Innere Medizin

Vorsorge

 

Dickdarmkrebs ist in den Ländern Mittel- und Nordeuropa und auch Nordamerika zur häufigsten Krebserkrankung geworden. In Österreich erkranken ca. 5300 Menschen pro Jahr an dieser bösartigen Krankheit, wobei mehr als die Hälfte leider daran sterben.


Besonders bedenklich ist die rasche Zunahme dieser Krebsart in den letzten Jahren in fast allen „hochzivilisierten“ Ländern.
Diese Zunahme ist sicher auf unsere „moderne“ Ernährung mit zu hohem Fettanteil, zu starker Proteinzufuhr (besonders „rotes“ Fleisch wie Schwein und Rind), zu viel gebratene und frittierte Lebensmittel (krebserregende Stoffe), und viel zu geringer Ballaststoffzufuhr mit daraus resultierender Darmträgheit zu erklären.
In sogenannten „Entwicklungsländern“ ist Darmkrebs faktisch unbekannt.
Dabei wäre gerade Darmkrebs vermeidbar oder zumindest zu 100 % zu heilen, würde die Diagnose oder entsprechende Untersuchung rechtzeitig erfolgen.

Beim Dickdarmcarcinom handelt es sich meist (bis auf eher seltene erbliche Formen) um eine Erkrankung, die langsam aus einer Vorstufe, den sogenannten Darmpolypen entsteht.
Diese Polypen sind an sich noch gutartige  („pilzförmige“) Neubildungen der Darmwand, die dann erst (meist ausgehend vom „Pilzkopf“) langsam eine sogenannte Zellunruhe (Dysplasie) entwickeln, bevor ihre Zellen entarten

(„bösartig werden“), um dann auf den „Stiel“ des Polypen und die angrenzende Darmwand übergreifen.
Bis zu diesem Zeitpunkt merkt der Patient meist nichts, erst sehr spät kommt es zu Symptomen, wie sichtbares Blut im Stuhl oder Bauchschmerzen, Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung oder Müdigkeit und Gewichtsverlust.
Dann ist jedoch die Krankheit meist schon fortgeschritten, und eine Heilungsschance auf  unter 20 % gesunken.
 
Das Risiko zu erkranken beginnt ab dem 40. bis 45. Lebensjahr rasch anzusteigen und erreicht im 6. bis 7. Lebensjahrzehnt seinen Höhepunkt.
Das individuelle Risiko ist besonders hoch (schon in jüngeren Jahren), wenn ein erstgradiger Verwandter (Elternteil, Geschwister) an Darmkrebs erkrankt ist.
Wie oben geschildert, kann jedoch bei dieser sich langsam (über Jahre) entwickelnden Erkrankung, bei rechtzeitiger Untersuchung auch ohne Operation eine vollständige Heilung herbeigeführt werden.
 
Bei der Darmspiegelung (Coloskopie) können die Vorstufen (Polypen) gleich während der Untersuchung schmerzlos entfernt und die geschilderte weitere Entwicklung der Erkrankung verhindert werden. Der Patient ist damit geheilt.

Nach der Zahl der gefundenen Polypen und dem Ergebnis der histologischen Untersuchung des (der) abgetragenen Polypen entscheidet sich, wann eine Kontrollcoloskopie erfolgen soll (nach einem oder zwei Jahren).

Hat sich bei der Kontrolle kein neuer Polyp gebildet, könne die weiteren Kontrollen in 5-jährigen Abständen erfolgen.
(Bei Darmkrebsoperationen ist das Nachsorgeschema anders!)

Die Basis der Vorsorge ist die Ernährung (der ganzen Familie, besonders auch der Kinder).     

  • Reichlich frisches Gemüse, Salat und Obst
  • Hoher Gehalt der Nahrung an Ballaststoffen (Getreideprodukten, Vollkornmehl); (Vermeidung „hochaufgeschlüsselter“ Lebensmittel wie Weißbrot etc.)
  •  „Günstige“ Kohlenhydrate wie z.B. Reis
  • Wenig Fett (und wenn, dann Pflanzenfette wie Olivenöl)
  • Wenig tierische Produkte (besonders wenig „rotes“ Fleisch wie Schwein oder Rind)
  • Eher Fisch als Fleisch (Fleisch sollte maximal zwei mal pro Woche, und dann als „weißes“ Fleisch wie Huhn oder Pute genossen werden)
  • Möglichst keine Wurstwaren (hohe Fettanteil + „rotes“ Fleisch)
  • Möglichst keine frittierten Lebensmittel oder in Fett gebratene Speisen.
  • Wenig Süßigkeiten (führt zu Obstipation)

Viel körperliche Bewegung (fördert Darmtätigkeit) und viel „einfache“, zuckerfreie Flüssigkeit (Wasser, Mineralwasser, Tee)

 

Stuhlprobe auf okkultes Blut (sog. Haemoccult-Test )
Ab dem 40. Lebensjahr (im Rahmen der Gesundenuntersuchung) 1 x pro Jahr.
Leider ist auch ein Test mit drei Stuhlproben, der unauffällig verläuft, keine Garantie für „Darmkrebsfreiheit“ oder „Polypenfreiheit“, sollte jedoch dabei occultes Blut entdeckt werden, so ist eine darauffolgende Darmspiegelung unbedingt notwendig.

 

Coloskopie (Darmspiegelung)

Die sicherste Methode der Untersuchung ist die Spiegelung des gesamten Dickdarms. Dabei kann die gesamte Schleimhaut nicht nur untersucht werden, es können aus verdächtigen Stellen (völlig schmerzfrei) Gewebeproben entnommen oder schon vorhandene Polypen abgetragen werden.

In Deutschland ist diese Untersuchung ab dem 50. Lebensjahr alle 5 Jahre Bestandteil der Gesundenuntersuchung.

 

Wann sollte eine Coloskopie als Vorsorge gemacht werden?

  • Ab dem 50. Lebensjahr alle fünf Jahre
  • Bei positivem „Haemoccult-Test“
  • Bei erhöhtem erblichen Risiko (Eltern oder Geschwister an Darmkrebs erkrankt)
  • Im Rahmen der Nachsorge (nach Polypenabtragung oder Darmkrebsoperation)
  • Bei Beschwerden (Verstopfung oder Durchfall, der länger besteht, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust)
  • Zur Abklärung anderer Befunde (Blutarmut, Eisenmangel)

Keine Angst vor der Coloskopie! Diese Untersuchung hat mit Sicherheit in den letzten Jahren ihren Schrecken verloren und kann Ihr Leben retten!

                                     

 

 

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