Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie

Hand und Nervenchirurgie

Die Hand ist ein äußerst komplexes Organ. Schon kleinste Verletzungen oder Veränderungen der Hand führen zu teilweise schmerzhaften Funktionseinschränkungen, die Ihre tägliche Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigen können. Aus diesem Grund sollten Sie sich bei medizinischen Behandlungen in die Hände eines Spezialisten begeben.

 

Wir möchten Ihnen in unserer Abteilung nach einer sorgfältigen individuellen Untersuchung die Möglichkeiten einer konservativen Behandlung - wie eine spezielle Physiotherapie oder adäquate Medikamente - oder in notwendigen Fällen auch eine Operation anbieten, um Ihre Beschwerden oder Funktionsstörungen zuverlässig und nachhaltig beheben zu können. Diese Behandlungen werden durch die Mitglieder unseres Hand Teams durchgeführt, vielfach durch Anwendung modernster Technik in den neuen Operationssälen des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder.

 

Da wir, eingebunden in ein Krankenhaus welches u. a. über eine eigene Intensivstation verfügt, eine 24-stündige plastisch- chirurgische Bereitschaft anbieten, sind wir bei Problemen rund um die Uhr für Sie erreichbar. Ein weiterer Vorteil besteht für Sie in der engen Kooperation mit unserer Ergotherapeutin, Sonja Stipidic. Schon bei der Erstvorstellung können wir direkt vor Ort Schienenbehandlungen oder vorbereitende Übungen planen. Postoperativ kann so mit der Beübung der operierten Hände unverzüglich begonnen und dadurch eine effiziente Nachsorge für Sie gewährleistet werden.

 

Unser Angebot umfasst:

  • Funktionswiederherstellung an Händen nach Unfällen und Verletzungen durch Transplantation von Nerven oder Sehnen, Verlagerung von Muskel-Sehneneinheiten, Aufbau von Knochendefekten oder Korrektur von Fehlstellungen.
     
  • Handchirurgische Wahleingriffe bei den verschiedensten Erkrankungen der Hand und des Unterarmes, z. B. Carpaltunnelsyndrom, Tennisellenbogen, Dupuytren-Erkrankung, Knochen- und Weichteiltumore, Ringbandrupturen („Kletterfinger“), Ganglien, Gelenkarthrose usw.
     
  • Funktionsverbessernde Eingriffe an der oberen Extremität bei angeborenen Fehlstellungen. 
     
  • Behandlung von Plexusverletzungen; also Verletzungen der Nervennetzwerke aus welchen die einzelnen Nerven des Armes hervorgehen.
     
  • Plastisch-rekonstruktive Maßnahmen bei ausgedehnten Hautweichteildefekten oder auch funktionsbehindernden Narben im Bereich der gesamten Körperoberfläche durch Transplantation freier Muskel- oder Perforatorlappen oder komplexer Hautweichteileinheiten.
     
  • Behandlung von brandverletzten Händen von Erwachsenen und Kindern.

 

Falls Ihre Erkrankung oder Verletzung hier nicht erwähnt wurde, sprechen Sie uns bitte einfach an. Unser Hand-Team steht Ihnen bei allen Fragen gerne zur Verfügung.

 

Die Spezialsprechstunde für Handchirurgie findet jeden Montag von 13:00 bis 15:30 Uhr in der plastisch- chirurgischen Ambulanz des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Salzburg statt. Eine Anmeldung sollte unter der Nummer 0043 662 8088 8252 unter dem Stichwort Handsprechstunde erfolgen. Bitte bringen Sie eine Überweisung Ihres Hausarztes oder eines anderen Arztes mit. In Ausnahmefällen können Sie die Überweisung auch nachreichen.

 

Das Hand Team:

Alle Mitglieder unseres Teams sind sowohl in der Akutversorgung, als auch in der Behandlung der Folgen von Hand- und Nervenverletzungen erfahren. Die Erfahrungen aus jahrelanger handchirurgischer Tätigkeit, von der isolierten Nervenverletzung bis hin zur Transplantation von Armen, stehen Ihnen zur Verfügung. Wir freuen uns auf ein Gespräch mit Ihnen!

 

 

Häufig gestellte Fragen:

Carpaltunnelsyndrom?

Was ist ein Carpaltunnelsyndrom?

Beim Carpaltunnelsyndrom handelt es sich um Beschwerden, welche von einem bedrängten Nerv auf Handgelenkshöhe ausgehen. Diese Beschwerden äußern sich zumeist als Taubheit, elektrisierende Missempfindungen oder auch Schmerzen im Bereich der Finger, der Hand oder des Armes. Im Bereich des Handgelenkes gibt es einen Kanal, welcher einerseits durch Knochen, anderseits durch ein straffes Band begrenzt wird. In diesem sogenannten Carpaltunnel verlaufen der Mittelnerv (Nervus medianus) und 9 Sehnen vom Unterarm zur Beugeseite der Hand. Ein Carpaltunnelsyndrom wird durch eine Drucksteigerung in diesem Kanal verursacht. Hierdurch kommt es zu einer Bedrängung des sehr druckempfindlichen Nervs. Wenn dieser Druck einen kritischen Wert überschreitet, wird die Nervenfunktion beeinträchtigt.

 

Was verursacht ein Carpaltunnelsyndrom?

Ein häufiger Grund für die Drucksteigerung im Carpaltunnel ist das Anschwellen der Sehnenscheiden. Diese sogenannte Tendovaginitis entsteht durch oftmalige Wiederholungen bestimmter Handbewegungen und kann zu einem Druckanstieg im Carpaltunnel führen. Weiters können in seltenen Fällen auch Knochenbrüche, Gelenksentzündungen oder Luxationen eine Verengung im Carpaltunnel verursachen. In seltenen Fällen kommt es auch im Rahmen einer Schwangerschaft zu vermehrter Flüssigkeitseinlagerung im Bereich der Sehnenscheiden und damit zu den Symptomen eines Carpaltunnelsyndroms. Diese Beschwerden bessern sich jedoch in der Regel nach der Geburt des Kindes rasch. Sehr seltene Gründe für das Carpaltunnelsyndrom sind des Weiteren rheumatoide Arthritis, Schilddrüsenunterfunktion oder Zuckerkrankheit.

 

Krankheitssymptome:

Die Krankheitssymptome des Carpaltunnelsyndroms sind in der Regel Schmerzen, Taubheit, sowie elektrisierende Missempfindungen oder eine Kombination dieser Symptome in einer oder beiden Händen. Die Taubheit der Finger betrifft zumeist Daumen, Zeige- und Mittelfinger, gelegentlich auch den Ringfinger. Die Symptome treten oftmalig nachts auf, können aber auch bei alltäglichen Betätigungen, wie Auto fahren oder Zeitung lesen auftreten. Patienten beschreiben des Öfteren eine vermehrte Ungeschicklichkeit und das Fallenlassen von Gegenständen durch verringerte Greifkraft da durch fehlende nervliche Ansteuerung die Daumenballenmuskulatur schwinden kann(sogenannte Thenaratrophie).

 

Diagnose:

Ein ausführliches Erheben der Krankengeschichte, sowie eine detaillierter klinische Untersuchung der Hand ermöglicht in den meisten Fällen die Diagnosestellung. Bei entsprechenden Verdachtsmomenten wird eine Ultraschalluntersuchung oder eine Röntgenaufnahme Ihres Handgelenkes angefertigt, um andere Ursachen wie z. B. Knochenbrüche oder Gelenksentzündungen auszuschließen. Zur Diagnosesicherung wird durch Neurologen eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung durchgeführt. Derart kann neben der klinischen Untersuchung auch eine Irritation des Nervs im Bereich des Unterarmes, der Schulter oder des Nackens ausgeschlossen werden.

 

Behandlung:

Bei kurz bestehenden Beschwerden wird das Carpaltunnelsyndrom primär konservativ behandelt. Das Verändern der Belastung der Hand und insbesondere das Vermeiden von sich wiederholenden Bewegungen kann das Anschwellen der Sehnenscheiden im Carpaltunnel und damit auch die Bedrängung des Nervens hintanhalten. Auch das Tragen einer Nachtlagerungsschiene kann eine deutliche Besserung der Symptome bewirken und die charakteristischen nächtlichen Schmerzen verhindern. Des Weiteren können bestimmte entzündungshemmende Medikamente helfen die Sehnenscheidenentzündung im Carpaltunnel zu behandeln. Wenn trotz dieser Maßnahmen die Symptome eines Carpaltunnelsyndroms fortbestehen oder es zu einer Verschlechterung kommt besteht die Indikation zur operativen Therapie. Bei dieser Operation wird durch das Eröffnen des Carpaltunnels eine Druckentlastung des Nervens erreicht. Im Rahmen dieser Operation wird über einen ca. 3,5 cm langen Schnitt zwischen Daumen und Kleinfingerballen eingegangen und das derbe Band, welches das Dach des Carpaltunnels bildet, durchtrennt. Zumeist kommt es durch diese Druckentlastung zu einer raschen Besserung der Schmerzen. In weiterer Folge bessern sich in der Regel auch das Taubheitsgefühl und das elektrisierende Missempfinden. Die Kraft im Daumenballen erholt sich oft langsamer, manchmal erst nach Monaten. In sehr seltenen Fällen, insbesondere bei bereits längerem Krankheitsverlauf, können carpaltunnelartige Symptome jedoch auch nach der Operation bestehen bleiben.

 

Was benötige ich zur Erstuntersuchung bei Carpaltunnelsyndrom?

Primärer Ansprechpartner bei Carpaltunnelsyndrom-Beschwerden sollte der niedergelassene Neurolge/Neurologin sein. Durch diesen werden nach Messung der Nervenleitgeschwindigkeit vorerst konservative Therapiemaßnahmen wie Medikamente und Nachtlagerungsschiene eingesetzt. Sollte es zu keiner Befundbesserung kommen, überweist sie der niedergelassene Neurologe zu einem handchirurgisch erfahrenen Chirurgen. Bei der Erstvorstellung an unserer Abteilung bitten wir alle zuvor angefertigten Befunde, wie Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen, eventuell vorhandene Röntgenaufnahmen oder Ultraschallbefunde mitzubringen. Im Rahmen dieser Erstvorstellung wird nach Erheben der Leidensgeschichte eine ausführliche Untersuchung der Hand vorgenommen und der aktuelle Befund fotodokumentiert. Gegebenenfalls wird diese Untersuchung durch eine Ultraschallbeurteilung des Mittelnervs ergänzt. Hiernach fällt die Entscheidung, ob eine weitere konservative Therapie in Kooperation mit unserer Handtherapeutin zielführend ist oder ob ein operativer Eingriff angezeigt ist.

 

Was erwartet mich bei der Operation?

Sie werden an unserer Abteilung einen Tag vor der Operation aufgenommen. Es erfolgt eine nochmalige klinische Untersuchung, sowie ein ausführliches Gespräch mit dem Narkosearzt und dem Operateur. Die Operation wird im Regelfall in kurzer Allgemeinnarkose oder unter Armbetäubung vorgenommen. Der Eingriff dauert in unkomplizierten Fällen ca. 30 Minuten, sodass die Patienten danach an die Normalstation rücktransferiert werden können. Am 1. Tag nach der Operation erfolgen die Entfernung der eingebrachten Drainage und das Erneuern des Handverbandes. Bei unauffälligem Verlauf kann der Patientin bereits am 1. postoperativen Tag nach Hause entlassen werden. Verbandswechsel finden am 3. und am 4. Tag durch den Hausarzt, sowie am 10. bis 12. postoperativen Tag an der plastisch-chirurgischen Ambulanz statt. 3 Monate nach der Operation erfolgt eine erneute Beurteilung durch den Operateur oder den niedergelassenen Neurologen zur Kontrolle des Therapieergebnisses.

Morbus Dupuytren?

Was ist eine Dupuytren'sche Kontraktur?

Eine Dupuytren’sche Kontraktur ist eine Erkrankung, welche die Funktion Ihrer Hand deutlich beeinträchtigen kann. Dies wird durch eine Verdickung von Bindegewebssträngen im Bereich der Hohlband bzw. an der Beugeseite der Finger verursacht. Die Dupuytren’sche Kontraktur verursacht in der Regel keine Schmerzen, hindert Sie jedoch im fortgeschrittenen Stadium Ihre Finger zu strecken.

 

Entstehung der Dupuytren’schen Kontraktur

Unter der Haut an der Beugeseite von Handfläche und Fingern findet sich eine derbe Bindgewebsschicht, die sogenannte Palmaraponeurose. Diese Palmaraponeurose wird über einen eigenen Muskel gespannt und unterstützt die eigentliche Beugemuskulatur beim Umfassen von Gegenständen durch Anspannung der Haut an der Beugeseite von Hohlhand und Finger. Beim Auftreten der Dupuytren’schen Kontraktur kommt es zu einem begrenzten überschießenden Wachstum dieser Palmaraponeurose. Aus bisher nicht geklärten Gründen kommt es zu einer Verdickung und in weiterer Folge zu einer Verkürzung dieser Palmaraponeurose. Hierdurch kommt es zu einem Einziehen der Finger in die Hohlhand. Typischerweise tritt diese Knotenbildung zuerst an Ring- und Kleinfinger auf, kann jedoch in weiterer Folge auf die gesamte Hand übergreifen.

 

Wer erkrankt an der Dupuytren’schen Kontraktur?

Es erkranken überwiegend Männer im 4. bis 5. Lebensjahrzehnt. Bei Frauen ist ein Vorkommen möglich, jedoch deutlich seltener. Am Häufigsten tritt die Dupuytren’sche Kontraktur bei Menschen nordeuropäischer Abstammung auf. In Afrika und Asien ist diese Erkrankung kaum verbreitet.

 

Was sind die Zeichen und Symptome?

Die Dupuytren’sche Kontraktur ist in der Regel eine langsam voranschreitende Erkrankung, welche schubweise verläuft. Erste Anzeichen dieser Erkrankung sind:

 

1.      das Entstehen eines harten Knotens unter der Haut

2.      Unfähigkeit die Hand vollständig flach auf einen Tisch zu legen

3.      Narbenartige Stränge, welche über die Handfläche ziehen

4.      in die Hohlhand eingezogene Finger

5.      Schmerzen bei Verwendung der Hand (selten)

 

Es gibt verwandte, gelegentlich auch gleichzeitig auftretende Erkrankungen:

Morbus Ledderhose (Knotenbildung an der Fußsohle) und die Induratio Penis plastica (Seitwärtskrümmung des Penis durch Strangausbildungen)

  

Therapie der Dupuytren’schen Kontraktur:

