Gottes Träume müssen mit offenen Augen geträumt werden, ohne Eile, aber auch ohne Pause

Texte der 9. Gebetswoche für Berufungen der Hospitalität – Sonntag, 21. April 2024

 

 

Eröffnung: Die Leuchte der Hoffnung entzünden                  

Man sagt, dass wenn sich Menschen an den heiligen Johannes Paul II. wandten, um mit ihm über ein Problem zu sprechen, seine erste Frage gewesen sei: »Wie sieht das im Licht des Glaubens aus?«. Auch ein von der Hoffnung erleuchteter Blick lässt die Dinge in einem anderen Licht erscheinen. Ich lade euch daher ein, diese Sichtweise in eurem täglichen Leben einzunehmen. Von der göttlichen Hoffnung beseelt, ist der Christ von einer anderen Freude erfüllt, die von innen kommt. Herausforderungen und Schwierigkeiten gibt es und es wird sie immer geben, aber, wenn wir eine „glaubenserfüllte“ Hoffnung haben, gehen wir sie in dem Wissen an, dass sie nicht das letzte Wort haben, und wir selbst werden zu einer kleinen Leuchte der Hoffnung für die anderen.

 

Auch jeder von euch kann das sein, in dem Maß, in dem sein Glaube konkret wird und an die Lebenswirklichkeit und -geschichte der Brüder und Schwestern anschließt. Denken wir an die Jünger Jesu, die ihn eines Tages auf einem hohen Berg in einem herrlichen Licht erstrahlen sahen. Wenn sie dort oben geblieben wären, wäre es für sie ein wunderbarer Augenblick gewesen, aber die anderen Menschen wären ausgeschlossen geblieben. Es war notwendig, dass sie hinabstiegen. Wir dürfen nicht vor der Welt fliehen, sondern müssen unsere Zeit lieben, in die Gott uns nicht ohne Grund gestellt hat. Wir werden nur glücklich sein, wenn wir die empfangene Gnade mit den Brüdern und Schwestern teilen, die der Herr uns Tag für Tag schenkt.

 

BOTSCHAFT VON PAPST FRANZISKUS ZUM XXXVIII WELTJUGENDTAG 2023

 


Zeugnis der Hospitalität

Ein Jahr nach dem Weggang aus unserem Elternhaus, am 31. Mai 1881, begannen wir 10 Postulantinnen, darunter Maria Josefa und ich, unser Noviziat. Was für eine Freude! An diesem unvergesslichen Tag, an dem die neue Kongregation der Hospitalschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu geboren wurde, wurden auch die 10 jungen Frauen in das Ordensleben der Hospitalschwestern hineingeboren. Ich werde nie den Tag vergessen, an dem wir die erste Patientin aufnahmen. Es war so bewegend, dass ich vorschlug, dass wir ihr alle die Füße küssen sollten. Das war eine so außergewöhnliche Geste der Gastfreundschaft, dass ich mich noch heute daran erinnere.

Unglaublich, dass ich nach so vielen Kämpfen und Opfern ein Jahr später nicht mit dieser Gruppe die Gelübde ablegte. Ich hatte es mit der Angst zu tun bekommen. Ich zögerte. Ich begann zu zweifeln, dass, wenn Pater Menni etwas zustoßen würde, alles zu Ende sein könnte... und unser Traum kläglich scheitern könnte. Aber ein paar Monate später legte ich meine Ordensprofess ab und ich kann sagen, dass ich sehr glücklich war!

 

Ein weiteres Ereignis, das mein Leben und meine Berufung für immer geprägt hat, war der Tag, an dem Maria Josefa von einer Patientin angegriffen wurde und starb. Ich sage immer, dass ihr Lebensweg kurz, aber so fruchtbar war. Die Saat der Gastfreundschaft schlug tiefe Wurzeln in ihrem Herzen.

 

Pater Menni hat mich gebeten, die Anfänge der Kongregation aufzuschreiben. Jetzt, da ich dies getan habe, durfte ich dieses wunderbare Werk noch einmal lesen, und es war so bewegend zu spüren, wie Gott mir immer den Mut gegeben hat zu träumen und zu glauben, dass er immer meine Stärke sein würde. Ich lächle, wenn ich über die 143 Jahre meines Gründungstraums nachdenke.... und ich fühle mich immer noch sehr glücklich! Und du, welche Träume bewegen dein Herz?

Delia Caires

 

 

Betrachtung

Die Freude über eine echte Begegnung mit dem Herrn führt uns dazu, unser Leben mit Hoffnung und Glauben zu leben. So war es bei den Jüngern, so war es bei Maria Josefa und Maria Angustias, und so ist es heute bei jedem einzelnen von uns. Die Gründerinnen lebten in einer überströmenden Freude, die aus einer echten Begegnung mit dem Herrn herrührte. Daher die Verwandlung, die sie befähigte, ihr Zuhause und ihre Familien zu verlassen, um Jesus nachzufolgen: "Wie die Jünger stiegen sie in die Wirklichkeit der Welt hinab", um dort die Gegenwart seiner barmherzigen Liebe zu erfahren. Maria Angustias erkennt mit dankbarem Herzen die Wunder, die Gott in ihr gewirkt hat, aber sie erkennt auch die Schwierigkeiten, die "dunkle Nacht", in der sie das Gefühl hat, nicht würdig zu sein, mit den anderen Schwestern die Gelübde abzulegen. Doch sie gibt nicht auf und vertraut ihr Leben ganz Gott an. Der Gott des Lebens und der Liebe hat sie nicht im Stich gelassen, er war immer da. Nach dem Tod von Maria Josefa erlebte sie, wie das von ihrer Mitschwester hinterlassene Zeugnis der Gastfreundschaft in ihrem Herzen und in den Herzen der anderen Schwestern reiche Frucht trug.

(Fernanda Gaetano - Portugal - Hospitalschwester)

 

 

Fürbitte des Tages

Herr Jesus, ich danke dir für das Leben unserer ersten Schwestern, denn sie haben ihr Leben zu "kleinen Laternen im Leben ihrer leidenden Brüder und Schwestern" gemacht. Hilf uns verstehen, die Freude über eine echte Begegnung mit dir zu leben und so Frieden, Freude und Gastfreundschaft zu säen.

Herr wir bitten dich, erhöre uns.

 


Gebet für Berufungen

Vater der Barmherzigkeit, der du deinen Sohn zu unserem Heil geschenkt hast und der du uns immer mit den Gaben deines Geistes unterstützt, gewähre uns lebendige, feurige und frohe christliche Gemeinden, die Quellen geschwisterlichen Lebens sind und die unter den jungen Menschen den Wunsch wecken, sich dir und der Evangelisierung zu weihen.

 

Unterstütze sie in ihrem Bemühen, eine angemessene Berufungskatechese und Wege der besonderen Hingabe anzubieten. Gib Klugheit für die notwendige Beurteilung der Berufungen, so dass in allem die Größe deiner barmherzigen Liebe aufleuchte.

 

Maria, Mutter und Erzieherin Jesu, bitte für jede christliche Gemeinschaft, damit sie – fruchtbar durch den Heiligen Geist – Quelle echter Berufungen für den Dienst am heiligen Volk Gottes sei.

Amen

Taborstraße 16
1020 Wien

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

Taborstraße 16

1020 Wien

 

Tel.: 0043 1 21121 1100

Fax: 0043 1 21121 1120

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