bibliothek des Britischen Museums von London (Abteilung 4866, 13,5695). Auf den achtzehn Blättern vor dem ersten Kapitel sind abge-. druckt und zwar in der angegebenen Reihenfolge: das Schreiben Philipps II., eine lateinische Ode des Magisters Juan Latino an den Erzbischof, ein Gemälde von Johannes von Gott, wie er vor dem Kreuze kniet, ein spanisches Sonett des Lizentiaten Juan Lopez Serrano an den Erzbischof, das Widmungsschreiben
der Mutter des Verfassers, das Vorwort de Castros an den „christlichen Leser«, ein Widmungsschreiben desselben an den Erzbischof von Granada, ein weiteres Vorwort des Autors und schließlich das Dekret bezüglich des Verkaufspreises des Buches. Der Band besteht aus 26 Kapiteln: die ersten zweiundzwanzig handeln vom Leben des Johannes von Gott, das dreiundzwanzigste vom Hospital und vom Werk der Schüler des Heiligen, die Kapitel vierundzwanzig und fünfundzwanzig vom Leben Petrus des Sünders, das sechsundzwanzigste bringt die übersetzung der Bulle in das Spanische, mit der Pius V. das religiöse Institut der Hospitalbrüder approbierte.