1.000 Patientin für die Ambulante Geriatrische Remobilisation

Die „Ambulante Geriatrische Remobilisation“ gilt als innovatives regionales Versorgungsmodell geriatrischer Patienten. Mit Rosalia Schaffer als 1.000 Patientin, wird jetzt ein Jubiläum gefeiert.

Nach dem Grundsatz "ambulant vor stationär" lernen ältere Menschen ihren Alltag nach langen Krankenhausaufenthalten oder schweren Erkrankungen möglichst wieder allein zu bewältigen. Über mehrere Wochen erhalten die Patienten in ihren eigenen vier Wänden eine intensive Therapie, um wieder größtmögliche Selbstständigkeit zu erlangen. Mit Rosalia Schaffer als 1.000 Patientin, wird jetzt ein Jubiläum gefeiert.

 

Ab 1. Jänner 2020 plant der Kärntner Gesundheitsfonds das Angebot der Ambulanten geriatrischen Remobilisation auf ganz Kärnten auszudehnen.

 

Dinge des täglichen Alltags, wie Stiegen steigen, sich selbständig anziehen und waschen oder das Gehen ohne Hilfsmittel können nach einer akuten Erkrankung, nach einem Sturz oder einem langen Krankenhausaufenthalt schwer fallen oder unmöglich werden.

 

Begleitung über den stationären Aufenthalt hinausBei der Ambulanten geriatrischen Remobilisation kommt nicht der Patient ins Krankenhaus. Die Ergo- und Physiotherapeuten, aber auch Ärzte besuchen die Patienten drei Mal pro Woche in den eigenen vier Wänden und versorgen sie mit den notwendigen Therapien.

 

2013 hat das Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt damit begonnen, ältere Patienten zu Hause zu therapieren und zu mobilisieren. Jetzt blickt das Team der Ambulanten geriatrischen Remobilisation mit Stolz auf die vergangenen Jahre zurück und auf das, was mit viel Engagement und Fachkenntnis erreicht wurde, um meist multimorbiden Patienten den Weg zurück ins Leben zu ermöglichen. „Bis dato wurden im Rahmen der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation 1.000 Patienten behandelt und von einem mobilen Team der AGR so fit gemacht, dass die meisten von ihnen weiter in den eigenen vier Wänden leben können“, freut sich AGR-Initiator Oberarzt Dr. Walter Müller, MSc., Leiter des Departments für Akutgeriatrie und Remobilisation am EKH.

 

 

Bereits 1.000 Patienten Rosalia Schaffer aus Klagenfurt ist die 1000. Patientin, die das Angebot in Anspruch nimmt ihre positiven Erfahrungen gerne teilt: „Ich fühle mich sicherer und beweglicher – das ist nur den Therapieeinheiten zu verdanken“, freut sich die 89-Jährige, der das Treppen steigen nun deutlich einfacher fällt. „Sechs Therapieeinheiten standen für sechs Wochen am Programm. Das Ärzte- und Therapeutenteam hat mich dort therapiert, wo mein Alltag stattfindet. Ich konnte somit in vertrauter Umgebung wieder Fuß fassen."

 

 

Das Team der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation rund um Physiotherapeut Achim Herkner, Dr. Patricia Walentiny und OA Dr. Walter Müller, MSc. gratulierte der 1.000 Patientin Rosalia Schaffer mit einem Blumenstrauß

 

Hand in Hand für ein individuelles TherapieangebotDie 1.000 behandelten Patienten waren zwischen 53 und 100 Jahren alt. „Alle Berufsgruppen arbeiten Hand in Hand zum Wohle der Patienten, können daher ein flexibles Therapieprogramm zusammenstellen und ganz auf die individuellen Bedürfnisse eingehen“, erklärt Departmentleiter Dr. Walter Müller, MSc.

Der individuelle Therapieplan wird von Dr. Müller und seinen Fachärzten gemeinsam mit Mitarbeitern der Physiotherapie und Ergotherapie erstellt. Innerhalb von ca. acht Wochen soll das Therapieziel erreichbar sein.

 

 

Einbindung des Hausarztes und der AngehörigenMit der Ambulanten geriatrischen Remobilisation gestaltet sich die Schnittstelle zwischen stationärer und ambulanter Versorgung fließend: Die intensive Betreuung durch das therapeutische Team gibt ihnen Sicherheit und die Einbindung des Hausarztes sichert eine kontinuierliche Versorgung. Die Therapien werden in den Alltag integriert, die Angehörigen sind von der ersten Stunde an mit dabei und werden geschult und angeleitet, dadurch sinkt das Sturzrisiko und die Patienten erlangen neue Lebensqualität.

„Die Kommunikation mit den betreuenden Hausärzten, ist ein wichtiger Punkt“, schildert Initiator OA Dr. Müller, MSc.

 

 

Ab Jänner Ausweitung auf ganz KärntenKärnten ist mit der flächendeckenden Umsetzung der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation Vorreiter in Österreich. Ab 1. Jänner 2020 wird das Angebot der „Ambulanten Geriatrischen Remobilisation“ in allen  Kärntner Bezirken verfügbar sein . Mit 1. Jänner 2020 starten die Krankenhäuser Waiern im Bezirk Feldkirchen und das LKH Villach mit ihren mobilen Teams. „Es freut mich sehr, dass die Ambulante Geriatrische Remobilisation wächst und unser Angebot so einem größeren Personenkreis zur Verfügung steht“, sagt  Dr. Walter Müller.

 

Auswahl der Patienten durch „geriatrisches Assesssment“

Für die „Ambulante Geriatrische Remobilisation“ eignen sich Patienten, die im Krankenhaus liegen und bei denen die Therapien noch nicht abgeschlossen sind. Hausärzte können aber auch Patienten die zu Hause sind, anmelden, um ihnen einen sonst notwendigen Krankenhausaufenthalt zu ersparen. Der geriatrische Arzt entscheidet schließlich gemeinsam mit dem Hausarzt, ob der Patient in die „Ambulanten Geriatrische Remobilisation“ des Elisabethinen-Krankenhauses aufgenommen werden soll. Beurteilt werden dabei medizinische Parameter, aber auch emotionale und soziale Aspekte.


ZukunftstrendGesundheitsleistungen zu den Menschen nach Hause zu bringen, entspricht auch dem internationalen Trend, betont Departmentleiter OA Dr. Walter Müller, MSc.: "Der ambulanten Betreuung Älterer gehört die Zukunft. Krankenhausaufenthalte können vermieden und Kosten spart werden.“ Vergleichsstudien, die Müller gemeinsam mit der Alpe-Adria-Universität evaluiert hat, ergeben, dass sich die Kosten für Krankenkassen und Land halbieren. Dafür wurden die Kosten vor, während und nach der Therapie untersucht.

„Außerdem blieben die Menschen in ihrer gewohnten Umgebung und die Therapieziele können spezifisch auf diese Umgebung abgestimmt werden. Vor allem das Sturzrisiko kann durch die Therapie zu Hause, im Vergleich mit der gleichen Therapie im stationären Bereich, deutlich besser beeinflusst werden," schließt Müller.

 

Das Team der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt

 

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