Mittwoch 17. Oktober 2018

Was ist ein stationäres Hospiz?

Ein Hospiz bedeutet – im eigentlichen Sinn des Wortes „Hospitium" – Gaststätte/Herberge.

Der Begriff „Hospiz" hat sich zu einer Philosophie entwickelt, die eine innere Haltung beschreibt. Diese vermittelt ein Verständnis vom Leben als einer Reise mit dem Ziel der ersehnten Ruhe. Sterben wird als eine Lebensphase betrachtet.

 

 

Spezialisierte Versorgung für unheilbar Erkrankte oder SterbendeAls Ergänzung zur ambulanten Versorgung stellen stationäre Hospize eine spezialisierte Versorgungsstruktur für unheilbar erkrankte und sterbende Personen dar. Die Aufnahme erfolgt unabhängig von Kultur, Religion, Rasse und Einkommen. Die Betroffenen leiden an einer weit fortgeschrittenen und fortschreitenden Krebserkrankung, an einer neurologischen Erkrankung (Schlaganfall, Demenz, etc.) oder befinden sich im Endstadium einer Herz-, Leber-, Nieren- oder Lungenerkrankung. Sie leiden oft an einer komplexen pflegerischen, medizinischen oder auch psychosozialen Symptomatik, die eine aufwendige Betreuung erfordert. Der schwerkranke Mensch bleibt Teil der Familie und seines sozialen Umfeldes. Seine einzigartige Geschichte zieht sich wie ein roter Faden durch die Betreuung.

 

Verweilen und Abschied nehmen im Raphael Hospiz Salzburg

 

Der Betroffene – mit seinen persönlichen Wertvorstellungen und seinen körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen – und die An- und Zugehörigen stehen im Mittelpunkt des ganzheitlichen Behandlungs- und Betreuungsansatzes. Ein interprofessionelles Team kann in seiner Vielfalt diesen individuellen Ansprüchen, Nöten, Wünschen und Ängsten gerecht werden und somit ein würdiges, weitgehend schmerzfreies und selbstbestimmtes Leben bis zum Tod ermöglichen.

 

 

Interprofessionelles TeamDas Team des Raphael Hospizes Salzburg besteht aus 13 diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen, drei Ärztinnen, einem Sozialarbeiter, einer Seelsorgerin, einer Psychotherapeutin, einer Physiotherapeutin, einer Therapeutin für „heilende Berührung", einer Musiktherapeutin, einer Verwaltungsassistentin, einer Mitarbeiterin in der Hauswirtschaft und 16 geschulten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen.

 

Die Bemühungen liegen in der Gestaltung eines häuslich-familiären Umfeldes, die Beibehaltung gewohnter Tagesstrukturen vermittelt Sicherheit und Geborgenheit. Neben einer vorausschauenden Planung, Wissen und Fertigkeiten sind vor allem Fürsorge und Behutsamkeit erforderlich. Respektvolles Verstehen, empathische Kommunikation, Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und reflektiertes Begleiten werden als wesentliche Elemente in der Betreuung gesehen. Einfühlungsvermögen, wohlwollendes und wertschätzendes Zuhören, sensibles Beobachten und Wahrnehmen der verbalen und nonverbalen Botschaften ermöglichen ein Mitschwingen, Mitfühlen, Nachvollziehen und Erfassen.

 

Das multiprofessionelle Betreuerteam im Raphael Hospiz Salzburg

 

Aufgaben des TeamsDie Aufgaben für das interprofessionelle Team beinhalten eine optimale Symptomkontrolle physischer Beschwerden, Unterstützung bei psychosozialen Problemen, spirituelle Begleitung, Kommunikation über Bedürfnisse und Lebenssinn. Im Vordergrund stehen unterstützende Ansätze, Krisenintervention, Orientierung an den persönlichen Bewältigungsstrategien und Ressourcen. Nach der Linderung der körperlichen Symptome werden die psychosoziale und spirituelle Ebene fühl-, sicht- und greifbar.

 

Die Basis für das Gelingen einer Betreuung sind klar formulierte Ziele, die falls erforderlich, aufgrund  wechselnder Umstände immer wieder umformuliert werden. Entscheidungsfindungen über die Therapiefortsetzung, Reduktion, Abbruch oder eine der Situation angepasste Änderung bestimmen den Alltag. Die Aufgabe besteht nicht darin, die Ziele für den Betroffenen zu bestimmen sondern diese zu befähigen, ihre eigenen Ziele zu definieren und sie im Erreichen dieser zu unterstützen. Oft geht es auch darum eine Situation miteinander auszuhalten.

 

 

Begleitung und Betreuung der Angehörigen

Große Aufmerksamkeit gilt der Begleitung und Betreuung der Angehörigen in ihren Ängsten, Zweifeln, Trauer und offenen Fragen. In der Trauerbegleitung reicht die Fürsorge bis nach den Tod des Betroffenen.

Das reibungslose Ineinandergreifen, die kontinuierliche partnerschaftliche Kommunikation, der gegenseitige Respekt, Vertrauen und Wertschätzung der einzelnen Professionen des Betreuungsteams sind der Schlüsselfaktor für das Lösen der oft komplexen und herausfordernden Betreuungssituationen und somit für die Lebensqualität der Betroffenen und ihren Angehörigen.

 

In manchen Fällen ist auch eine Entlassung in die häusliche Pflege mit Weiterbetreuung durch Hauskrankenpflege, mobile Palliativteams und Tageshospiz möglich. Im Sinne der Betroffenen bedarf es einer intensiven Kooperation und detailierten Informationsweitergabe an die weiter betreuenden Einrichtungen.

 

 

Weitergabe von Wissen und ErfahrungEin weiterer Schwerpunkt in der Hospizarbeit liegt in der Lehre und Begleitung von Pflegeschülern, Medizinstudenten, Pflegenden, Ärzten und Praktikanten. Es ist ein großes Anliegen sie in das Arbeiten im Hospiz- Palliativbereich einzuführen und ihre Aufmerksamkeit und Sensibilität für die Besonderheiten zu schulen.

 

Raphael Hospiz Salzburg

Dr.-Sylvester-Straße 1

5020 Salzburg

 

Tel.: (0662) 82 60 77 DW 0

Fax: (0662) 82 60 77 DW 4

 

Darstellung:
https://www.barmherzige-brueder.at/