Antonio Aranda Dalmau

Mitarbeiter
Spanien

Ich gehöre seit 1990 zu dieser großen Familie. Vorher war mir die Welt geistig und psychisch kranker Menschen völlig unbekannt. Dank einer Bekannten, die in unserer Einrichtung arbeitete, begann ich in jenem Sommer, als Aushilfskraft zu arbeiten und hatte das Glück, in verschiedenen Abteilungen zum Einsatz zu kommen.

 

Dies war ein großes Glück für mich, weil ich so mit einer Vielzahl von Pathologien in Berührung gekommen bin. Psychische Krankheiten waren damals ein Tabu für mich. Kaum kam man mit Angehörigen oder Freunden darauf zu sprechen, wechselte man das Thema, denn psychische Krankheiten waren für uns etwas, worüber man nicht sprach. Aber diese Sicht war mir schon bald zu eng.

 

Ich stellte fest, dass Werte wie „Hospitalität“, „Verantwortung“ usw. – alles Werte, die mir auch von meinen Eltern vermittelt worden waren – mir verstehen halfen, dass Personen, die aufgrund einer psychischen Krankheit ausgegrenzt und diskriminiert werden und deshalb besonders schutzbedürftig sind, hier einen Ort haben, wo man ihnen zuhört; dass man sie behandelt wie Menschen, die Hilfe brauchen, und ihnen vor allem mit großem Respekt begegnet.

 

Ich lernte auch schnell, dass diesen Menschen oft durch bloßes Zuhören, einfach dadurch, dass man für sie da ist, viel geholfen ist. Ja, oft ist genau das sogar das Wichtigste für sie.

 

Heute hat sich meine Arbeit weiter ausdifferenziert: In der „Fundación Germà Tomás Canet“ kümmere ich mich um Menschen, denen aufgrund ihrer psychischen Verfassung das Selbstbestimmungsrecht auf richterlichen Beschluss entzogen wurde, wodurch ihre Situation noch verschärft wird.

 

Diese Tätigkeit hat mich diesen Menschen noch näher gebracht. Vor allem habe ich gelernt, hinter ihrer Krankheit nie den Menschen zu vergessen und immer die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, ob und wie sie ein Leben außerhalb unseres Versorgungsnetzes führen können.

Taborstraße 16
1020 Wien

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

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