Den Krampfadern im Herbst und Winter Beine machen

Der Herbst und Winter sind von vielen Menschen die bevorzugten Jahreszeiten, um den lästigen blauen Äderchen oder stärkeren Krampfadern den Kampf anzusagen, obwohl die operative Behandlung das gesamte Jahr über möglich ist, weiß Venen-Expertin und Chirurgin Dr. Christiane Dreschl, MBA.

 

 

„Schluss mit kurzer Hose oder Kleid“: Das denken sich viele, wenn sie Hautveränderungen und bläuliche Flecken an den Beinen entdecken. Was oft als kosmetisch unschön empfunden wird, kann aber bereits ein Hinweis auf eine Venenerkrankung sein. Jede zweite Frau und jeder dritte Mann leiden an einer chronisch-venösen Insuffizienz.

 

Krampfadern (Varizen) sind in Österreich eine Volkskrankheit, die sowohl bei Frauen als auch bei Männern in unterschiedlich starken Ausprägungen auftritt. Diese reichen von zarten blauen in der Haut gelegenen netzförmigen Äderchen, den so genannten Besenreiservarizen, bis hin zu deutlich sichtbaren fingerdicken geschlängelte Venen. In den Venen finden sich Venenklappen, die einen Ventilfunktion besitzen. Sie regulieren den Blutfluss in den Beinvenen. Nimmt die Elastizität dieser Blutgefäße ab, kommt es zur Ausweitung derselben und die Venenklappen schließen nicht mehr optimal. Dadurch entsteht vor allem im Stehen ein deutlicher Rückstau des Blutes in den Beinvenen. Durch die Erhöhung des Blutdruckes in den Venen weiten sich diese aus und wölben sich verdickt vor und werden als sogenannten Seitenastvarizen sichtbar.

 


Genetische Veranlagung und Life -Style„Die Entstehung von Krampfadern wird durch Faktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel oder hormonelle Veränderungen wie bei Schwangerschaften begünstigt“ beschreibt die Chirurgin Dr. Christiane Dreschl, MBA. In vielen Fällen ist die Entwicklung von Varizen auch genetisch bedingt – sodass auffallend viele Personen in einer Familie an Krampfadern leiden. Varizen können aber beispielsweise auch nach tiefen Venenthrombosen oder häufigen Venenentzündungen entstehen.

 


Beschwerden ernst nehmenDie ersten Symptome für eine Venenschwäche sind schwere und müde Beine und sichtbare Veränderungen an der Haut wie Besenreiservarizen, retikuläre Varizen und Hautverfärbungen am Unterschenkel. Das Hervortreten von geschlängelten Venen ist weiter typisch für die Venenerkrankung. Häufig treten auch nächtliche Wadenkrämpfe, Unterschenkelschwellungen und Juckreiz an der Haut der Beine auf.

 


Die Vorteile einer Venen-OP in der kalten JahreszeitViele Betroffene kommen allerdings erst in fortgeschrittenen Stadien zum/zur ÄrztIn. Aus diesem Grund sollte ein Krampfadernleiden nicht auf die leichte Schulter genommen, sondern rechtzeitig und nachhaltig effektiv behandelt werden, appelliert Dr. Dreschl. Betroffene sollten unbedingt zur Abklärung eine/n ÄrztIn aufsuchen, um dann die Behandlung durchzuführen – idealerweise im Herbst oder Winter. „Bei vielen PatientInnen haben sich die Beschwerden durch die Sommerhitze oftmals verstärkt“, so Dreschl und ergänzt die Vorteile einer Behandlung in der kühleren Jahreszeit: „Die Nachsorge mit Kompressionsstrümpfen bei niedrigen Temperaturen ist weniger. belastend.“

 


Unbehandelt zum „offenen Bein“Die Folgen eines unbehandelten Krampfadern-Leidens sind bräunliche Verfärbungen und Veränderungen der Haut an den Unterschenkeln, die Entstehung von ausgeprägten Venenpölster mit der Gefahr einer starken Blutung bei Verletzung, Entzündungen der Krampfadern und das erhöhte Risiko eine tiefen Beinvenenthrombose zu erleiden. Gefürchtet sind schließlich bei massiv ausgeprägten Hautveränderungen das Auftreten von schlecht heilenden Wunden, den chronischen Unterschenkelgeschwüren. „Die rechtzeitige Behandlung Betroffener, kann die unangenehmen Folgen von Krampfadern, wie zum Beispiel das offene Bein, vermeiden", weiß Dr. Christiane Dreschl, MBA.

