Mateusz Biczyk OH

Bruder
Polen

Seit langem war es mein Wunsch, den Weg der Ordensberufung zu gehen gemäß dem Willen des Herrn. Dieser edle Wunsch ging aber nicht sofort in Erfüllung. Ich brauchte zehn Jahre, um eine prestigereiche Arbeit als Geschäftsführer in einem großen europäischen Unternehmen aufgeben zu können – eine bedeutende Stellung, die mit einem gewissen Lebensstandard, mit Reisen, Besitz usw. verbunden war.

 

Mein Interesse für das Charisma der hl. Faustina Kowalska und das Phänomen der Göttlichen Barmherzigkeit, die durch das Gebet den Sterbenden, den Leidenden im Fegefeuer und den Schwerkranken hilft, sowie für das Werk des hl. Padre Pio – insbesondere der Bau des Krankenhauses „Casa del Sollievo e della Sofferenza“ – hat mich seit den 1990er-Jahren nicht mehr losgelassen. Schritt für Schritt hat das in mir die Überzeugung genährt, dass dies der Weg ist, den auch ich in Zukunft gehen will. Und doch wusste ich nicht, wie ich das anstellen sollte.

 

Ab dem Jahr 2008 haben die Turbulenzen auf den Finanzmärkten und der schwierigere Zugriff auf das Kapital viele organisatorische Veränderungen in meinem Unternehmen mit sich gebracht. Ich empfand die Notwendigkeit, auch meinen Lebensstil zu ändern. Ich habe mir eine grundlegende Frage gestellt: „Was hat in meinem Leben mehr Bedeutung, die zukünftige Karriere oder dem Herz zu folgen?“

 

Die Entscheidung fiel dank einer neuen Arbeit und eines kurzen Aufenthalts in Poznan: Am 14. Februar 2010 betrat ich die Basilika von Lichen, um die selige Jungfrau Maria noch einmal um Hilfe zu bitten bei der Lösung eines arbeitsbedingten Problems. Im Gebet vor dem Gnadenbild der Madonna von Lichen wurde mir bewusst, dass Valentinstag war. Deshalb beschloss ich, Maria mein Herz zu schenken und vertraute darauf, dass sie mir den Weg zeigen würde, den ich gehen sollte.

 

Nach diesem Ereignis ging alles sehr schnell. Die Muttergottes führte mich nach Krakau. Hier erhielt ich große Hilfe von Dr. Tomasz Bajer, dem Studienleiter für Laienpastoral an der Universität vom heiligen Johannes Paul II. Er begleitete mich, gab mir spirituelle Unterstützung und ermutigte mich, diesen Studiengang zu wählen. Anschließend habe ich bei den Dominikanern Philosophie und Theologie studiert und anschließend einen Studienlehrgang für Kranken- und Sozialpastoral sowie Psycho-Onkologie begonnen. Durch die Schulung im Bereich der Krankenpastoral habe ich mich mit dem Charisma der Hospitalität befasst und meine Berufung zum Dienst im Orden des hl. Johannes von Gott entdeckt.

 

Obwohl die Berufung zum Ordensleben, die durch Gottes Gnade mein Weg geworden ist, eine große Überraschung für alle war, vor allem für meine Verwandten und meine Eltern, so hat die Suche nach diesem Weg, die sich zunächst sehr schwierig gestaltet hatte, mit Höhen und Tiefen, voller Freude und Schmerz, Hoffnung und Ohnmacht, am Ende, beim Eintritt in den Orden, eine ganz andere Dimension erlangt.

 

Hier, bei den Kranken, den Leidenden und Sterbenden, habe ich erkannt, was ich eigentlich schon seit Langem gesucht habe: die Wahrheit! Die Wahrheit über mein Leben, mein Verhalten, die Beziehung zu den anderen. Dieser Wunsch hat mich veranlasst, Jesus besser kennen zu lernen und seine Liebe zu erfahren. Ich musste mich nur seiner Liebe öffnen und sie annehmen, wie man die ausgestreckte Hand eines Freundes ergreift.

Taborstraße 16
1020 Wien
365 Zeugnisse
Der gelebten Gastfreundschaft

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

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