Faktencheck „Hepatitis"

Am 28. Juli 2019 findet der diesjährige Welt-Hepatitis-Tag statt, der global auf die Risiken, aber auch Schutz- und Behandlungsmöglichkeiten von Hepatitis-Infektionen informiert. Das Motto lautet wie im vergangen Jahr: „Hepatitis: Findet die fehlenden Millionen!“.

 

Das Motto ist aktueller denn je: Obwohl es wirksame Schutzmaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten gibt, sind die meisten Infektionen noch nicht diagnostiziert. Allein die chronische Hepatitis B und C betreffen laut WHO schätzungsweise 325 Millionen Menschen – von denen gerade einmal 25 Millionen diagnostiziert sind. Sprich: 300 Millionen Menschen ahnen nichts von ihrer Infektion, die oft über Jahre still und heimtückisch die Leber schädigt.

 

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Hepatitis“? Welche verschiedenen Formen gibt es? Und warum ist es so wichtig, die Unterschiede zu kennen? Prim. Prof. Priv.-Doz. Dr. Arnulf Ferlitsch, Abteilung für Innere Medizin, Gastroenterologie und Nephrologie am Krankenhaus Barmherzige Brüder Wien klärt auf.

 

Hepatitis-Fakten #1: Es gibt 5 Hepatitis-Formen

Fünf Formen der Hepatitis werden unterschieden. Die Formen A, B und C kommen am häufigsten vor. In Österreich sind von Hepatitis B und Hepatitis C laut Studien ca. 120 000 Menschen betroffen.

Hepatitis-Fakten #2: Hepatitis A und E kann durch Nahrungsmittel übertragen werden

Bei Hepatitis A und E kann man sich durch den Verzehr unhygienischer Nahrungsmittel anstecken. In Österreich ist die wichtigste Infektionsquelle rohes Fleisch vom Hausschwein und Wildschwein, aber auch mit Fäkalien gedüngte Früchte wie Erdbeeren können zu Hepatitis E-Infektionen führen. So vielfältig wie die Formen der Erkrankung sind auch ihre Übertragungswege. Hepatitis B und Hepatitis C werden durch Blut und unter Umständen sexuellen Kontakt übertragen. Besonders Personen, die in Gesundheitsberufen arbeiten oder intravenöse Drogen konsumieren sind gefährdet, sich durch Blut anzustecken. Hepatitis C kann auch über die Muttermilch, Schweiß und Tränen übertragen werden.

 

Hepatitis-Fakten #3: Impfung schützt vor Hepatitis A und B

Gegen die Formen Hepatitis A und B gibt es eine Impfung. Sie schützt auch vor Hepatitis D, denn diese Form kommt nur gemeinsam mit Hepatitis B vor. Die Impfung ist für alle Reisenden und Personen in Gesundheitsberufen zu empfehlen. Gegen Hepatitis C gibt es keinen Impfschutz.

 

Hepatitis-Fakten #4:Hepatitis C gilt heute als heilbar

In den letzten Jahren ist eine Vielzahl neuer Medikamente gegen Hepatitis C zugelassen worden und auf den Markt gekommen. Während früher nur Interferon - Medikamente mit starken Nebenwirkungen - zur Verfügung standen, gibt es heute Medikamente aus der Gruppe der Proteasehemmer. Sie hindern die Viren daran, sich zu vermehren. Diese ist mit einer 8- bis 12-wöchigen Tablettentherapie nahezu nebenwirkungsfrei in 99% der Fälle heilbar.

 

Hepatitis-Fakten #5: Hier bekommen Hepatitis-Betroffene Hilfe

Seit über 15 Jahren gibt es die Plattform Gesunde Leber (Hepatitis Hilfe Österreich). Die Initiative, zu der sich Patienten, Ärzte und Wissenschaftler zusammengeschlossen haben, sieht sich als Schnittstelle. Auf der Webseite erfahren Sie über Angebote für Betroffene. Auch das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien verfügt über eine Spezialambulanz für Lebererkrankungen. Sie ist Anlaufstelle für Patienten mit unterschiedlichsten Lebererkrankungen wie z. B. verschiedene Formen der Virus-Hepatitis (A, B, C, D, E)

.

 

Ein Foto von Prim. Prof. Priv.-Doz. Dr. Ferlitsch steht Ihnen hier zur Verfügung: https://www.barmherzige-brueder.at/site/wien/presse/fotodownloads

 

Johannes-von-Gott-Platz 1
1020 Wien
Telephone: 0043 1 21121-0
Fax: 0043 1 21121-1333

 


 

  • btnsocialmail.png
  • btnsocialfacebook.png

KRANKENHAUS
der Barmherzigen Brüder Wien
Johannes-von-Gott-Platz 1
1020 Wien

Telefon: 0043 1 21121 0
Fax: 0043 1 21121 1333

Display: