23. September: Tag der Gehörlosen Elisabethinen-Krankenhaus setzt ein Zeichen:

2020 eröffnete das Elisabethinen-Krankenhaus als erstes Spital in Kärnten eine Gehörlosenambulanz. Wichtigstes Ziel der Initiatoren ist es, für gehörlose, hörbeeinträchtigte und schwerhörige Menschen einen einfachen Zugang zu medizinischen Leistungen zu schaffen. Der Tag der Gehörlosen am 23. September bietet einen Anlass, um auf die erste medizinische Einrichtung für Menschen mit Hörbehinderung aufmerksam zu machen. Mit dem Ausbau des medizinischen Netzwerks durch die Einbindung weiterer FachärztInnen, hat man sich bereits weitere Ziele für das kommende Jahr gesteckt.

 

Barrierefreier Zugang zur Medizin Im Bundesland Kärnten leben rund 500 Menschen mit einer Hörbehinderung. Gehörlos, taub oder hörbeeinträchtigt zu sein, bedeutet im Alltag mit zahlreichen Hürden konfrontiert zu sein. Insbesondere bei Arztbesuchen oder Krankenhausaufenthalten kann es zu Verständigungsproblemen kommen. Für Betroffene ist es deshalb eine enorme Hilfe, wenn Pflegepersonal und ÄrztInnen in der Gebärdensprache mit ihnen kommunizieren können.

Die erste Gehörlosenambulanz in Kärnten wurde im Juni 2020 im allgemein öffentlichen Krankenhaus der Elisabethinen in Klagenfurt eröffnet.  Mit der Einrichtung der Ambulanz legte das Krankenhaus den PatientInnen in Kärnten eine Brücke zu optimaler medizinischer Betreuung und Behandlung. „Gehörlosen Menschen wird mit der Ambulanz die Möglichkeit gegeben, medizinische Hilfestellung und Aufklärung in Österreichischer Gebärdensprache in Anspruch zu nehmen und somit selbstbestimmt über gesundheitliche Maßnahmen entscheiden können“, schildert der Initiator und Vorstand der Abteilung für Innere Medizin Prim. Dr. Hans Jörg Neumann, MSc. „Durch den besseren kommunikativen Zugang zu medizinischen Leistungen, können Erkrankungen frühzeitig entdeckt werden.“

 

 

 

Diagnose und Therapie ohne SprachbarrierenDas Leistungsspektrum der Ambulanz in den Räumlichkeiten des Ordenskrankenhauses geht heute weit über die Beratung und Betreuung bei Gesundheitsfragen und die rein allgemein medizinische Versorgung hinaus. „Wir kümmern uns um die Betreuung von Diabetes-Patienten, führen Blutdruckeinstellungen, Magen- und Darmuntersuchungen durch und behandeln akute und chronische Erkrankungen. Zusätzlich bieten wir in Kooperation mit der Gesundheitskasse Gesundenuntersuchungen für betroffene Menschen an.

 

Das Besondere an der in Kärnten einzigartigen Einrichtung für hörbeeinträchtige Menschen ist, dass während der Ambulanzzeiten eine für Gehörlose begleitende Dolmetscherin zur Verfügung steht. Diese sorgt für die reibungslose Kommunikation während der Behandlung der Ärztinnen Dr. Claudia Tonauer und Dr. Sonja Pliemitscher von der Abteilung für Innere Medizin. „Durch den Dolmetsch gibt es keine sprachlichen Barrieren und man erlangt beidseitig ein viel besseres Verständnis der medizinischen Bedürfnisse und der Leistungen“, beschreibt Dr. Claudia Tonauer, die gerade dabei ist die Gebärdensprache zu erlernen. Terminvereinbarungen in der Ambulanz werden per SMS oder Mail entgegen genommen.

 

Die Gehörlosenambulanz in Klagenfurt hat sich in den 15 Monaten ihres Bestehens zu einer wichtigen und gefragten professionellen medizinischen Einrichtung für gehörlose, ertaubte und schwer hörbeeinträchtigte Menschen entwickelt.
 
Am Bild : Prim. Dr. Hans Jörg Neumann, MSc, Dagmar Schnepf vom Gehörlosenverband Kärnten, Dr. Claudia Tonauer  und Dolmetscherin Eva Sacherer

 

Netzwerk vergrößern und Angebot weiter ausbauen Die Gehörlosenambulanz in Klagenfurt hat sich in den 15 Monaten seit ihres Bestehens zu einer wichtigen und unverzichtbaren professionellen medizinischen Einrichtung für Menschen mit einer Hörbehinderung entwickelt. Ziel ist es das Angebot noch weiter auszubauen. Unterstützung gibt es vom Gehörlosenverband Kärnten mit Leiterin Dagmar Schnepf. Gemeinsam mit Prim. Dr. Neumann will man mittelfristig das medizinische Netzwerk auszubauen, um eine noch stärkere interdisziplinäre Behandlung und Betreuung zu ermöglichen. „Konkret bedeutet dies, dass niedergelassene ÄrztInnen unterschiedlichster Fachrichtungen in ein gemeinsames Netzwerk rund um die Gehörlosenambulanz der Elisabethinen eingebunden werden sollen“, gibt Internist Prim. Dr. Neumann Einblicke in die aktuellen Entwicklungen und Verhandlungen. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass den gehörlosen Menschen mit der Ambulanz und dem vergrößerten Netzwerk eine niederschwellige Anlaufstelle für sämtliche medizinischen Anliegen zur Verfügung steht.

 

 

Wertvoll und unverzichtbar Die Erfahrungen des Gehörlosenverbandes Kärnten zeigen die dringende Notwendigkeit einer auf Gehörlose ausgerichteten, medizinischen Versorgung. „Eine Gehörlosenambulanz bedeutet für uns der erste Schritt in ein selbstbestimmtes Leben und den Vorteil direkt und ohne Umwege mit dem Arzt und Pflegepersonal kommunizieren zu können“, resümiert Dagmar Schnepf, Leiterin des Gehörlosenverbands Kärnten.

Das Elisabethinen-Krankenhaus wird in Kooperation mit dem Orden der Barmherzigen Brüdern in Österreich geführt. Bei den Barmherzigen Brüdern wird besonderes Augenmerk auf die Bedürfnisse von gehörlosen Patienten gelegt. Mittlerweile gibt es vier Gehörlosenambulanzen in Wien, Salzburg, Graz und Linz.

In Österreich sind 260.000 Menschen hörbeeinträchtigt und etwa 10.000 gehörlos.

 

Prim. Dr. Hans Jörg Neumann, MSc, Dagmar Schnepf vom Gehörlosenverband Kärnten, Dr. Claudia Tonauer  und Dolmetscherin Eva Sacherer

GehörlosenambulanzÖffnungszeiten Mittwoch 09:30–12:30 Uhr

Terminvereinbarungen sind wie folgt möglich

Per Mail: gesundheitsberatung@ekh.at

Per SMS: 0664 888 90 890 (Dr. Claudia Tonauer) Per Fax: 0463 5830 DW 2020

 

Weitere Details zur Gehörlosenambulanz finden Sie hier:

https://www.barmherzige-brueder.at/site/ekh/medizinpflege/gehoerlosenambulanz

 

 

Erfüllung der UN Sustainable Development Goals (SDG)

Mit den Bemühungen rund um die Gehörlosenambulanz trägt das Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt  auch zu  3 der insgesamt 17 „Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen bis 2030“ (SDGs) bei. Diese definieren das Erreichen von globalen und nachhaltigen Zielen.

 

 

 

Ziel 3

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

 

 

Ziel 5

Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

 

Ziel 10

Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

 

Völkermarkter Straße 15-19
9020 Klagenfurt am Wörthersee
Telephone: 0043 463 5830-0
Fax: 0043 463 5830-2060
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Das Bild zeigt das EMAS-Zertifikat des Elisabethinen Krankenhauses in Klagenfurt.  Kurier Nachhaltigkeitssiegel

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A.ö. Krankenhaus der Elisabethinen Klagenfurt GmbH
Völkermarkter Straße 15-19
9020 Klagenfurt am Wörthersee

 

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