Philippe Patayodi OH

Bruder
Afrika

„Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,13). Und ich habe mich berufen gefühlt, mein Leben den Armen und Kranken zu weihen. In einer Hospitalgemeinschaft zu leben, war und ist mein innigster Wunsch. Ich möchte mich Gott hingeben, möchte dem barmherzigen und mitleidvollen Christus folgen, im Dienst an den armen und kranken Brüdern.

 

Mein Werdegang innerhalb der Johannes von Gott-Familie ist – in jeder Etappe meiner Ausbildung – eine Erfahrung voller positiver, aber auch negativer Momente, die jedoch für das tägliche Leben wichtig waren. Ich bin mir bewusst, dass ich ohne Gott nichts bin. Jeden Morgen bereichert mich die Feier der Eucharistie, und es nähren mich das Wort Gottes sowie der Leib und das Blut Christi. Sie erhellen meinen Tag, meine Beziehung zu meinen Brüdern und Schwestern.

 

Dieser beständige Wunsch nach der Gegenwart des Herrn im täglichen Leben lässt mich auf meine Brüder zugehen, mich ihnen zuwenden, ihnen zuhören und mit ihnen Freud und Leid teilen. So kann ich ihnen allen entgegengehen und sie aufnehmen, ohne jede Diskriminierung aufgrund von Sprache, Kultur, Nationalität oder Herkunft. Sie intensivieren auch meine Empathie für die Kranken und verlassenen Brüder, um die sich niemand kümmert.

 

Meine Erfahrung der Hospitalität im Scholastikat lässt sich zusammenfassen in der Bereitschaft, alle und jeden anzunehmen. Niemand darf aufgrund seiner Schwächen abgelehnt werden, denn ich bin davon überzeugt, dass in der einen oder anderen Weise jeder Mensch in seinem Leben einmal arm, krank, verachtet oder verlassen ist. Und die kranken und verachteten Menschen, die mir am nächsten sind, sind meine Mitbrüder oder die Mitarbeiter, mit denen ich täglich zu tun habe.

 

Wenn ich das Leben unseres Ordensgründers, des hl. Johannes von Gott, betrachte, fühle ich mich von der Barmherzigkeit Gottes umarmt, das heißt, ich werde mir der Größe der Liebe Gottes für die Welt und für meine Wenigkeit bewusst. Sie motiviert mich, all jenen, die um mich sind, mein Bestes zu geben.

 

In der Hausgemeinschaft bestimmt meine Zuwendung zu den Mitbrüdern und Mitarbeitern meine Hospitalität. Ich weiß, dass es innerhalb einer Gemeinschaft nicht an Missverständnissen fehlt, vor allem nicht in einer Gemeinschaft junger Menschen. Doch es tröstet mich zu wissen, dass der Herr das Herz jedes Einzelnen kennt, und die Antwort, die ich von meinen Mitbrüdern erhalte, lässt mich ihnen gegenüber und innerhalb der Gemeinschaft meine Liebe zum Ausdruck bringen.

 

In meiner offenen Beziehung zu unseren Mitarbeitern kommt meine Hospitalität als Barmherziger Bruder vor allem in der Aufmerksamkeit ihnen gegenüber, in der Ermutigung zum Ausdruck. Das brauchen sie, das ist wichtig für sie, und manchmal – wenn sie mich um Hilfe gebeten haben – hatte ich das Gefühl, der Heilige Geist handelt durch mich.

 

Aufgrund meiner eigenen menschlichen Schwächen kann ich auf mich alleine gestellt nur sehr wenig bewirken. Doch im Bewusstsein meiner Schwächen vertraue ich mich jeden Tag der Liebe des Vaters an und bemühe mich, durch das Sakrament der Eucharistie immer in Gottes Gegenwart zu leben, in der Versöhnung und in seinem Wort. Das gibt mir Licht und Kraft für den ganzen Tag!

 

Der Geist der Hospitalität lässt mich auf die anderen spontan zugehen, insbesondere auf die Mitbrüder in der Ausbildung, wenn sie krank sind. Dann besuche ich sie und bete mit ihnen.

Taborstraße 16
1020 Wien

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

Taborstraße 16

1020 Wien

 

Tel.: 0043 1 21121 1100

Fax: 0043 1 21121 1120

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