Die Freiheit nehm ich mir

Pflege zwischen Zwängen und Spielräumen

Der 42. Salzburger Pflegekongress (19. - 20.10.2018) - veranstaltet und organisiert vom Katholischen Pflegeverband e.V. - stand heuer unter dem Motto „Die Freiheit nehm ich mir - Pflege zwischen Zwängen und Spielräumen“

 

Zu den Themen

„Kranke pflegen in der Freiheit zum Guten“

„Autonomie und Würde unter Bedingungen der Ökonomisierung“

„Der Mensch im Fall - Freiheit (wieder)entdecken für die Pflege(Bildung)“

„Macht der Worte. Oder warum das Wort schärfer ist als das Schwert“

„Pflege - Freiheit - Kunst“

referierten namhafte ExpertInnen aus der Pflegepraxis und Pflegedidaktik, Sozialwissenschaft, Philosophie und Theologie.

 

Die Beiträge waren aufgrund der derzeit im Gesundheits- und Sozialbereich gegenwärtigen Themen, wie Einführung einer neuen Berufsgruppe (Pflegefachassistenz) in der Pflege, daraus resultierend mehr Schnittstellen im Versorgungsprozess, Ökonomisierung, Implementierung von Managementsystemen nach dem Vorbild der industriellen Produktion, Verbesserung des Images der Pflege und wie können die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessert werden, brandaktuell und äußerst spannend.

 

„Freiheit in der Pflege"

Ist „Freiheit in der Pflege“ ein Widerspruch in sich selber oder droht das System Pflege, ohne Freiheit, zur Maschine zu werden und die Pflegenden zu reinen Funktionsträgern zu verkommen. Wie können wir bestehende Spielräume entdecken und verantwortungsvoll nutzen, damit Pflege effektiv bleibt und sich als Zuwendung von Mensch zu Mensch vollzieht.

 

Ob durch die weitreichenden Ökonomisierungsprozesse der letzten Jahrzehnte, die Gesundheits- und Sozialleistungen billiger, in höherer Güte und zugleich dienstleistungsfreundlicher, erbracht werden können, das wurde kritisch hinterfragt. Aus der ethischen Perspektive wurde die Fragwürdigkeit vorherrschender Qualitätsansätze beleuchtet. Welche Auswirkungen haben Rationalisierungsbestrebungen (hohe Arbeitsteiligkeit, viele Pflegeende für einen Patienten, standardisierte „Produktionsprozesse“) auf professionell pflegende und pflegebedürftige Personen? Voraussetzung wäre ja, dass die Bedürfnisnatur der Patientinnen und Patienten immer gleich ist.

 

Ist das kalkulierbare Handeln nach messbaren Kriterien wirklich eins zu eins umsetzbar? Was ist mit jenen Anteilen in der Pflege, die sich nicht oder nur unzureichend in diese Logik der Messbarkeit und Zählbarkeit einfügen lassen? Welche Auswirkungen auf das pflegerische Selbstverständnis und das Wohl der Patientinnen und Patienten hat es, wenn die kommunikativen, beziehungsorientierten Dimensionen der Pflegearbeit, mit denen Anerkennung, Achtung und Solidarität ausgedrückt werden, aus dem Versorgungsprozess wegrationalisiert werden? Gute Beziehungsarbeit ist aber essentiell für eine gute Pflege. Ebenso, dass sich Pflegende mit ihrer Arbeit identifizieren können. „Identitätsnutzen“ entsteht, wenn Personen nach Normen und Werten handeln, denen Sie sich in stolzer Weise verpflichtet fühlen - daraus resultiert Zufriedenheit.

 

Professionelle Geschäftigkeit, ist es das, was wir wollen?
Oder brauchen wir die Freiheit für Empathie, Zuwendung und so weiter?

Was passiert, wenn wir uns diese Freiheit nicht nehmen?

Wie begegnet die Pflege diesen Herausforderungen?
Wie können Widerstände, eigene, professionell begründete Interessen, aufgebrochen und somit auch eine Imageverbesserung des Pflegeberufes herbeiführen werden?

 

Eine kontinuierliche Lernbegleitung an theologischen und praktischen Lernorten wird gefordert

Die zunehmende Komplexität der Versorgungspraxis bedeutet steigender Anspruch an Pflegende und ihre Fachlichkeit. Pflegerische Handlungsfelder ergeben sich sektorenübergreifend, für Pflegebedürftige in verschiedenen Lebensspannen und in der interdisziplinären Zusammenarbeit.

Pflegebildung muss Lernende auf diese gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen der Pflegepraxis vorbereiten. Eine kontinuierliche Lernbegleitung an theoretischen und praktischen Lernorten ist dazu unerlässlich. Der Einsatz fallverstehender und erklärender Methoden fördert Verständnis und Identifikation Lernender mit professionell-pflegerischen Aufgaben.

 

Wenn im Zusammenhang mit der Pflege von Menschen von Freiheit die Rede ist, gilt es zu bedenken, dass nicht nur die Freiheit der Pflegenden gemeint sein kann, sondern ebenso jene der Gepflegten. Mit diesem Satz wurde das Abschlussreferat des zweiten Kongresstages eingeleitet und auf Franz Kafka verwiesen, der Freiheit so interpretiert hat, dass einer „sich zu seiner wahren Gestalt erhebt“.

Wie kann Pflege - Freiheit - Kunst in Zusammenhang gebracht werden? Dieser spannende Bogen regte zum Nachdenken an.

 

Abgerundet wurde der Kongress mit einem sehr schönen Mozart Konzert im Carabinierisaal der Salzburger Residenz am Abend des ersten Kongresstages.

 

Den Termin für den 43. Salzburger Pflegekongress (18./19.10.2019) sollte man sich auf jeden Fall bereits vormerken.

 

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42. Salzburger Pflegekongress
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42. Salzburger Pflegekongress
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42. Salzburger Pflegekongress
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42. Salzburger Pflegekongress

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