Frater Matthias (Josef Franz) Meczywor OH

1950 bis 2022 – Ein Leben für die Hospitalität

In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser Mitbruder Frater Matthias Meczywor OH am 6. April 2022, im 72. Lebensjahr und 53. Professjahr, verstorben ist.

 

Frater Matthias Meczywor kam am 9. Oktober 1950 in Eisenberg/Pinka im Burgenland zur Welt. Die Barmherzigen Brüder lernte er im Juvenat, dem Internat des Ordens in Graz-Eggenberg, kennen. Mit 18 Jahren trat er in den Orden ein. Am 5. September 1976 legte er seine Feierliche Profess ab.

 

Nach der Ausbildung zum Krankenpfleger arbeitete Frater Matthias in den ordenseigenen Krankenhäusern in Graz und Wien. Danach wurde er 1983 Magister der Postulanten und Novizen. Ab 1986 wirkte er als Spitalsmeister im Konventhospital in Linz. Von 1992 bis 1995 leitete er das Krankenhaus St. Veit/Glan, wo er die Planung des Neubaus betreute.

 

Das Bild zeigt Frater Matthias Meczywor OH.

Frater Matthias während der Brüderversammlung im Februar 2022 in Wien

 

 

Fast zwei Jahrzehnte in Graz

1995 übernahm er das Amt des Priors und Krankenhausleiters in der Grazer Marschallgasse. Seine Zeit in Graz war von umfassender Bautätigkeit geprägt: Zu- und Umbauten sowie Modernisierung und Umgestaltung der alten Bausubstanz standen auf dem Programm.

 

„Das Grazer Haus galt als Armenhaus der Provinz. Die Bausubstanz war veraltet. Der damalige Provinzial hatte mehrmals betont, dass eine Modernisierung und ein Ausbau nötig wären, aber es hat sich niemand darüber getraut. Ich habe dann in meiner Jugend und Unerfahrenheit damit begonnen. Es war eine harte Zeit, aber die Ordensprovinz ist hinter mir gestanden. Schon die Vorarbeiten haben fast zehn Jahre gedauert, sechs Jahre haben wir mit den Behörden wegen der finanziellen Unterstützung verhandelt. Zum Glück gab es genügend Platz, sodass wir den Neubau errichten konnten bevor der Altbau abgerissen wurde.“ erinnerte sich Frater Matthias in einem Gespräch mit dem "Granatapfel".

 

Das Bild zeigt Frater Matthias vor der Apotheke in Graz.

In seiner Amtszeit übernahm der Orden auch wieder den Betrieb der Apotheke von einem privaten Betreiber.

 

 

Als Dank für sein Engagement erhielt Frater Matthias am 10. Mai 2012 im Rahmen einer Festsitzung im Rathaus vom damaligen Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl den „Bürgerbrief der Stadt Graz“. Frater Matthias habe sich, so wurde in der Würdigung betont, „als Krankenhausvorstand voll Enthusiasmus und unermüdlicher Energie der Generalsanierung des im Jahre 1615 gegründeten Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in der Grazer Marschallgasse gewidmet.“

 

Seinem ambitionierten Einsatz sei es zu verdanken, dass der Bevölkerung nun ein Krankenhaus auf neuestem Stand der Technik angeboten werde, in dem neben höchster qualitativer und medizinischer Fachkompetenz auch weiterhin die für die Behandlung Erkrankter so essenzielle Komponente gelebter Menschlichkeit praktiziert werde.

 

Das Bild zeigt Frater Matthias bei der Verleihung des Grazer Bürgerbriefs im Jahr 2012.

Am 10. Mai 2012 erhielt Frater Matthias im Grazer Rathaus vom damaligen Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl den „Bürgerbrief der Stadt Graz“.

 

 

Seit 2014 war Frater Matthias Prior in Linz und von 2018 bis 2022 Erster Provinzrat der Österreichischen Ordensprovinz.

 

Über seine Zeit in Linz sagte er in einem Interview mit der Zeitschrift „Granatapfel“: „Hier in Linz stehen keine so großen Projekte an wie in Graz mit der Zusammenlegung unserer beiden Krankenhäuser. ... Ich konzentriere mich auf die Seelsorge und bin viel im Haus unterwegs, besuche die Portiere, die Apotheke, die Stationen. So möchte ich den Orden im Haus präsent halten.“

 

Und zu seinen Aufgaben meinte er: „Es geht mir vor allem darum, die Ordensgrundsätze und die Werte zu leben und auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch auf unsere Patientinnen und Patienten zu übertragen. Ich nehme mir dafür auch gerne und viel Zeit. Ich versuche täglich auf den Abteilungen und Stationen präsent zu sein. Das verstehe ich unter anderem als meine Aufgabe.“

 

Darüber hinaus fand der glühende Anhänger des SK Sturm Graz dennoch Zeit, seinem Lieblingsclub bei jedem Spiel fest die Daumen zu drücken. Nach dem Wechsel nach Linz: „Kann ich die Spiele nur noch im Fernsehen mitverfolgen.“

 

Das Bild zeigt Frater Matthias im Krankenhaus Linz.

Im Gespräch mit einem Portier im Konventhospital Linz

 

 

Frater Matthias war: Immer gastfreundlich, hatte immer ein Lächeln auf den Lippen, als typischer Österreicher immer für einen „guten Schmäh“ zu haben, pflegte gute Beziehung zu den Mitbrüdern – insbesondere zu den jüngeren Brüdern, von denen er viele in ihrer Zeit als Postulanten in Graz kennengelernt hatte – zu den Mitarbeitenden, Freunden des Ordens und den Menschen in seiner Umgebung. Ihnen allen vermittelte er zeitlebens, was Hospitalität sein und bewirken kann sowie was es bedeutet, ein erfülltes, vom Charisma des heiligen Johannes von Gott geprägtes Leben in der Nachfolge Jesu führen zu dürfen.

 

In der Jännerausgabe 2016 des Granatapfel-Magzins erschien ein Interview mit Frater Matthias. Dieses können Sie hier als PDF-Datei downloaden.

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