Antoine Soubrier

Antoine Soubrier

Mitarbeiter
Frankreich

Hospitalität muss ansteckend sein, denn sie ist Austausch, Kommunikation.

 

In einer Institution, in der eine tägliche Konfrontation mit dem Leid stattfindet, ist Kommunikation keine leichte Aufgabe. Wie soll man Krankheit, Unsicherheit, Behinderung usw. „verkaufen“? Andererseits: Gibt es eine schönere Botschaft als die, die wir im Orden der Barmherzigen Brüder vom hl. Johannes von Gott leben und verkünden?

 

In einer Welt, in der alles drunter und drüber zu gehen scheint und in der die Schwachen allzu oft die Verlierer sind, wirkt das Beispiel der Barmherzigen Brüder wie ein Gegenmittel.

 

Während ich diese Zeilen schreibe, verfolgen wir mit großer Sorge die Nachrichten über die Lage in Westafrika, wo das Ebola-Virus unzählige Opfer gefordert hat. Die Informationen, die uns erreichen, geben keinerlei Anlass zur Hoffnung: tausende Tote, verzweifelte Bevölkerung, überfüllte Krankenhäuser... Inmitten all dessen hat uns die Nachricht vom Tod dreier Barmherziger Brüder erschüttert. Wie soll man Hoffnung vermitteln, wenn auch diejenigen, die „an vorderster Front“ arbeiten, nicht mehr dazu fähig sind? Wie soll das gelingen, wenn man all diesen Dingen machtlos gegenüber steht und dabei in einem Komfort lebt, der nie ausreichend zu sein scheint?

 

Da musste ich an die Geschichte denken, die vom heiligen Johannes von Gott erzählt wird: Als er im Sterben lag, fand er die übermenschliche Kraft, um vom Bett aufzustehen und einen armen Menschen, der sich im Garten an einem Baum erhängt hatte, von diesem Baum herunterzuholen.

 

Durch diese letzte Geste sagt uns der heilige Johannes von Gott, dass das Leben das wertvollste Geschenk ist und dass die Liebe die einzige Antwort auf die scheinbare Übermacht des Bösen ist.

 

Das bezeugen auch die Barmherzigen Brüder und die Mitarbeiter, die in Afrika verstorben sind, aber auch die Heiligen und Seligen des Ordens sowie alle Menschen, die in den letzten 450 Jahren dem Beispiel des Juan Ciudad gefolgt sind.

 

Im Angesicht der Verzweiflung vermitteln diese Zeugnisse Kraft und Mut. Eine kleine Flamme brennt wie ein Licht, das uns erinnert: In jeder Situation, auch in der schwierigsten, gibt die Hoffnung uns die Möglichkeit, über uns hinauszuwachsen und unsere ganze Kraft einzusetzen, um den Fatalismus zu überwinden – eingedenk des Vorbilds derer, die uns vorangegangen sind.

 

Leid und Kommunikation in Einklang zu bringen, ist tatsächlich keine leichte Aufgabe. Doch diese Hoffnung zu vermitteln, die uns so viel Kraft und Mut gibt, ist der Schlüssel zu einer guten Idee!

 

Im Orden des hl. Johannes von Gott habe ich gelernt, dass die schönste Form von Kommunikation nicht in großartigen Reden besteht, sondern in einem Blick, einem Lächeln, in Gesten der Zuneigung, die „vermittelt“ werden müssen. So können wir mit der ganzen Welt die Hoffnung teilen, die uns trägt!

Taborstraße 16
1020 Wien

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

Taborstraße 16

1020 Wien

 

Tel.: 0043 1 21121 1100

Fax: 0043 1 21121 1120

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