Serena Park

Mitarbeiterin
Südkorea

Ich bin eine leitende Krankenschwester im Seniorenheim des Ordens in Damyang.

 

Es handelt sich um eine Einrichtung, die 2007 von den Barmherzigen Brüdern des hl. Johannes von Gott eröffnet wurde, und unser erster Heimbewohner war ein 91-jähriger Herr, ein ehemaliger Soldat.

 

Nach seiner Aufnahme weigerte er sich strikt, auch nur die geringste Form von Bewegung zu machen. Er lehnte alle Mahlzeiten und Behandlungen ab und hielt die Augen geschlossen. Als man ihm helfen wollte, seine Zähne zu putzen, griff er nach der Zahnbürste und schleuderte sie weit weg, um danach gewaltsam gegen seinen Pfleger vorzugehen. Wir hatten Schwierigkeiten, uns mit ihm zu verständigen, weil er schwerhörig war und Zeichen von Altersdemenz zeigte.

 

Im Lauf der Zeit verbesserte sich sein Verhalten – dank der unveränderlichen Haltung und beständigen Betreuung des Personals und der Brüder. Die Mitglieder seiner Familie sprachen uns ihre Verwunderung angesichts der sichtbaren Besserung seines Verhaltens aus. Er begann freiwillig zu essen und entwickelte nach und nach Interesse an seiner Umwelt und an den anderen Menschen. Manchmal las er sogar Bücher.

 

Als ein Bruder ihm half, im Internet Soldatenfilme anzuschauen, lächelte er glücklich. Schritt für Schritt begann er, sich mit Hilfe eines Rollators selbstständig fortzubewegen, was seine Angehörigen sehr erstaunte. Als er starb, waren fünf Jahre vergangen, seit er ins Heim gekommen war.

 

Manchmal frage ich mich: „Was ist Hospitalität?“ Besteht sie nicht darin, immer das Beste für die unserer Pflege anvertrauten Heimbewohner zu tun und respektvoll mit ihnen umzugehen, so als ob sie selbst ein Teil unserer Familie wären? Das jedenfalls bedeutet Hospitalität für mich als Mitglied der Johannes von Gott-Familie.

Taborstraße 16
1020 Wien

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

Taborstraße 16

1020 Wien

 

Tel.: 0043 1 21121 1100

Fax: 0043 1 21121 1120

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