Missionswoche der Hospitalität

Freitag, 21. Oktober 2022

Missionswoche des Ordens, die heuer unter dem Motto steht: „Ihr werdet meine Zeugen sein bis an die Grenzen der Erde“ (vgl. Apg 1,8)

 

 

Der synodale Weg des pilgernden und missionarischen Gottesvolkes

(Quelle: Internationale Theologische Kommission, Die Synodalität in Leben und Sendung der Kirche. Rom, 2. März 2018)

 

Die Synodalität verwirklicht den „pilgernden“ Charakter der Kirche. Das Bild des Volkes Gottes, auserwählt unter den Nationen (vgl. Apg 2,1–9; 15,14), drückt seine soziale, historische und missionarische Dimension aus, die mit der menschlichen Verfassung und Berufung als homo viator korrespondiert. Die Wanderschaft ist das Bild, das das Verständnis des Geheimnisses Christi als Weg erleuchtet, der zum Vater führt. Jesus ist der Weg Gottes auf den Menschen zu und der Weg der Menschen hin zu Gott. Das Gnadenereignis, mit dem Er sich zum Pilger gemacht und sein Zelt unter uns aufgeschlagen hat (vgl. Joh 1,14), verlängert sich im synodalen Weg der Kirche.

 

Die Kirche geht mit Christus, durch Christus und in Christus. Er, der Wanderer, der Weg und die Heimat, schenkt seinen Geist der Liebe (vgl. Röm 5,5), denn in Ihm können wir den „überragenden Weg“ verfolgen (1 Kor 12,31). Die Kirche ist dazu berufen, den Spuren ihres Herrn nachzufolgen bis Er wiederkommt (vgl. 1 Kor 11,26). Sie ist das Volk des Weges (vgl. Apg 9,2; 18,25; 19,9), der in das Himmelreich führt (vgl. Phil 3,20). Die Synodalität ist die historische Form, diesen Weg in Gemeinschaft zu gehen bis zur endgültigen Ruhe (vgl. Hebr 3,7– 4,11). Der Glaube, die Hoffnung und die Liebe leiten und unterrichten die Pilgerschaft der Versammlung des Herrn in der Zuversicht (vgl. Hebr 3,14). Die Christen sind „Fremde und Gäste in dieser Welt“ (1 Petr 2,11), ausgezeichnet mit der Gabe und der Verantwortung, allen das Evangelium des Reiches Gottes zu verkünden.

 

Das Volk Gottes ist bis zum Ende der Zeiten (vgl. Mt 28,20) und bis an die Grenzen der Erde (vgl. Apg 1,8) auf dem Weg. Die Kirche lebt durch den Raum in den verschiedenen Ortskirchen und wandelt durch die Zeit vom Pascha Jesu bis zu seiner parusía. Sie stellt ein einzigartiges historisches Subjekt dar, in dem bereits die eschatologische Bestimmung der endgültigen Einheit mit Gott und der Einheit der menschlichen Familie in Christus präsent und gültig ist. Die synodale Form ihres Weges ist Ausdruck und Förderung der Ausübung der Gemeinschaft in jeder der pilgernden Ortskirchen und zwischen ihnen in der einen Kirche Christi.

 

Die synodale Dimension der Kirche impliziert die Gemeinschaft in der lebendigen Tradition des Glaubens der verschiedenen Ortskirchen untereinander und mit der Kirche von Rom, sowohl in diachroner – antiquitas – als auch synchroner – universitas – Hinsicht. Die Weitergabe und die Aufnahme der Symbole des Glaubens und der Entscheidungen der Orts- und Provinzsynoden sowie im besonderen und universalen Sinn der ökumenischen Konzilien hat in normativer Weise die Gemeinschaft im Glauben ausgedrückt und garantiert, der überall von der Kirche bekannt wird, immer und von allen (quod ubique, quod semper, quod ab omnibus creditum est).

 

Die Synodalität wird von der Kirche im Dienst der Sendung gelebt. Ecclesia peregrinans natura sua missionaria est; sie existiert, um zu evangelisieren. Das ganze Volk Gottes ist Gegenstand der Verkündigung des Evangeliums. In ihm ist jeder Getaufte berufen, Protagonist der Sendung zu sein, denn wir sind alle missionarische Jünger. Die Kirche ist berufen, in der synodalen Synergie die Ämter und Charismen, die in ihrem Leben vorhanden sind, zu aktivieren, um die Wege der Evangelisierung zu erkennen im Hören auf die Stimme des Geistes.

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des Hospitalordens des
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