Während in der Frühform der Dupuytren’schen Kontraktur diese durch selbständige Übungen unter ergotherapeutischer Anleitung in ihrer Entwicklung verzögert werden kann, ist eine ausgeprägte Strangbildung nur durch eine chirurgischen Eingriff zu behandeln. Durch diesen chirurgischen Eingriff werden jedoch nur die Symptome der Erkrankung, nicht aber deren Ursache behandelt. Im Rahmen dieses Eingriffes wird versucht die gesamte betroffene und wenn möglich auch die angrenzende gesunde Palmaraponeurose zu entfernen und somit eine Streckung wieder zu ermöglichen. Dieser Eingriff kann sowohl in Plexusanästhesie (d.h. Betäubung des Armes) als auch in Vollnarkose durchgeführt werden. Hierfür wird die Haut an der Beugeseite über zick-zack-förmige Schnitte eröffnet und die Palmaraponeurose entfernt. Diese zick-zack-verlaufenden Schnitte erlauben eine bessere Heilung und in weiterer Folge eine bessere Fingerbeweglichkeit. Der Eingriff dauert, je nach Ausprägung der Erkrankung, zwischen 45 Minuten und 2 ½ Stunden. Nach diesem Eingriff wird Ihre Hand mit einem dicken Verband geschützt, in der Regel können Sie das Krankenhaus am 2. bis 3. Tag nach der Operation wieder verlassen.

 

Nach der Operation:

In den ersten Tagen ist es wichtig die Hand hoch zu lagern und jegliche körperliche Anstrengung zu vermeiden. Nach 10 – 14 Tagen erfolgt die Nahtentfernung und nach Abschluss der Wundheilung der Beginn der ergotherapeutischen Beübung. Bei ausgeprägten präoperativen Befund ist es notwenig nach der Operation eine Nachschiene zu tragen, um einer erneuten Kontraktur vorzubeugen. Nach erfolgtem Eingriff finden jährliche Kontrollen statt, um eine Neuerkrankung an anderer Stelle rechtzeitig zu erkennen und entsprechend früh handeln zu können.

 

Wann soll ich in der Plastisch-Chirurgischen Handsprechstunde vorstellig werden?

Die Betreuung der Patienten erfolgt in der Regel in Kooperation mit niedergelassenen Allgemeinmedizinern. Wir empfehlen die Vorstellung an unserer Ambulanz bei Auftreten eines Streckdefizits, also sobald der Finger nicht mehr vollständig streckbar ist, sowie bei Auftreten von Schmerzen im Bereich der Knoten.

Ganglion?

Was ist ein Ganglion?

Ganglien sind eine häufige, gutartige Erkrankung. Es handelt sich um derbe, flüssigkeitsgefüllte Vorwölbungen, welche vom Gleitgewebe der Sehnen oder aus Gelenkskapseln entspringen. Am häufigsten sind Ganglien im Bereich der Fingergelenke und der Handgelenke zu finden, sie können aber an nahezu jeder Stelle am Körper auftreten. Die Größe reicht von wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern. Die genaue Ursache ihrer Entstehung ist nach wie vor ungeklärt. Ein vermehrtes Auftreten nach Verletzungen oder starker körperlicher Anstrengung ist wahrscheinlich. Ganglien wachsen in der Regel langsam und können in seltenen Fällen auch von selbst wieder verschwinden.

 

Symptome der Ganglien:

Ganglien sind gelegentlich schmerzhaft, insbesondere wenn sie erstmalig auftreten. Eine vermehrte Belastung der Hand oder des Handgelenkes kann zu einer Größenzunahme eines Ganglions und dadurch zu Bewegungseinschränkung und Druckschmerzhaftigkeit führen.

 

Wie entsteht ein Ganglion?

Um ein reibungsfreies Gleiten von Sehnen und Gelenken zu ermöglichen, sind diese von Sehnenscheiden bzw. Gelenkskapseln umgeben welche mit Flüssigkeit gefüllt sind. Bei der Entstehung eines Ganglions komme durch eine Wandschwäche dieser Strukturen zu einem Austreten dieser Flüssigkeit aus der Sehnenscheide oder der Gelenkskapsel. Es bildet sich eine „Ausstülpung“ von Sehnenscheide oder Gelenkskapsel, das Ganglion. Dieses Ganglion füllt sich zumeist über einen längeren Zeitraum mit dieser Flüssigkeit und wächst hierdurch. Diese Ganglien können dann oftmals als Höcker oder Knoten durch die Haut getastet werden.

