Hüft-OP: Die Kunst der kleinen Schnitte

 

Bei der sogenannten AMIS-Hüft-OP im Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt werden primäre Hüftprothesenoperationen fast ausschließlich ohne größere Schnitte durchgeführt.

Die AMIS-Technik reduziert das Komplikationsrisiko und der Eingriff ist schonender für die Patienten. Diese können schon kurz nach dem Eingriff wieder voll belasten und sind innerhalb kürzester Zeit wieder fit.

Primarius Dr. Manfred Kuschnig, Medizinischer Direktor und Vorstand der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie am Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt über die Kunst der kleinen Schnitte bei der AMIS-Hüft-OP.

 

 

AMIS-Methode beschleunigt Hüftoperationen Der künstliche Gelenkersatz der Hüfte  gilt als eine der erfolgreichsten Operationen überhaupt: Bei sehr hoher Patientenzufriedenheit ist die Komplikationsrate niedrig. Die AMIS-Hüft-OP, ist dabei eine spezielle, gewebeschonende Hüftoperationstechnik. AMIS steht dabei für „anterior minimal invasive surgery“ und bedeutet, dass die Operation ohne Schädigung von funktionellem Gewebe wie Muskeln, Sehnen, Nerven etc. durchgeführt wird. In der Leistenregion des Menschen gibt es eine natürliche Muskellücke. Dieser Zugangsweg ist seit langem bekannt,(1891 Carl Hueter), wurde damals aber noch nicht zum Einbau von Implantaten verwendet. Ausgangspunkt für die AMIS Methode ist Frankreich verbunden mit Chirurgen wie F. Laude, T Siguier und J.Matta in den USA. Es wird dieses natürliche  Muskelintervall genützt um die Prothese einzusetzen

 

Über einen kleinen Hautschnitt (5 bis maximal 10 cm) an der Oberschenkelvorderseite wird schließlich die künstliche Hüfte beim in Rückenlage liegenden Patienten eingesetzt – ein anatomisch logischer und sehr schonender Weg.

 

Insbesondere die Glutealmuskulatur, der „Motor der Hüfte“ bleibt so ohne Schädigung erhalten. Der Patient wird nach erfolgter Hüft-OP nach der AMIS-Methode noch in der Überwachungsstation mobilisiert (Querbettsitzen, Stehversuch, erste Schritte). Die erste postoperative Gangschulung findet am ersten Tag nach der Operation statt.

Durch die AMIS Methode konnte in den vergangenen Jahren der stationäre Aufenthalt im Krankenhaus, das heißt die „Liegedauer“ auch ohne großen Druck auf die Patienten deutlich verkürzt werden. Das liegt auch an der Schonung der Gesäßmuskulatur im Rahmen der OP. Die Patienten leiden unter deutlich weniger Beschwerden und können de facto ab dem ersten postoperativen Tag vollbelastend mobilisiert werden.

Aus Sicherheitsgründen und um ein risikofreies Einheilen des Knochens in das Titanimplantat zu gewährleisten empfehlen wir für sechs Wochen die Verwendung von Unterarmstützkrücken, insbesondere im Freien und bei weiteren Wegstrecken.

 

 

Schneller wieder mobilZu den Vorteilen der AMIS Methode zählen:

 

  • geringen Blutverlust während und nach der Operation
  • geringere Schmerzen nach dem Eingriff
  • Verkürzung der Genesungszeit und Remobilisationszeit, schnellere Rückkehr in den Alltag
  • verkürzter Krankenhausaufenthalt
  • deutlich geringeres Luxationsrisiko (Instabilität des Kunstgelenks) postoperativ
  • deutliche Verringerung der postoperativen Komplikationen  ( z.B. Nervenschäden, Blutungen etc.)
  • bessere Krafteinleitung beim Gehen, verbessertes Schrittmaß
  • Verringerung von in Gelenknähe auftretenden Verknöcherungen

durch das deutlich geringer Muskeltrauma

 

 

Gründe für die Behandlung und OP-VorbereitungEine übermäßige Arthrose des Hüftgelenks ist bei etwa 90 Prozent der Patienten der Grund für den Einbau einer künstlichen Hüfte. Weitere Gründe für die Operation können Femurkopfnekrosen, das sind Erkrankungen, bei der ein Teil des knöchernen Oberschenkelknochenkopfes abstirbt, Zustände nach Verletzungen, Fehlbildungen der Hüftgelenkpfanne (Dysplasien) mit nachfolgender Hüftarthrose etc. sein.

Nach der Indikationsstellung zur Operation, wird der Patient in einem Vorbereitungsprogramm auf die Operation vorbereitet.

Dazu gehören die Vorstellung beim Anästhesiologen zur Planung des Narkoseverfahrens, zur Planung des patient blood managements und der Schmerztherapie, ggf. Delirprophylaxe bei geriatrischen Patienten. Zusätzlich werden Röntgenbildern zur präoperativen Planung der Implantation angefertigt (in einigen Fällen auch Computertomograph-Aufnahmen).

Die präoperative Phase sieht auch eine Vorstellung beim Physiotherapeuten vor, um bei Bedarf schon vor der OP mit Heilgymnastik zu unterstützen bzw. zum korrekten Erlernen des Krückenganges.

 

Hüftgelenk

 

Hohe Ansprüche und geringe KomplikationsrateDer Einbau künstlicher Hüftgelenke ist eine der erfolgreichsten Operationen in der Medizin, die Zufriedenheit ist hoch. Das passt zu den steigenden Ansprüchen und das hohe Aktivitätsniveau der Betroffenen mit künstlichen Gelenken. Viele Patienten erwarten nach einer derartigen Operation ihre Freizeitaktivitäten uneingeschränkt wie vor der Erkrankung weiter betreiben zu können. Im Hinblick auf die Belastung von Kunstgelenken empfehlen wir „Low-impact“-Sportarten, wie Wandern, Schwimmen und Radfahren.

 

Prinzipiell ist AMIS eine Erfolgsgeschichte, für Patienten und Ärzte. Aus Sicht von uns Orthopäden und Traumatologen hat die Methode nur einen Nachteil – man muss es erlernen. Das Lernen der Theorie muss von praktischen Übungen (Besuch in einem Learning Center für Ärzte, wie jenem im Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt) bis hin zur Begleitung bei den ersten Operationen durch einen erfahrenen AMIS-Chirurgen erfolgen.

 

A.ö. Krankenhaus der Elisabethinen Klagenfurt GmbH
Völkermarkter Straße 15-19
9020 Klagenfurt am Wörthersee

 

Tel. 0043 463 5830 0
Fax: 0043 463 5830 2060

Display: