Charismatisches Management

Unsere Managementgrundsätze

In den Einrichtungen der Barmherzigen Brüder sollen den uns Anvertrau­ten und unseren MitarbeiterInnen neben fachlicher Professionalität vor allem auch Angenommen-Sein und Gebor­genheit vermit­telt werden. Wir können bei diesem Anliegen aber den Ordensstifter Johannes von Gott (1495-1550) nicht einfach kopieren, denn Zeit, Ort und Gesellschaft haben sich grundlegend gewandelt.

 

Es gilt vielmehr, sein Vorbild, seine Hospitalität weiterzuentwickeln und zeitgerecht zu interpretieren. Dies ist nicht die alleinige Aufgabe der Brüder und auch nicht die alleinige Aufgabe der MitarbeiterInnen, das ist unsere gemeinsame Aufgabe. Um dies zu erreichen, orientieren wir uns an den Prinzipien des Charismatischen Managements. Dieses ist keine abstrakte Management-Theorie, sondern eine Grundhaltung, die unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit und ihren Umgang damit prägt. Sie ist für jeden von uns erlernbar!

 

Der Ordensstifter Johannes von Gott hat von Gott das Charisma (die Gnadengabe, abgeleitet vom griechischen Wort charisma) der Hospitalität empfangen. Heute lebt dieses Charisma in der „Ordensfamilie“ des heiligen Johannes von Gott weiter.

 

Das Wort Management lässt sich u.a. vom Lateinischen manus agere (an der Hand führen) oder von mansionem agere (das Haus für den Eigentümer bestellen) ableiten. Die Barmherzigen Brüder und ihre MitarbeiterInnen führen also – bildlich (!) gesprochen – im Sinne des Ordensgründers die ihnen anvertrauten Menschen (Patienten, Bewohner, Gäste) an der Hand und sorgen für sie. Analog tragen die Barmherzigen Brüder auch Sorge für ihre MitarbeiterInnen. Gemeinsam mit diesen kümmern sie sich um die apostolischen Werke.

 

Das Charismatische Management des Ordens kennt vier Dimensionen, die bei allen Entscheidungen zu berücksichtigen sind: Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Ethik und Religiosität.

 

Die vier Dimensionen des Charismatischen Managements

 

Die fachliche Dimension bezeichnet die beruflichen Fachkenntnisse, die für den Dienst am Menschen die Grundvoraussetzung sind. Zu ihr gehört auch der Wunsch, im jeweiligen Arbeitsbereich Spitzenleistungen zu erzielen. Barmherzige Brüder und ihre Mitarbeiter wollen nicht nur den allgemein üblichen Standard erreichen, sondern Vorreiter sein, den Standard selbst vorgeben.

 

Mit der sozialen Dimension sind menschliche Qualitäten wie Beziehungsfähigkeit, inneres Gleichgewicht, Verantwortungsbewusstsein, Entscheidungskraft und Interesse für soziale, pflegerische und medizinische Themen gemeint, die üblicherweise unter dem Begriff „Sozialkompetenz“ zusammengefasst werden.

 

Die ethische Dimension spielt im gesellschaftlichen Leben eine besondere Rolle. Die Personen, die in den Ordenseinrichtungen tätig sind, beachten den Verhaltenskodex der eigenen Berufsgruppe und respektieren die Prinzipien des Ordens (bspw. Charta der Hospitalität, Ethikkodex) und der Kirche.

 

In den Einrichtungen der Barmherzigen Brüder wird Offenheit für die religiöse Dimension der Menschen gefördert. Die erlebbare Offenheit für Religiosität hängt aber nicht nur von bestimmten Gruppen oder Beauftragten ab, sondern ist Auftrag für jeden Einzelnen.

 

Im patientennahen Bereich bedeutet Charismatisches Management im Einklang mit unseren ethischen Grundsätzen Kranke/Bewohner professionell zu behandeln, zu betreuen und ihnen Respekt, Mitgefühl und Wertschätzung entgegenzubringen sowie – unter Wahrung unserer eigenen Identität – ihren spirituellen Erwartungen Rechnung zu tragen.

 

Im Umgang mit den MitarbeiternInnen bedeutet Charismatisches Management, bei allen Entscheidungen neben wirtschaftlichen und fachlichen Kriterien immer auch die jeweilige Person mit ihren sozialen, religiösen und ethischen Bedürfnissen zu sehen.

 

Die vier Dimensionen des charismatischen Managements sind eine Zusammenfassung der Arbeit des heiligen Johannes von Gott. Charismatisches Management ist kein theoretischer Ansatz zur Führung eines Unternehmens, sondern eine Geisteshaltung. Jeder von uns soll bei all seinen Handlungen die möglichen Konsequenzen und Bedürfnisse seines Gegenübers vor dem Hintergrund der vier Dimensionen berücksichtigen und damit seiner Sorge um den Nächsten – gleich ob Patient, Bewohner, Gast oder Mitarbeiter – Ausdruck verleihen.

 

Wichtig ist uns die persönliche Kommunikation, denn trotz der unbestreitbaren Vorteile der modernen Kommunikationsmittel können diese das zwischenmenschliche Miteinander niemals ersetzen.

 

Österreichische Ordensprovinz des Hospitalordens des heiligen Johannes von Gott
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