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Günther Minten

Ehrenamtlicher Mitarbeiter
Deutschland

Über Gastfreundschaft zu sprechen heißt, über die verschiedensten Arten von Gastfreundschaft zu sprechen.

 

Auf meinen beruflichen Reisen in die verschiedensten Länder habe ich die unterschiedlichsten Möglichkeiten von Gastfreundschaft kennengelernt. Die geschäftlichen und die groß organisierten Gastfreundschaften möchte ich ausnehmen.

 

Ich möchte über eine spontane und unvorhersehbare Gastfreundschaft berichten. Ich hatte im Iran eine große Teppichausrüstung zu montieren, mit einem Aufenthalt von ca. sechs Wochen. Mir war in dieser Zeit ein iranischer Mitarbeiter zugeteilt. Wir verstanden uns sehr gut, und so kamen wir bald auf das Thema Fußball zu sprechen.

 

Im iranischen Fernsehen wird regelmäßig über die deutsche Bundesliga berichtet. Er lud mich spontan zu sich nach Hause ein. Es war eine typische Großfamilie, wie man sie dort kennt. Vier Generationen in einer großen Gemeinschaft. Eine Wasserstelle und eine Küche. Schlaf- und Wohnraum für jede Generation und Arbeitsräume zum Knüpfen und Weben.

Ich wurde herzlich aufgenommen, und ich war Gast in einer iranischen Großfamilie.

 

Was mir sofort auffiel war, dass in diesem Hause von Stress nichts zu spüren war! Es musste sich jeder an bestimmte Regeln halten. Das Alter hat einen geachteten Stand, und man ist Gast von jedem in der Familie. Die Alten webten auf einen selbstgebauten Webstuhl Seidentücher und die Jungen in einem Raum Teppiche. Alles von Hand! Das Zepter in Haus und Küche schwingen die Frauen. Hier bestimmen sie, was geschieht und was nicht. Die Mahlzeiten nehmen Männer und die Jungen von den Frauen getrennt ein. Was mich aber am meisten beeindruckt hat, war das ungezwungene Miteinander. Allerdings habe ich in den Gesprächen die Politik und die Religion außen vor gelassen.

 

Während meines Aufenthaltes habe ich diese Familie immer wieder besucht, und ich wurde immer freundlich empfangen. Ich habe durch diese Bekanntschaft Kultur und Natur kennengelernt. Um diese Menschen zu verstehen, muss man ihre Kultur genau kennen.

 

Ich habe in dieser Zeit sehr viel Positives kennengelernt und mich manchmal gefragt, ob unsere Lebensweise wirklich die bessere ist.

 

Zur Gastfreundschaft gehört auch immer ein Gast, der die Freundlichkeit des Gastgebers zu schätzen weiß!

Taborstraße 16
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365 Zeugnisse
Der gelebten Gastfreundschaft

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des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

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