Nähe und Fürsorge

Unser Seelsorgeteam ist in Pandemiezeiten besonders gefordert!

 

Seit mehr als einem Jahr begleitet uns die Pandemie von Covid-19 im Krankenhaus. In der Seelsorge waren wir fast durchgängig in der Begleitung von Patienten und PatientInnen am Krankenbett zugegen. Es hat sich im Alltag des Krankenhauses im Laufe des letzten Jahres einiges verändert. Am Beginn der Pandemie stand für mich wahrnehmbar, eine gewisse Schockstarre und die Frage:  Wie sollen wir im Gesundheitssystem agieren? 

Es folgte ein Abwägen zwischen der Sicherheit für Patienten und Mitarbeiter und der Gewährleistung eines möglichst ‚normalen‘ Krankenhausbetriebes. Die Ungewissheit, wie sich die Pandemie wohl weiterentwickeln würde, war und ist ein ständiger Begleiter. Kranke Menschen durften und dürfen nur sehr eingeschränkt Besuche Ihrer Lieben erhalten. 

 

Als Krankenhausseelsorgerinnen ist es uns immer möglich gewesen unsere Patienten und Patientinnen zu begleiten, wenn auch mit einigen Einschränkungen. Zuhören, die Ängste und Sorgen von Menschen wahrnehmen, dafür sind wir auch in dieser Situation da. Aufgrund von Abstandsregeln und dem Tragen von Masken ist ein normales Zugehen, wie wir es bis jetzt gewöhnt waren, nicht möglich. Ich stellte mir immer wieder die Frage: ‚Wie muss es sich anfühlen plötzlich an der Stelle dieses Patienten oder jener Patientin zu sein, abgeschnitten von zu Hause mit einer vielleicht schweren Diagnose oder Krankheit? Eine schwere Aufgabe Menschen in so einer Situation zu begleiten, in der Familienmitglieder fast unersetzbar sind.

 

An den Grenzen des Lebens in Zeiten der Pandemie, tröstend zur Seite stehen -  wie soll das gehen? Die Hygienevorschriften einhalten, sich selber nicht anstecken, und niemanden zu Hause oder auch auf den Stationen anstecken? All das waren Fragen, die mich gerade am Anfang der Pandemie begleiteten.

 

Die Nähe und Sorge für den Nächsten waren für mich immer wichtig. In Zeiten der Pandemie bekam die Begleitung als Seelsorgerin noch einmal einen anderen Stellenwert. Ich versuche dem Menschen, der mir im Hier und Jetzt gegenüber ist, das Gefühl von Nähe und Für-Sorge zu vermitteln.

 

„Ich bin Dir jetzt nahe, Du bist jetzt in der Zeit, wo ich bei Dir bin, nicht alleine.“

 

„Ich will für Dich jetzt Sorge tragen. Deine Sorge findet, wenn Du es möchtest bei mir ein offenes Ohr.“

 

Es bedarf ein hohes Maß an Präsenz, um dies dem Patienten, der Patientin zu vermitteln, wenn Distanz aufgrund von Hygienevorschriften oftmals Vorrang hat.

Gerade auf der Covid-Station wurde dies für mich besonders sichtbar. Die Stimme und der Augenkontakt waren mein einziges Instrument um Kontakte aufzubauen. Menschen sind nicht ansprechbar, nehmen aber trotzdem ihre Umgebung war. Der Schweizer Krankenhausseelsorger ‚Theophil Spoerri‘, den ich bei einem Seminar kennenlernen durfte, schrieb in einem Buch folgenden Satz: „Wenn Worte fehlen, findet sich vielleicht ein Lied“. Gerade in der Adventszeit griff ich oftmals darauf zurück, ein Lied anzustimmen. Ich spürte, wie ein scheinbar nicht ansprechbarer Mensch reagiert und ‚ansprechbar‘ wird. Das sind beglückende Momente.

 

Auch auf den Normalstationen mehrten sich Gespräche, in denen wir Anprechpartnerinnen für Gesprächsinhalte waren, die im Grunde innerhalb der Familie besprochen werden sollten.

 

Die Sterbebegleitungen im Haus waren auch unter anderen Vorzeichen, wie bisher machbar. Auf den Normalstationen durften und dürfen Familienangehörige vereinzelt und in sehr kleinen Gruppen ins Haus kommen. Angehörige, die ich in dieser Zeit kennenlernte, kontaktierten mich im Anschluss an die Begleitung, oft telefonisch oder per Mail und suchten das Gespräch.

 

Für unsere Mitarbeiter war und ist diese Zeit eine spezielle Herausforderung und ich bewunderte ihre Einsatzbereitschaft im Dienst am Patienten. In Begegnungen kamen Ängste, Sorgen und auch viele Fragen  zur Sprache und ich bin dankbar für das Vertrauen das mir entgegenbracht wurde.

 

Alles in allem eine herausfordernde Zeit, in der Teamarbeit vieles möglich macht.

 

Barbara Schneider

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365 Zeugnisse
Der gelebten Gastfreundschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

Umwelterklärung

 

 

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