Jacob Ketchen OH

Bruder
Afrika

Ich bin im Jahr 2004, nach meinem Schulabschluss, Mitglied der Johann von Gott-Familie geworden, und erachte diese Erfahrung als sehr positiv. Damit will ich nicht sagen, dass immer alles einfach war, denn selbstverständlich hat es auch bei mir Höhen und Tiefen gegeben.

 

Demut und Offenheit haben mir aber stets geholfen, und in dieser Haltung habe ich die Herausforderungen meiner Ausbildungszeit bewältigen können. Sehr beeindruckt hat mich das Ausbildungssystem, das darauf abzielt, dass wir Brüder unsere Verantwortung wahrzunehmen lernen. Während dieser Lebensphase war die Unterstützung durch jene Mitbrüder, die schon vor mehreren Jahren ihre Profess abgelegt hatten, von besonderer Bedeutung. Sie halfen mir mit ihren Ratschlägen und waren ein Vorbild für das Gemeinschaftsleben.

 

Was ich in den verschiedenen Kommunitäten, in denen ich gelebt habe, schon gelernt habe, hat zu meiner persönlichen Entfaltung innerhalb des Ordens beigetragen. Ich danke den Mitbrüdern für die Zuneigung und dass sie mir geholfen haben, mich den Herausforderungen des Gemeinschaftslebens zu stellen. Ich bin mir sicher: Hätte ich nicht beschlossen, ein Barmherziger Bruder vom hl. Johannes von Gott zu werden, wäre mein Leben unvollkommen geblieben, denn ich hätte den Reichtum des Lebens in der Gemeinschaft und im Dienst der Notleidenden nicht erfahren.

 

Die gemeinsame Erfahrung von großer Freude, aber auch von Leid und Schmerz hätte ich sicher sehr vermisst! Einen alten Mitbruder zu sehen, der sich wie ein junger Bursch benimmt, und auch das genaue Gegenteil – das ist etwas ganz Besonderes und etwas Wunderschönes in den Kommunitäten! Und ich hätte die Hospitalität nicht kennen gelernt, die vor allem innerhalb der Gemeinschaft gelebt wird und dann auch außerhalb, genauso wenig wie unser Leben im Gebet, das den Mittelpunkt von allem darstellt.

 

Die Gabe der Hospitalität beschränkt sich nicht auf die Liebe und auf den Dienst innerhalb der Gemeinschaft, sondern sie gibt mir die Kraft, den Armen zu dienen und all jenen, die Not leiden. Als Krankenpfleger habe ich die Möglichkeit, meine Fachkenntnisse anderen Menschen zur Verfügung zu stellen, insbesondere den Kranken. Es gelingt mir, meinen Auftrag zu erfüllen, indem ich den Patienten mit ganzem Herzen diene, mit fachlicher Expertise genauso wie als einfacher Barmherziger Bruder.

 

Ich durfte meinen Patienten glückliche und traurige Momente teilen, und dabei durfte ich sie trösten und ihnen helfen. Gleichzeitig haben sie mir geholfen, als Barmherziger Bruder Erfüllung zu finden, die Freude am Dienst an den anderen.

 

Ich habe auch Zeiten der Frustration erfahren, wenn es mir zum Beispiel nicht gelingen wollte, einem Kranken zu helfen, oder wenn jemand sterben musste. Dann stellten sich plötzlich Fragen, die nur Gott allein beantworten kann. In solchen Situationen ist die Brüdergemeinschaft immer das tragende Element gewesen, das mir geholfen hat, meinen Weg weiterzugehen.

 

Was mich mit Befriedigung erfüllt, ist die Tatsache, dass ich meinen ursprünglichen Wunsch, ein Ordenschrist zu werden, verwirklichen konnte und den Armen helfen darf. Das Miteinander in der Gemeinschaft ist ein weiteres positives Element. Wäre ich diesen Weg nicht gegangen, hätte ich mich nicht für dieses Leben entschieden - welches andere Leben hätte mir so viel geben können!?

Taborstraße 16
1020 Wien

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

Taborstraße 16

1020 Wien

 

Tel.: 0043 1 21121 1100

Fax: 0043 1 21121 1120

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