Radiologie

Moderne Dünndarm-Diagnostik mit Enteroklysma-CT

Der Dünndarm ist mit einer Länge von etwa 4 bis 6 m ein für die Diagnostik nur schwer zugängliches Organ. Häufige Erkrankungen des Dünndarms sind Entzündungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), seltener sind Divertikel oder auch Tumoren am Dünndarm zu finden.

Durch Einführung von Spiral-CT und in den letzten Jahren zunehmende Verfügbarkeit von Mehrzeilen-CT-Geräten wird das herkömmliche Dünndarmröntgen zusehends durch das Enteroklysma-CT ersetzt. Alternativ zum CT-Enteroklysma kann heute für viele Indikationen das MR-Enteroklysma oder die MR-Enterographie eingesetzt werden. 

 

Beim Enteroklysma-CT wird eine Dünndarmsonde gelegt und über diese 2000 ml Methylzellulose (zur Darmentfaltung) rasch instilliert. Danach wird sogleich ein Mehrschicht-Spiral-CT von Niveau Zwerchfell bis Symphyse angeschlossen, wobei zur optimalen Beurteilung der Darmwand eine intravenöse Kontrastmittelgabe erfolgt. 

  

 

 Der Vorteil gegenüber der herkömmlichen Herlinger-Passage besteht darin, dass mit dem Enteroklysma-CT sämtliche Dünndarmschlingen überlagerungsfrei und komplett (nicht nur die Innenkontur) dargestellt sind, zusätzlich können auch außerhalb des Dünndarms gelegene Veränderungen und sämtliche Bauchorgane mitbeurteilt werden. 

  

 

Patientenvorbereitung: 

Mindestens 12 Stunden vor der Untersuchung keine feste Nahrung, vor der Untersuchung nicht rauchen! 

  

 

 Untersuchungsablauf:

  Durchleuchtungsgezieltes Legen einer Dünndarmsonde über Mund oder Nase.  Instillation von 2000 ml Methylzellulose.  Multislice-Spiral-CT des gesamten Abdomens mit i.v.-Kontrastmittel  

  

 

 Untersuchungsdauer:

 ca. 30 min (inkl. Vorbereitung, CT selbst dauert nur wenige Sekunden)  

 

 

          

 

 

 

 

        

 

 Abb.1: Normalbefund

 

 Abb.2: Segmentale entzündliche Stenose bei Mb. Crohn

 

 

 

 

MR-Enteroklysma, MR-Enterografie

 

Alternativ zum CT-Enteroklysma kann heute für viele Indikationen das MR-Enteroklysma oder die MR-Enterographie eingesetzt werden.

 

Auch hier wird der Dünndarm vor der eigentlichen MRT-Untersuchung entweder über eine Sonde mit Flüssigkeit gefüllt (Enteroklysma), oder der Patient erhält 1,5 Liter einer speziellen Flüssigkeit zu trinken (Enterographie).

 

Der entscheidende Vorteil dieser Methoden ist die fehlende Strahlenbelastung bei der Untersuchung selbst (die Platzierung der Sonde im Zwölffingerdarm wird durchleuchtungsgezielt durchgeführt). Das MR Enteroklysma bietet einen exzellenten Weichteilkontrast – Fisteln und andere Komplikationen von entzündlichen Darmerkrankungen (wie z.B. Morbus Crohn) können besonders gut dargestellt werden. Mit der Gabe von intravenösen Kontrastmitteln kann eine Zusatzinformation z. B. zum Aktivitätsgrad einer Entzündung gewonnen werden.

 

Auch die MRT des kleinen Beckens (z.B. zur Diagnostik von perianalen Fisteln bei entzündlichen Darmerkrankungen) ist im Routinebetrieb im Einsatz.

 

Derzeitiger Nachteil der Dünndarmdiagnostik in der MRT ist trotz optimierter Untersuchungsparameter die inkonstante Bildqualität sowie die eingeschränkten Platzverhältnisse im MR Tomographen („Platzangst“).

 

Patientenvorbereitung:

Mindestens 12 Stunden vor der Untersuchung keine feste Nahrung, vor der Untersuchung nicht rauchen! 

 

Untersuchungsablauf:

MR Enteroklysma:Durchleuchtungsgezieltes Legen einer Dünndarmsonde über Mund oder Nase. Instillation von 2000 ml Methylzellulose. Anschließend Abdominal MRT mit speziellen Sequenzen.

 

MR Enterographie: 1 Stunde vor Untersuchungsbeginn beginnt der Patient insgesamt 1,5 Liter Mannitlösung zu trinken. Anschließend Abdominal MRT mit speziellen Sequenzen.

 

Untersuchungsdauer: ca. 30 - 40 min.

 

    
Abb. 1 und 2: MR-Enteroklysma eines Patienten mit Mb. Crohn. Die Pfeile zeigen auf eine längerstreckige Engstelle (Stenose) und Wandverdickung des Dünndarms mit Zeichen der aktiven Entzündung. (Sequenzen: t2 haste transversal, t1-f3d-fs nach i.v. Kontrastmittel)

 

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