HNO & Phoniatrie

Trommelfellschnitt (Paracentese) und Paukenröhrchen

Das Mittelohr wird durch einen schmalen Gang (Eustachische Röhre, Ohrtrompete, Tube), der zum Nasenrachen, also dem Raum gleich hinter der Nase führt belüftet.
Dadurch wird gewährleistet, dass vor und hinter dem Trommelfell immer der gleiche Luftdruck herrscht und das Trommelfell optimal schwingen kann.

 

Abb.: Der Aufbau des Ohres

 

Wenn durch Entzündungen, eine Vergrößerung der Rachenmandel (= adenoide Vegetationen) in der Kindheit, Probleme mit der Nase oder den Nasennebenhöhlen, anatomische Varianten oder ganz selten auch durch einen Tumor des Nasenrachens diese Eustachischen Röhren verlegt werden, kommt es zu einem Unterdruck im Mittelohr und dieses kann sich mit Flüssigkeit füllen.

 

Es entsteht ein Paukenerguss (im Fachjargon ein Seromucotympanon), der das Trommelfell und die Gehörknöchelchen dämpft und so zu einer Hörminderung führt, die in weiterer Folge bei kleinen Kindern, die relativ häufig davon betroffen sind, zu einer Störung der Sprachentwicklung führen kann.

 

 

Wann wird operiert? Wie wird operiert?

 Während eine flüchtige Störung der Tubenbelüftung, also ein Tubenkatarrh, meist durch Medikamente (unter anderem abschwellende Nasentropfen) rasch beseitigt werden kann, müssen länger andauernde Paukenergüsse durch einen kleinen Schnitt im Trommelfell (= Parazentese) abgesaugt werden. Dieser Schnitt verschließt sich meist nach wenigen Tagen oder Wochen von selbst.

 

Bei sehr zähem Sekret oder wiederkehrenden Ergüssen ist die Einlage eines Paukenröhrchens (= Paukendrainage) erforderlich, um ein längeres Offenhalten des Lochs zu gewährleisten. Das Paukenröhrchen wird meist nach vielen Monaten von selbst abgestoßen oder nach etwa 1 Jahr entfernt. Bis dahin sollte die Mittelohrschleimhaut ausgeheilt sein. Selten wird eine Parazentese auch im Rahmen einer akute Entzündung notwendig, wenn es zB durch das Sekret auch zu einer Schädigung des Innenohres kommt.

 

Vergleich eines Paukenröhrchens

mit einem Streichholzkopf

Bild aus dem OP:

Paukenrdrain vor dem

Trommelfell


Brauche ich eine Vollnarkose?

Bei Kindern wird diese Operation immer in Vollnarkose durchgeführt, da meist auch die ursächlichen Rachenmandel (= adenoide Vegetationen) entfernt werden müssen. Beim Erwachsenen lässt sich dieser kleine Eingriffe in örtlicher Betäubung durchführen.


 

Welche Komplikationen sind möglich?

Die Parazentese und Paukendrainage ist eine extrem sichere Operation: selten kann es vorübergehend zu einer minimalen Blutung aus dem Gehörgang und geringen Ohrenschmerzen kommen. Bei einer lokalen Betäubung ist selten ein vorübergehender Schwindel möglich. Eine Beschädigung des Gesichtsnervs der durch das Mittelohr läuft, des Geschmacksnerven oder des Innenohres mit Ertaubung und Schwindel sowie stärkere Blutungen kommen praktisch nie vor. Sehr selten bleibt das Loch offen und muss wieder verschlossen werden. Auch ein Hineinfallen des Röhrchens ins Mittelohr ist extremst selten. 

 

 

Was muss ich nach der Operation beachten?

Nachdem nun eine offene Verbindung zwischen dem Gehörgang und dem Mittelohr besteht, darf unter keinen Umständen Wasser ins Ohr kommen. Nach der Einlage eines Paukendrains können Sie beim Hörgeräteakustiker eine Schwimmotoplastik, einen speziellen Wasserschutzstoppel anfertigen lassen.

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