Missionswoche der Hospitalität

Sonntag, 16. Oktober 2022

Missionswoche des Ordens, die heuer unter dem Motto steht: „Ihr werdet meine Zeugen sein bis an die Grenzen der Erde“ (vgl. Apg 1,8)

 

 

Zur Ankündigung der Missionswoche der Hospitalität

(Quelle: PAPST FRANZISKUS, Botschaft zum Weltmissionssonntag 2022. Rom, 6. Jänner 2022)

 

 

Papst Franziskus: Seien wir mutig wie die ersten Christen

Die Kirche ist von Natur aus missionarisch. Evangelisieren gehört untrennbar zu ihrer Identität. Bevor Jesus in den Himmel auffährt, hinterlässt er seinen Jüngern den Kernauftrag aller Christen: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.“ (Agg 1,8) In seiner Botschaft zum diesjährigen Weltmissionssonntag unterbreitet uns Papst Franziskus seine Gedanken zu drei Schlüsselbegriffen, die die drei Grundlagen des Lebens und der Sendung der Jünger zusammenfassen.

 

 

Ihr werdet meine Zeugen sein

„Ihr werdet meine Zeugen sein“: Über diese Worte schreibt Papst Franziskus: „Dies ist der zentrale Punkt, das Herzstück der Lehre Jesu an die Jünger im Hinblick auf ihre Sendung in der Welt. Alle Jünger werden dank des Heiligen Geistes, den sie empfangen werden, Zeugen Jesu sein: Sie werden durch die Gnade zu solchen gemacht (…) So ist jeder Christ berufen, Missionar und Zeuge Christi zu sein. Und die Kirche, die Gemeinschaft der Jünger Christi, hat keine andere Sendung, als die Welt zu evangelisieren, indem sie von Christus Zeugnis gibt.“

Jeder Getaufte ist in der Kirche und im Auftrag der Kirche zur Mission berufen: Die Mission wird also gemeinsam, nicht individuell, in Gemeinden und kirchlichen Gemeinschaften und nicht aus eigener Initiative heraus durchgeführt. Und selbst wenn es jemanden gibt, der in einer ganz besonderen Situation den Evangelisierungsauftrag allein ausführt, so tut und muss er das immer in Gemeinschaft mit der Kirche, die ihn gesandt hat, tun.

 

Es ist Christus, den wir bezeugen müssen

Papst Franziskus zitiert danach aus seinem Apostolischen Schreiben Evangelii nuntiandi einige Worte des heiligen Papst Paul VI.: „Evangelisieren ist niemals das individuelle und isolierte Tun eines einzelnen, es ist vielmehr ein zutiefst kirchliches Tun.“ Anschließend weist er darauf hin, dass die Jünger von Jesus nicht in die Welt gesandt werden, um diese Mission einfach zu erfüllen, „sondern auch und vor allem, um die ihnen anvertraute Mission zu leben; nicht nur um Zeugnis zu geben, sondern auch und vor allem, um Zeugen Christi zu sein“. Was bedeutet das konkret?

Die Missionare Christi werden nicht ausgesandt, um sich selbst mitzuteilen, um ihre Qualitäten und Überzeugungskraft oder ihre Fähigkeiten als Manager zur Schau zu stellen. Sie haben vielmehr die höchste Ehre, Christus in Wort und Tat vorzustellen und allen die Frohbotschaft seines Heils mit Freude und Offenheit zu verkünden, so wie die ersten Apostel.

 

Bis an die Grenzen der Erde

Die Mission, die Jesus den Jüngern überträgt, hat einen universellen Charakter, sie beginnt in Jerusalem und reicht „bis an die Grenzen der Erde“ (Apg 1,8). Und zum Wesen dieser Mission präzisiert Papst Franziskus: „Sie werden nicht gesandt, um Proselytismus zu betreiben, sondern um zu verkünden; Christen machen keinen Proselytismus.“ Mission zeichne das schöne Bild einer Kirche, die „im Aufbruch ist“. Denn aufgrund der damaligen Verfolgungen zerstreuen sich die ersten Christen und „legten überall Zeugnis ab für Christus“.

 

Etwas ganz Ähnliches geschehe auch heute, schreibt Papst Franziskus. „Aufgrund von religiöser Verfolgung, Krieg und Gewalt sind viele Christen gezwungen, aus ihrer Heimat in andere Länder zu fliehen. Wir sind diesen Brüdern und Schwestern dankbar, die sich dem Leiden nicht verschließen, sondern in den Ländern, die sie aufnehmen, Zeugnis von Christus und der Liebe Gottes ablegen.“

Die Worte „bis an die Grenzen der Erde“ sollten die Jünger Jesu zu allen Zeiten „befragen und sie immer wieder drängen, über die üblichen Orte hinauszugehen.“

Die Kirche Christi war, ist und wird immer ‚im Aufbruch‘ sein zu neuen geographischen, sozialen und existentiellen Horizonten, um auf ‚Grenzbereiche‘ und menschliche Situationen zuzugehen, um von Christus und seiner Liebe zu allen Männern und Frauen aller Völker, Kulturen und sozialen Schichten Zeugnis abzulegen. In diesem Sinne wird die Mission immer auch missio ad gentes sein, wie uns das Zweite Vatikanische Konzil gelehrt hat, denn die Kirche wird immer über ihre eigenen Grenzen hinausgehen müssen, um die Liebe Christi für alle zu bezeugen.

 

„Ihr werdet Kraft empfangen“ vom Heiligen Geist

Angesichts einer so großen Verantwortung, verspricht Jesus den Seinen, dass sie auch die Kraft erhalten werden, ihren Auftrag zu erfüllen: „Der Heilige Geist stärkte sie, gab ihnen Mut und Weisheit“, schreibt Papst Franziskus. Ohne Heiligen Geist könne kein Christ ein volles und echtes Zeugnis für Christus ablegen.

Deshalb ist jeder missionarische Jünger Christi aufgerufen, die grundlegende Bedeutung des Wirkens des Geistes zu erkennen, mit ihm im täglichen Leben zu leben und ständig Kraft und Inspiration von ihm zu empfangen. Gerade wenn wir uns müde, unmotiviert und verloren fühlen, sollten wir daran denken, uns im Gebet an den Heiligen Geist zu wenden, der – das möchte ich noch einmal betonen – eine grundlegende Rolle im missionarischen Leben spielt, um uns von ihm erfrischen und stärken zu lassen, der göttlichen, unerschöpflichen Quelle neuer Energie und der Freude, das Leben Christi mit anderen zu teilen.

 

Eine ganz missionarische Kirche

Mit seinem Blick auf Maria, der „Königin der Missionen“, kommt Papst Franziskus zum Abschluss seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag.

Liebe Brüder und Schwestern, ich träume weiterhin von der ganzen Kirche als eine missionarische und von einer neuen Zeit des missionarischen Handelns der christlichen Gemeinschaften. Und ich wiederhole Moses' Wunsch für das Volk Gottes auf dem Weg: „Wenn nur das ganze Volk des Herrn zu Propheten würde!“ (Num 11,29). Ja, mögen wir alle in der Kirche das sein, was wir schon durch die Taufe sind: Propheten, Zeugen, Missionare des Herrn! In der Kraft des Heiligen Geistes und bis an die äußersten Grenzen der Erde.

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