Isaac Alatako OH

Bruder
Afrika

Meine Beziehung zu den Barmherzigen Brüdern hat 2008 begonnen, als ich beschloss, regelmäßig an ihrer Frühmesse teilzunehmen. Diese Entscheidung entstand aufgrund der Tatsache, dass meine Wohnung, meine Pfarre und das Noviziat der Barmherzigen Brüder nicht weit voneinander entfernt sind. Und eines Tages beschloss ich, in den Orden einzutreten.

 

In jener Zeit begeisterte ich mich für das Leben der Brüder im Allgemeinen und insbesondere für ihre Art, die Messe zu gestalten (immer sehr lebendig und sorgfältig) und das Stundengebet (immer harmonisch und einstimmig gesungen). Außerdem begeisterte mich die Art der Beziehung zwischen den Brüdern und der handwerklichen Arbeit während des Noviziats. Ich fühlte mich zutiefst angesprochen und aufgefordert, unserem Herrn Jesus Christus in einem gemeinsam gelebten Leben nachzufolgen. Zu jenem Zeitpunkt begann mein wahrer Werdegang – gemeinsam mit den Brüdern.

 

Meine erste Erfahrung machte ich im Juni 2009 in Tanguieta. Heute besuche ich das Scholastikat in Nairobi (Kenia), nachdem ich am 1. Mai 2013 die Einfache Profess abgelegt habe.

 

Nach einigen Jahren Ordensleben kann ich heute sagen, dass alles gut läuft. Was mich betrifft, so hat der Orden grundlegend zu allen großen Veränderungen in meinem Leben beigetragen. Betrachte ich die spirituelle, menschliche, pastorale und gemeinschaftliche Ausbildung, die ich nach dem Postulantat bis heute im Orden erhalten habe, so kann ich Gott nur danken für die Gnade der Präsenz der Barmherzigen Brüder in meinem Leben.

 

Heute bin ich mir bewusst, dass meine Beziehung zu Gott besser ist als zuvor. Ich fühle mich unserem Herrn Jesus Christus viel näher und stärker in seinen Heilsauftrag eingebunden. Dank meiner religiösen Ausbildung habe ich den Sinn meines Daseins in dieser Welt erkannt und die Aufgabe, zu der ich bestimmt wurde: die Seelen zu Christus zu begleiten.

 

In der aktuellen Ausbildungsphase habe ich entdeckt, dass ich auch mich selbst besser kennenlerne: meine Persönlichkeit, meine Qualitäten und meine Schwächen. Heute kann ich mich selbst so annehmen, wie ich bin und mich auch lieben. Dies erlaubt mir, der Welt gegenüber offen zu sein und vertrauensvoll und in Freiheit mein Leben mit meinen Brüdern und Schwestern zu teilen.

 

In allen Kommunitäten, in denen ich gewesen bin, habe ich im Lebensstil der Mitbrüder große Solidarität, Familiensinn und Liebe erlebt – so sehr, dass ich mir die Frage gestellt habe, ob es denn überhaupt eine bessere und glücklichere Kongregation als die unsrige geben kann!

 

Häufig höre ich die Bemerkung, dass das Ordensleben eine Routineangelegenheit sei, dass es vorwiegend monoton sei. Ich dagegen habe festgestellt, dass bei den Barmherzigen Brüdern genau das Gegenteil der Fall ist. Ich weiß nicht sehr viel, doch ich glaube, dass dies auf die Gestaltung unserer Kommunitäten zurückzuführen ist. Sie sind fast immer mit gesundheitlichen oder sozialen Einrichtungen verbunden wie z.B. Krankenhäusern, die es uns ermöglichen, in enger Verbundenheit mit den Kranken und Mitarbeitern zu leben.

 

Das Apostolat bei den kranken Menschen ist für mich eine Gnade, die Gott jenen schenkt, die er in seinen Dienst berufen hat. Es ist ein Weg, um Christi Leid zu vermitteln, die eigene Zerbrechlichkeit anzuerkennen und dem Nächsten demütig Aufmerksamkeit und Liebe zu schenken. Ist das nicht auch der eigentliche Sinn unseres Daseins hier auf Erden?

Taborstraße 16
1020 Wien
365 Zeugnisse
Der gelebten Gastfreundschaft

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

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