Milena Giachetti

Milena Giachetti

Mitarbeiterin
Italien

Hallo euch allen, ich bin Milena und arbeite seit viereinhalb Jahren als Physiotherapeutin im Krankenhaus von San Maurizio Canavese und ich muss sagen, dass ich viel Hospitalität erlebt habe, vor allem seitens der Brüder. Ich glaube an den Wert der Hospitalität, und man sagt von mir, ich sei ein entgegenkommender Mensch. Doch glaube ich auch, dass man im Leben alles immer noch besser machen kann!

 

Ein entgegenkommender, offener Mensch zu sein, ist sehr einfach, denn man braucht nur daran zu denken, dass hinter jedem Menschen Gott steht, der sich im Gewand eines Gastes verbirgt; man braucht nur offen zu sein für den anderen.

 

Meiner Ansicht nach besteht heute ein allzu starkes Sich-Verschließe. Begegnet man am Arbeitsplatz einem unbekannten Kollegen, wendet man sich von ihm ab und geht seines Weges. Wird man auf der Straße von jemandem angesprochen, der um eine Information bittet, so antwortet man als gut erzogener Mensch, tut aber sonst so, als ob nichts wäre. Allerdings ist ein solches Verhalten häufig nicht so sehr auf Ungezogenheit zurückzuführen, sondern auf die Furcht vor Personen, die einem mit bösen Absichten begegnen – was in der heutigen Gesellschaft leider keine Seltenheit ist.

 

Ich glaube, dass die Hospitalität häufig vom Urteil oder Vorurteil gegenüber den anderen belastet ist.

 

Für mich entspricht Hospitalität dem kulturellen Austausch und der Offenheit des Geistes, zum Beispiel gegenüber Menschen anderer Religionen. Wie schön wäre doch ein Austausch über die verschiedenen Religionen! Allerdings müsste dafür jeder zuerst seine eigene wirklich kennen! Was für einen positiven Impuls könnten für uns solche Gespräche darstellen, welche Möglichkeiten des Lernens und des gegenseitigen Kennenlernens!

 

Hospitalität ist auch der Austausch mit jungen Mitarbeitern: Ihnen gegenüber Hospitalität zu üben, ist für uns nicht schwer, doch den jungen Menschen bedeutet es viel. Es kann ihnen helfen, sich zu integrieren und von Anfang an entspannt zu arbeiten. Wir könnten mit ihnen auch über die Arbeit der Freiwilligen-Gruppe „Gioventù Ospedaliera“ („Hospitaljugend“) sprechen, sie in die laufenden Initiativen miteinbeziehen und – warum denn nicht? – sie um ihre Meinung oder einen konkreten Beitrag bitten.

 

Hospitalität bedeutet, allen die Botschaft zu vermitteln, dass diese Einrichtung nicht einfach nur ein Unternehmen sein will, in dem man Arbeit bekommt, sondern dass es sich um eine Familie handelt, die Harmonie, Kommunikation, Empathie, Einsatzbereitschaft, Beziehungspflege, Achtung, Liebe und Hingabe braucht.

Taborstraße 16
1020 Wien
365 Zeugnisse
Der gelebten Gastfreundschaft

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

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