Stellungnahme der Barmherzigen Brüder

Aufgrund der medialen Berichterstattung zum Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt halten die Barmherzigen Brüder folgende Punkte fest.

 

Finanzierung der Betriebsabgangsdeckung des Krankenhauses

2015 änderte der Burgenländische Gesundheitsfonds (BURGEF) die Finanzierungsmodalitäten für das Krankenhaus, sodass es für dieses nicht mehr möglich war, ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Auf Basis der Bestimmungen des Kooperationsvertrages verpflichtete sich das Land Burgenland jedoch, die jährliche Abgangsdeckung zu übernehmen.

 

Die Auszahlung dieser Gelder wird im Herbst des jeweils folgenden Geschäftsjahres durch den „Intramuralen Rat“ bewilligt. Beschlüsse sind für die Jahre 2015, 2016 und 2017 existent. Die rückständigen Betriebsabgangsdeckungsmittel machen derzeit einen Betrag von 8.986.263,29 Euro für 2015, 10.516.565,48 Euro für 2016 und 13.637.284,78 Euro für 2017 aus – alle Angaben ohne Zinsen. Die Genehmigung des Intramuralen Rates für das Jahr 2018 in der Höhe von 10.082.033,97 Euro steht noch aus.

 

Es wurde jedoch am 19. Juli 2019 eine durch den Landeshauptmann amtssignierte Saldenbestätigung über die Gesamtsumme von 43.222.147,52 Euro übermittelt. Dies bedeutet, dass Forderungen in dieser Höhe anerkannt und akzeptiert sind. Die Gesamtverbindlichkeit des Landes ist seit mehreren Jahren noch immer unberichtigt. Wiederholte Aufforderungen Zahlung zu leisten, blieben bis dato erfolglos. Seitens der Barmherzigen Brüder wurde daher schriftlich eine Frist bis 15. Oktober 2019 zur Begleichung der offenen Betriebsabgangsdeckungsmittel gesetzt, ansonsten wird die Klage eingebracht.

 

 

Zwischenfinanzierung

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt musste, um liquide zu bleiben, einen Kredit in obgenannter Höhe aufnehmen und sowohl diesen Kredit als auch die Zinsen bedienen. Aufgrund der Nichtauszahlung der Gelder entstehen hier neue und für alle Beteiligten vollkommen unnötige Kosten.

 

Es ist gilt festzuhalten, dass

  • Seitens des Krankenhauses Eisenstadt alle Leistungen für die Patientinnen und Patienten im vertraglich vereinbarten Rahmen erbracht wurden,
  • die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stets weiterhin pünktlich bezahlt wurden,
  • Außenstände und Bankzinsen mittlerweile in keinem Verhältnis mehr zum Jahresbudget des Krankenhauses in der Höhe von über 110 Mio. Euro stehen,
  • ohne Auszahlung der Rückstände die betriebswirtschaftliche Situation des Krankenhauses zunehmend schwieriger wird und somit eine Gefährdung des burgenländischen Gesundheitssystems eintreten könnte – zumal das Krankenhaus Eisenstadt rund 40 % der Krankenhausleistungen des Burgenlands erbringt.

 

BURGEF-Prüfung des Krankenhauses

In den letzten Monaten fand eine Prüfung des Krankenhauses Eisenstadt durch den BURGEF statt. Hauptkritikpunkt der Prüfung war, dass das Krankenhaus Eisenstadt Medikamente teurer einkaufe, als dies in den Krankenhäusern der „Burgenländischen Krankenanstalten Gesellschaft m.b.H.“ (KRAGES) der Fall sei. Ermittelt wurde diese „Kennzahl“ anhand des Medikamentenaufwandes und der Bettenzahl.

 

In Österreich sind – wie in den Krankenhäusern der KRAGES – Anstaltsapotheken als Teil der Krankenhäuser weithin üblich. Die Apotheke der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt ist jedoch als eigenständiger Betrieb mit einem vom Krankenhaus unabhängigen Budget organisiert und das Krankenhaus kauft analog zu externen Dienstleistungen wie Küche oder Reinigung Apothekenleistungen zu. Die der Apotheke entstehenden Gesamtkosten (Investition, Lagerhaltung, pharmazeutische Konsilien, Aufbereitung onkologischer Zytostatika, Personal, etc.) sind im Medikamentenpreis eingepreist. Von den Prüfern der Firma BDO wurde in den zum Vergleich herangezogenen Krankenhaus-Apotheken der KRAGES einzig und allein der Medikamentenpreis betrachtet. Sämtliche andere Kosten, die durch eine interne Anstaltsapotheke entstehen, sind offensichtlich in den Personal-, Investitionskosten etc. des jeweiligen Krankenhauses enthalten.