 


Diagnostik und TherapieIm Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt, dessen chirurgische Abteilung seit knapp 25 Jahren anerkanntes Zentrum für Venenleiden ist, wird nach einer sorgfältigen Untersuchung besonderes Augenmerk auf die stadiengerechte Behandlung der Venenerkrankung gelegt. Die Untersuchung der Wahl ist eine Ultraschalluntersuchung der Beinvenen. Zusätzlich werden Untersuchungen, die den Abstrom des Blutes über das tiefe Venensystem messen und die Funktion der Venenpumpen der Beine darstellen, durchgeführt. Die empfohlene Therapie richtet sich nach der Ausprägung der Beschwerden und der Ausprägung der Erkrankung. Oft sind eine konservative Therapie mit Venentherapeutika und das Tragen von Kompressionsstrümpfen nicht mehr ausreichend und es wird den PatientInnen die Operation empfohlen.
Bei Komplikationen wie Varizenblutung oder oberflächliche Venenentzündungen ist die operative Therapie nahezu unausweichlich.

 

EOA Dr. Christiane Dreschl, MBA

EOA Dr. Christiane Dreschl, MBA rät zur Untersuchung: Mittels Ultraschall kann die Durchgängigkeit der Venen und die Funktion der Venenklappen überprüft werden.

 


Venen operieren, aber wie?Im Elisabethinen-Krankenhaus werden zwei Operationsmethoden angeboten. Bei der klassischen Stripping-Operation wird über einen kleinen Schnitt in der Leiste die sogenannte große Rosenvenen abgesetzt und mit Hilfe einer Sonde, die in das Blutgefäß eingeführt wird, entweder teilweise oder auf der gesamten Länge bis zum Innenknöchel entfernt. Die Seitenästen werden anschließend über kleinste Hautschnitte herausgezogen. Die Alternative zur chirurgischen Entfernung der Leitvenen ist das Verfahren der sogenannten endoluminalen Varizentherapie – der Radiofrequenzobliteration (RFO). Das Prinzip basiert auf einer starken Wärmeanwendung. Eine schmale Sonde wird ultraschallgezielt in die kranke Stammvene eingeführt und in die Leiste vorgeschoben. Die Verödung durch Hitze verursacht eine Schrumpfung bzw. das Zusammenziehen der Vene bis dies zum Verschluss derselben führt. „Die Methode ist sehr gewebeschonend. Es entstehen weniger Blutergüsse. Die Behandelten haben weniger Schmerzen, dadurch eine kürzere Genesungszeit, eine kürzere Tragedauer der Kompressionsstrümpfe und können rascher in den Berufsalltag zurückkehren“, zählt Chirurgin und Erste Oberärztin Dr. Christiane Dreschl die Vorteile der der RFP-Behandlung auf. Auch übergewichtige Personen und PatientInnen mit Durchblutungsstörungen profitieren von diesem Verfahren.
Der Eingriff wird in einer kurzen Allgemeinnarkose, in Spinalanästhesie, oder auch in örtlicher Betäubung durchgeführt.

 


Venen-Operation: „Ambulant“ oder stationär?Beide Operationsmethoden werden sowohl tageschirurgisch als auch stationär durchgeführt. Die Möglichkeit, sich an der Tagesklinik behandeln zu lassen, wird vom Großteil der zu Operierenden gerne angenommen, um sich danach in der gewohnten häuslichen Umgebung vom Eingriff erholen zu können. Ob eine Venen-Operation stationär oder „ambulant“ durchgeführt wird, entscheidet der/die OperateurIn zusammen mit dem/der AnästhesistIn. Man verschafft sich bei einem Aufklärungsgespräch in der Venen-Ambulanz mit eingehender klinischer Untersuchung einen Eindruck vom/von der PatientIn. Ist die Person frei von schwerwiegenden Nebenerkrankungen beispielsweise an Herz oder Lunge und ist zu Hause eine Betreuung durch eine erwachsene Person in den ersten Stunden nach der Operation gewährleistet, dann ist eine Behandlung an der Tageschirurgie Sankt Elisabeth möglich.

 


NachbehandlungPostoperativ erhält der/die PatientIn einen Kompressionsverband am operierten Bein, der nach einigen Tagen abgenommen wird. Danach ist es empfohlen, Kompressionsstrümpfe in der Regel über vier bis sechs Wochen zu tragen. Die Kompressionsbehandlung wirkt als Thromboseprophylaxe, hemmt die Entstehung von großen Blutergüssen und wirkt auch entzündungshemmend. Zur raschen Genesung trägt auch eine rasche Mobilisierung bei.

 


Praktische Tipps – „sich Venen-fit zu halten
Man kann viel tun, um Venenerkrankungen vorzubeugen:

  • Flache, bequeme Schuhe; diese aktivieren die Muskel- und Venenpumpen.
  • Bewegung ist das A und O bei der Vorbeugung und auch der Behandlung von Venenleiden. Nordic Walking, Radfahren, Wandern, Schwimmen und Skilanglauf sind – neben Beingymnastik – besonders geeignet.
  • Alkohol und Nikotin schwächen die Venen.
  • Eine ausgewogene, vitamin- und ballaststoffreiche aber salzarme Ernährung kommt auch den Venen zugute.
  • Bei Venenleiden auf Sonnenbäder und heiße Vollbäder verzichten

A.ö. Krankenhaus der Elisabethinen Klagenfurt GmbH
Völkermarkter Straße 15-19
9020 Klagenfurt am Wörthersee

 

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Fax: 0043 463 5830 2060

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