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Emmanuel Davies OH

Bruder
Afrika

Meine Berufung zum Ordensbruder war wie ein Wunder für mich, denn als junger Mensch dachte ich nicht im Entferntesten daran, Ordensmann zu werden. In meiner Schulzeit wollte ich alles Mögliche werden. Aber damals wusste ich noch nicht, was es bedeutet, ein Ordensmann zu sein.

 

Irgendwann wurde ich wohl aufgefordert, in mich zu gehen und über Gott nachzudenken. Freies Handeln war der wichtigste Aspekt meines Lebens, doch vielen von uns – und vor allem mir! – war nicht bewusst, dass auch das In-Sich-Gehen ein Lernprozess sein kann, ein Erfahren Gottes, und dass Gott diesen Weg wählen kann und auch wählt, um uns vieles beizubringen.

 

Nach einigen Jahren und nachdem ich viele Menschen kennengelernt hatte, genügte mir ein kurzes Gespräch, um zu erfahren, was ich über die Person vor mir wissen wollte. Ja, so war mein Verhalten, bis ich eines Tages meinen Freund Richard Alimamy Kabia reden hörte. Er war auf dem Weg, ein Barmherziger Bruder zu werden und erzählte mir die Geschichte des Ordensgründers, des hl. Johannes von Gott. Er erzählte von dessen Nächstenliebe; davon, wie er sich selbst aufopferte, um Menschen zu retten und wie er Arme, Kranke und Bedürftige pflegte.

 

Seine Erzählung bewegte mich zutiefst, und ich fragte ihn verwundert: Wie kann ein Mensch so gütig sein? Richard beantwortete alle Fragen, die ich ihm über die Barmherzigen Brüder stellte, über ihr Charisma und ihre tägliche Arbeit. Von jenem Tag an begann ich darüber nachzudenken, wie bedeutsam es für einen Menschen ist, seine Zeit dem Dienst für die Kirche zu widmen und sein Leben Gott zu weihen.

 

Wenige Wochen später lud mich Richard zu einem Treffen mit den Barmherzigen Brüdern ein. So lernte ich sie kennen. Sie empfingen mich sehr freundlich, und für mich war es eine große Freude, sie kennenlernen zu dürfen und mich mit ihnen unterhalten zu können. Sie erklärten mir alles, was ich zu tun hatte, um ein Ordensbruder zu werden: Zuallererst musste ich katholisch getauft und gefirmt werden und meine Schule erfolgreich abschließen.

 

Ich begann, an den sonntäglichen Treffen teilzunehmen, und gleichzeitig besuchte ich den Vorbereitungsunterricht auf die Taufe und die Firmung. 2009 wurde ich getauft und 2010 empfing ich in Lunsar in der Diözese Makeni das Sakrament der Firmung.

 

Zum Postulantat wurde ich nach Senegal entsandt, wo ich zwei Jahre verbrachte. In dieser Zeit lernte ich den Orden besser kennen: das Gebetsleben und das Apostolat.

 

Nach dem Postulantat wurde ich 2012 als Novize aufgenommen. Ich verbrachte ein kanonisches Jahr und ein weiteres Jahr der Erfahrung in derselben Kommunität, also insgesamt zwei Jahre. Während dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt, vor allem über das Gemeinschaftsleben und über die Anforderungen, die es mit sich bringt.

 

Meine Erste Profess habe ich im Mai 2014 in der Kapelle des Interprovinziellen Noviziats vom hl. Richard Pampuri in Lomé, Togo, abgelegt.

 

Die Berufung ist ein Aufruf Gottes zum Dienst an Gott und zum christlichen Leben, und es ist auch eine Funktion oder eine bestimmte Lebensphase, in die man von Gott berufen wird. Es kann die Berufung zum Ordensleben sein oder auch die Berufung zur Ehe. Ich danke Gott, dass er mich in seinen Dienst gerufen hat und bete darum, er möge mir auch weiterhin die Kraft geben, um seiner Berufung treu zu bleiben.

Taborstraße 16
1020 Wien
365 Zeugnisse
Der gelebten Gastfreundschaft

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

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