 

Wo treten Ganglien auf?

Ganglien treten in der Nähe von Gelenken und Sehnen, also nahezu an jeder Stelle der Hand auftreten. Sie finden sich zumeist an der Streck- oder Beugeseite des Handgelenkes, sowie gelegentlich über den Grundgelenken der Finger. In der Regel können Ganglien durch sorgfältige klinische Untersuchung des Arztes diagnostiziert werden. In unklaren Fällen müssen jedoch andere Ursachen für neu aufgetretene Knoten durch eine Ultraschalluntersuchung oder Kernspintomographie ausgeschlossen werden. In seltenen Fällen schrumpfen Ganglien von selbst nach einiger Zeit. Bei länger bestehenden Beschwerden, insbesondere wenn Schmerzen auftreten oder die Funktion der Hand beeinträchtigt ist, kann eine medizinische Behandlung eines Ganglions notwendig werden.

 

Nicht chirurgische Behandlungsmethoden:

In ausgewählten Fällen kann der flüssige Inhalt eines Ganglions durch Druck oder Massage in das umgebende Gewebe verdrängt werden. Weiters kann ab einer gewissen Größe der Inhalt eines Ganglions mit einer Nadel punktiert werden. Hiernach wird die Hand für 4 – 6 Wochen straff bandagiert, um ein neuerliches Auftreten zu vermeiden. Diese Behandlungen sind jedoch nur symptomatisch, d.h. die eigentliche Ursache des Ganglions, die Wandschwäche der Sehnenscheide oder des Gelenks, wird hierdurch nicht beseitigt. Dementsprechend kommt es nach derartigen Behandlungen oft zu einem neuerlichen Auftreten der Ganglien und damit verbundenen Beschwerden.

 

Chirurgische Behandlungsmöglichkeit:

Im Zuge eines kleinen chirurgischen Eingriffes wird das Ganglion samt seiner Hülle dargestellt, hierbei wird versucht die Verbindung zum verursachenden Gelenk oder zur verursachenden Sehnenscheide darzustellen. Dieser Verbindungsgang wird dann chirurgisch abgetragen, wodurch ein neuerliches Auftreten eines Ganglions an dieser Stelle in der Regel vermieden werden kann. Auch bei dieser Behandlungsmethode wird die Hand nach dem Eingriff straff gewickelt. In den meisten Fällen kann hierdurch eine langfristige Beschwerdefreiheit erzielt werden.

 

Was erwartet mich mit gangliontypischen Beschwerden an der plastisch-chirurgischen Handsprechstunde?

Nach einer ausführlichen klinischen Untersuchung und Fotodokumentation des Befundes erfolgt gegebenenfalls eine Ultraschallbeurteilung des vermuteten Ganglions. Bei Erfolglosigkeit der nicht-chirurgischen Behandlung wird vorerst entschieden, ob die Ganglienentfernung in lokaler Betäubung durchgeführt werden kann oder eine kurze Vollnarkose oder Armbetäubung notwendig ist. Abhängig davon erfolgt die stationäre Aufnahme am Tag der Operation oder gegebenenfalls am Vortag der Operation. Die Dauer des Eingriffes beträgt selten mehr als 30 Minuten. Bei unauffälligem Verlauf kann der Patient am Folgetag mit einem straff sitzenden Handverband in häusliche Pflege entlassen werden. Eine Wundkontrolle erfolgt nach 3 – 4 Tagen beim Hausarzt, sowie nach 10 – 12 Tagen an der Plastisch-Chirurgischen Ambulanz. Schwere körperliche Arbeit sollte für diesen Zeitraum vermieden werden. Die Kompressionsbandage sollte für mind. 4 Wochen getragen werden, um ein neuerliches Auftreten eines Ganglions und Beschwerden zu verhindern. Bei unauffälliger Genesung endet die Behandlung mit einer Abschlusskontrolle nach drei Monaten.

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