Brüder-Chronik 2000-2020

Zum 79. Provinzkapitel (17.-21. Jänner 2022) ist die neue Brüderchronik „Leben wie Johannes von Gott im 21. Jahrhundert – Die Barmherzigen Bruder in Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei 2000-2020“ erschienen.

 

Das 200 Seiten starke Buch zeigt, wie sich die Österreichische Ordensprovinz in den letzten 20 Jahren entwickelt hat – und vor allem, was alles gewachsen ist. Die Vorstellung der unterschiedlichen Bereiche (Orden, Management, Medizin, Pflege, , IT, etc.) wird durch persönliche Erfahrungsberichte und „Blitzlichter der Hospitalität“ ergänzt, die nicht nur für Abwechslung sorgen, sondern auch motivieren und inspirieren.

 

Barmherzige Brüder Chronik 2000 bis 2020 – Blick in das Buch

 

 

Was braucht’s heute?

„Vor allem die Nähe zum Menschen. Die Hospitalität in den eigenen Reihen, in der eigenen Gemeinschaft: Dass ich das lebe mit den Mitbrüdern, mit den Arbeitskollegen, da beginnt es schon!“

So wie Frater Romanus Ribaltschenko OH, von dem dieses Zitat stammt, haben auch zahlreiche weitere Barmherzige Brüder bzw. viele ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Entstehung der Brüderchronik beigetragen. Wer hineinschaut, spürt ihre Leidenschaft und bekommt einen Eindruck davon, wie schön es sein kann, für Menschen zu arbeiten. Dafür möchte auch der Buchcover aufmerksam machen: der Lichtstrahl mitten ins Herz. Es handelt sich um einen Ausschnitt des bunten Acrylgemäldes von Sepp Laubner, das im Eingangsbereich des Wiener Krankenhauses hängt und die Berufungsgeschichte des Ordensgründers Johannes von Gott zeigt.

 

Nach einer intensiven Recherche-Phase, bei denen die Ausgaben 2000-2020 des „Granatapfel“-Magazins die zentrale Rolle spielten, nahm das Projekt „Brüderchronik 2000-2020“ Ende August 2020 an Fahrt auf. Im Mai 2021 lagen die meisten Texte vor, gedruckt wurde im Dezember 2021.

 

Barmherzige Brüder Chronik 2000 bis 2020 – Blick in das Buch

 

Pater Provinzial Saji Mullankuzhy OH äußert im Vorwort den Wunsch, dass das neue Buch weite Kreise ziehen und viele Menschen einladen möge, „am Aufbau einer gerechteren Welt mitzuarbeiten“. Er würdigt die Chroniken von Heinz Polednik („Die Barmherzigen Brüder in Österreich 1918–1977“) und Meinhard Sajovitz („Die Barmherzigen Brüder in Österreich 1978–2000“) und betont mit Blick auf das neu erschienene Buch: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Gutes in der Österreichischen Ordensprovinz schon geleistet wird! Und es ist eine Freude, dass einige von denen, die maßgeblich dafür verantwortlich sind, hier zu Wort kommen. Das ist ja gerade das Besondere an dieser Chronik: dass es mehrere Autoren gibt.“

 

Die Brüder-Chronik „Leben wie Johannes van Gott im 21. Jahrhundert – Die Barmherzigen Bruder in Österreich, Tschechien und der Slowakei 2000-2020“ besteht aus drei Abschnitten.

 

 

In der Nachfolge

Teil 1 wurde von Mag. Dominik Hartig geschrieben und zeigt, wie die Nachfolger des heiligen Johannes von Gott heute leben, wie sie ihre Berufung entdeckt haben und was ihnen dabei besonders wichtig ist. Außerdem wird überblicksmäßig die Arbeit der verschiedenen Provinzleitungen dargestellt. Ein Kapitel über Selig- und Heiligsprechungen und eines mit Kurzbiografien jener Barmherzigen Brüder, die uns in der Zeit von 2000 bis 2020 in die ewige Heimat vorangegangen sind, schließen diesen Abschnitt ab.

 

 

Entwicklungslinien zahlreicher Arbeitsbereiche Teil 2 besteht aus den Beiträgen mehrerer Autoren, die die Entwicklungslinien ihrer jeweiligen Arbeitsbereiche schildern:

  • Der Gesamtleiter der Ordensprovinz Adolf Inzinger schreibt über die Schwerpunkte seiner Management-Tätigkeit und seinen Einsatz für die Generalkurie in Rom.
  • Provinzsekretär Robert Bühringer erläutert die Entstehung des Provinzialats und der Provinzverwaltung, wie wir sie heute kennen.
  • Frater Dominikus Trummer OH gibt Einblick in seine Berufungsgeschichte und seine Arbeit in der Lebenswelt Kainbach.
  • Der langjährige Ärztliche Direktor Univ.-Prof. Ing. Dr. Gerhard Stark macht u.a. sichtbar, wie nachhaltig sich die technische Entwicklung auf den Arztberuf auswirkt.
  • Pflegedirektorin Lydia Gromer BA und Zita Kis Dadara MSc, DGKP, Stabstelle Zentrale Pflegeentwicklung, beschreiben, worin die Professionalisierung der Pflege besteht und welche Herausforderungen es gibt.
  • Mag. Barbara Zinka, die langjährige Direktorin der Pflegeakademie der Barmherzigen Brüder Wien, beschreibt Meilensteine in der Pflegeausbildung.
  • Diakon Peter Weinhappl, Seelsorger des Lebenswelten Steiermark, schreibt über die Bedeutung von Seelsorge und erklärt, worin eine Pastoral im Stil des heiligen Johannes von Gott besteht.
  • Priv.-Doz. Dr. Jürgen Wallner erläutert die Grundzüge der Ethik-Arbeit bei den Barmherzigen Brüdern.
  • Oberarzt Dr. Robert Buder widmet sich unter dem Stichwort „Hospitalität nach innen tragen“ dem Aufbau und der Durchführung der „Schule der Hospitalität“, während
  • Mag. Bernhard Zahrl MAS im Zeichen von „Hospitalität nach außen tragen“ die Schwerpunkte der Öffentlichkeitsarbeit bei den Barmherzigen Brüdern sichtbar macht.
  • Dass unsere Arbeit für die Menschen ohne die vielfältigen Bemühungen des Zentraleinkaufs gar nicht möglich wäre und wie vielfältig seine Arbeit im Hintergrund ist, darauf macht Wolfgang Füreder aufmerksam.
  • Über die rasante Entwicklung im IT-Bereich bzw. den Auf- und Ausbau der ordenseigenen IT-Firma Care Solutions schreibt deren Geschäftsführer Michael Wiltschnigg.

Bereichert wird Teil 2 durch Kurzberichte und Zeugnisse unzähliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Medizin, Pflege, Verwaltung und anderen Berufssparten.

 

Barmherzige Brüder Chronik 2000 bis 2020 – Blick in das Buch

 

 

Die Delegaturen

Teil 3 ist den drei Delegaturen der Österreichischen Ordensprovinz gewidmet – Tschechien, Slowakei und Ungarn – sowie den Konventen und Einrichtungen in Österreich. Beigetragen haben für die Texte über die Arbeit in den Delegaturen vor allem die Barmherzigen Brüder Imre Kozma, Martin Macek und Richard Jombik bzw. Zoltán Fekete, Bereichsleiter Delegaturen, sowie sein Vorgänger und ehemaliger Bereichsleiter Controlling & Organisation Franz van de Rijdt.

 

Die Fotos und Inhalte für die Kurzberichte über die Arbeit der Barmherzigen Brüder in Österreich wurden mit Hilfe folgender Personen zusammengetragen:  Mag. Elke Berger (Linz), Mag. Karin Brettner (Kainbach), DGKP Anna Kopeinig, BA (EKH Klagenfurt), Barbara Passath (Graz), Mag. Christa Praher-Ennöckl (Wien), Mag. Carla Schmirl (Eisenstadt), Petra Schredl (Schärding), Birgit Steiner (Salzburg), Waltraud Strohl (Sankt Veit an der Glan) und Robert Walenta (Kritzendorf).

 

Barmherzige Brüder Chronik 2000 bis 2020 – Blick in das Buch

 

Dieser schöne Erfahrungsbericht der Ergotherapeutin Serah Seitz BSc aus den Lebenswelten Steiermark bringt die Intention der neuen Brüder-Chronik sehr gut zum Ausdruck:

Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, was mir die Arbeit mit schwer beeinträchtigten Menschen bedeutet. Wenn man ehrlich ist, sind sie es, die mich tagtäglich lehren, was es heißt, gastfreundlich und dankbar zu sein. Je hilfloser sie sind, desto mehr Vertrauen, Ehrlichkeit und Vorurteilsfreiheit wird mir oft entgegengebracht. Sie lehren mich, hinter Fassaden zu blicken, zu versuchen, mich in andere Leben, andere  Situationen hineinzuversetzen und dafür Verständnis zu entwickeln, und sie zeigen mir, dass man Fehler machen und unperfekt sein darf und lernen kann, mit sich und seinen begrenzten Fähigkeiten zurechtzukommen.

 

In der Begegnung ist es für mich so oft ein Geschenk, nicht an meiner Leistung, meinem Aussehen oder meiner Herkunft gemessen zu werden und gesellschaftlichen Ansprüchen entsprechen zu müssen. Sie lehren mich Dankbarkeit für einen gesunden, intakten und aktiv zu verwendenden Körper.

 

Durch oft schwere Lebensgeschichten und Situationen lerne ich, was für ein Geschenk Familie, Freunde und echte Gemeinschaft sind, wie viel Wert ein Lächeln und ein freundliches Wort für einen selbst in einer herausfordernden oder hilflosen Situation bekommt. Alles, was ich habe und bin, ist ein Geschenk und nicht selbstverständlich, etwas, was mir, wie jedem anderen auch, jederzeit genommen werden kann. Sollte ich da nicht lernen, dankbarer zu sein, das Geschenk „leben zu dürfen“ wertzuschätzen und andere daran teilhaben zu lassen?

 

Erfahrungen, die ich bei meiner täglichen Arbeit als Ergotherapeutin und in verschiedenen Projekten machen durfte, sind mir wertvoll. Wie viel mehr bedeutet es für mich, an diesen menschlichen Kunstwerken zu erahnen, wie groß deren Künstler ist – gerade in Momenten, wenn sie mich einfach und vorbehaltlos im Gang anlächeln.

Taborstraße 16
1020 Wien

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

Taborstraße 16

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