 

Die daraus erwachsenden Differenzbeträge zwischen KRAGES-Medikamentenkosten und Krankenhaus-Eisenstadt-Medikamentenkosten sind somit betriebswirtschaftlich in keiner Weise miteinander vergleichbar und diesbezügliche Vorwürfe vollkommen haltlos. Gewinne der Apotheke der Barmherzigen Brüder Eisenstadt wurden immer ordnungsgemäß versteuert und vom Konvent der Barmherzigen Brüder als Rechtsträger stets in die Erweiterung des Krankenhauses, etwa in die Errichtung einer für PatientInnen, MitarbeiterInnen oder BesucherInnen dringendst notwendigen Parkgarage wieder reinvestiert.

 

 

Strafrechtliche Vorwürfe

Die prüfende Rechtsanwaltskanzlei hat das Prüfgutachten der Firma BDO an die Barmherzigen Brüder übermittelt und im Begleitschreiben darauf hingewiesen, dass das Land Burgenland entsetzt sei, welche Beträge dem Krankenhaus „entzogen“ worden seien und, dass diesbezüglich auch die Prüfung strafrechtlicher Schritte in Aussicht genommen werde.

 

Die Barmherzigen Brüder weisen diese Vorwürfe strikt zurück und halten fest, dass weder eine gesetzliche noch eine vertragliche Norm verletzt worden ist. Vielmehr wurde im Prüfgutachten der BDO nicht auf während des Prüfverfahrens abgegebene Erklärungen des Krankenhauses eingegangen.

 

 

Über das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt

Ein Krankenhaus mit Tradition, seit 1760 im Dienste der Menschen. Das Schwerpunktkrankenhaus mit 420 Betten im nördlichen Burgenland übernimmt die Basis- und Notfallversorgung und erbringt rund 40 % der KH-Leistungen des Burgenlands. 2018 versorgten ca. 1.300 MitarbeiterInnen 22.971 stationäre PatientInnen und 138.745 Ambulanzkontakte.

 

Das Krankenhaus zeichnet eine Vielzahl anerkannter Schwerpunkte aus. Es steht für Kontinuität und Weiterentwicklung im Sinne der optimalen Patientenversorgung und ist Mitglied der Österreichischen Plattform für Patientensicherheit. Es wurde 2014 als erstes Krankenhaus österreichweit für die Implementierung des Qualitätsmanagementsystems pCC KTQ inkl. Risikomanagement nach ONR 49001 zertifiziert und 2017 erfolgreich rezertifiziert.

 

Abteilungen & Institute:

  • Anästhesiologie und Intensivmedizin
  • Chirurgie
  • Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten
  • Innere Medizin I - Kardiologie/Nephrologie
  • Innere Medizin II - Gastroenterologie/Onkologie
  • Institut für Radiologie
  • Institut für Labordiagnostik
  • Institut für Pathologie
  • Kinder- und Jugendheilkunde
  • Neurologie inkl. Stroke Unit
  • Orthopädie und Traumatologie
  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Unfallambulanz in Frauenkirchen

 

Über den Orden der Barmherzigen Brüder:

Die Österreichische Provinz ist eine von weltweit 22 Ordensprovinzen. Die Barmherzigen Brüder sind in 53 Staaten mit über 400 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens auf allen Kontinenten vertreten. Geführt werden die Einrichtungen von weltweit ca. 1.050 Ordensbrüdern gemeinsam mit etwa 62.000 haupt- und 25.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Pro Jahr werden rund 22 Millionen ambulante Kontakte und 1 Million stationäre PatientInnen versorgt.

 

In der Österreichischen Ordensprovinz mit Standorten in Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei betreiben die Barmherzigen Brüder gemeinsam mit über 8.530 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an rund 30 Standorten zwölf Krankenhäuser sowie zahlreiche weitere Sozial- und Gesundheitseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheime, Lebenswelten für Menschen mit Behinderungen, eine Therapiestation für Drogenkranke, Hospize oder Kur- und Wellnesseinrichtungen. 2018 erfolgten in den österreichischen Einrichtungen 146.695 stationäre Aufnahmen, 602.194 ambulante Patientenkontakte und 52.962 Operationen.

 

Nach dem Vorbild des Ordensgründers, des hl. Johannes von Gott (1495-1550), betreuen die Barm-herzigen Brüder Menschen ohne Ansehen der Herkunft, Religion, des Geschlechtes oder des sozialen Status und wollen nach ihren Möglichkeiten für alle Hilfesuchenden verfügbar sein. Ein Kennzeichen des Ordens ist der Versuch, innovative Antworten auf drängende Probleme im Gesundheits- und Sozialbereich zu geben und sich diesen mit Professionalität und christlichen Grundwerten zu widmen.

Johannes von Gott-Platz 1
7000 Eisenstadt
Telephone: 0043 2682 601-0
Fax: 0043 2682 601-1099

Logo Apotheke

Wir sind Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universitäten:

 

Logo Medizinische Universität Graz   

Logo Medizinische Universität Wien

  • mail.png
  • facebook.png

KRANKENHAUS
der Barmherzigen Brüder Eisenstadt
Johannes von Gott-Platz 1
7000 Eisenstadt
 
Telefon: 0043 2682 601 0
Fax: 0043 2682 601 1099

Display: