Anästhesie und Intensivmedizin

Schmerzambulanz

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Schmerzen, insbesondere chronische Schmerzen (seit Monaten bis Jahren) sind meist komplexer Natur und führen häufig zu Arbeitsunfähigkeit, Immobilisation und Krankenhaus-Aufenthalten mit unter Umständen unnötigen Operationen. Für den Patienten spielt dabei der Verlust von Lebensqualität eine erhebliche Rolle.

 

 

Schmerzformen

 

Akute Schmerzen

 

Es ist allgemein anerkannt, dass eine frühzeitige und effektive Unterbrechung der Nozizeption (Schmerzentstehung und Verarbeitung) - unter Berücksichtigung einer kausalen Schmerztherapie - einer Chronifzierung von Schmerzzuständen entgegen wirkt.

Die Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Krankenhauses St. Veit/Glan trug dieser Erkenntnis Rechnung, indem bereits vor einigen Jahren ein hausinterner Schmerzdienst eingerichtet wurde, der nicht nur chirurgischen, postoperativen und TumorpatientInnen zur Verfügung steht, sondern bei allen Abteilungen unseres Hauses angefordert werden kann. Darüber hinaus wird unsere Erfahrung auch bei komplexen und chronischen Schmerzzuständen in zunehmendenm Maße von ambulanten PatientInnen in Anspruch genommen.

 

 

Chronische Schmerzen

 

Die bisher vorliegenden Ergebnisse zur Schmerzforschung legen die Vermutung nahe, dass es bei der Chronifzierung von Schmerzzuständen zu plastischen Veränderungen im peripheren und zentralen Nervensystem kommt, welche selbstständig Schmerzwahrnehmungen auslösen und unterhalten können (Schmerz-Engramm, Schmerzkrankheit). Auf Basis dieser morphologischen Veränderungen werden bei langer Schmerzdauer häufig psychische Alterationen und schließlich auch negative soziale Auswirkungen beobachtet, sodass man chronische Schmerzen letztlich als biopsychosoziale Erkrankungen auffassen und auch behandeln muss.

Die effektive Beeinflussung chronischer Schmerzen gelingt daher oft nur über multimodale Therapiekonzepte und durch ineinander greifende Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Disziplinen (Anästhesie, Interne, Neurologie, Radiologie, Chirurgie, Orthop./Unfallchirurgie, Psychologie, Physiotherapie, Soz.arb.).

Im Sinne einer ganzheitlichen Medizin kommen in unserem Haus neben einem Basiskonzept zur Schmerzlinderung auch regulative, stimulative oder psychologische Verfahren zum Einsatz, um auch die körpereigenen Schmerzhemmsysteme zu aktivieren, sowie die Schmerzwahrnehmung und den Umgang mit dem Schmerz günstig zu beeinflussen.

 

 

Tumorschmerzen

 

Eine besondere Herausforderung stellen Tumorschmerzen, insbesondere in der Palliativsituation, dar. Es ist allgemein bekannt, dass über 90 % der von einer unheilbaren Krebserkrankung betroffenen Menschen bis zuletzt in ihrer häuslichen Umgebung verbleiben möchten. Gleichzeitig sind aber gerade bei diesen PatientInnen Schmerzen ein Haupteinweisungsgrund ins Krankenhaus. Eine rasche und effektive Schmerzkontrolle unter Berücksichtigung der individuellen Patientenumstände setzt hier neben entsprechendem Fachwissen ein besonders hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Erfahrung mit onkologischen PatientInnen voraus. Wir konnten über viele Jahre Erfahrung in der Behandlung von TumorpatientInnen, einem Behandlungsschwerpunkt unseres Hauses entsprechend, sammeln, welche wir auch ambulanten PatientInnen zugänglich machen wollen.

 

Bei uns behandelbare Schmerzformen 

  • Kopfschmerzen und Migräne

  • Myofasciale Schmerzen

  • Degenerative Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates

  • Rückenschmerzen (Cervicalsyndrom, Dorsalgie, Lumbalgie, Ischialgie, Coccygodynie)

  • Posttraumatische Schmerzen, postoperative Schmerzen

  • Neuralgien, Neuropathien

  • Phantom- und Stumpfschmerzen

  • Ischämieschmerzen

  • Sympathische Reflexdystrophie (CRPS)

  • Tumorschmerzen


 

Diagnostik

 

  • Ausführliche Schmerzanamnese, Schmerzfragebogen
  • Schmerz bezogene Re-Evaluierung der vorliegenden Unterlagen
  • Eingehende klinische Untersuchung mit
    Erhebung des neurologischen/algesiologischen Status
  • Schmerzanalyse durch Schmerztagebuch
  • Veranlassung erforderlicher/ergänzender Zusatzuntersuchungen
  • Psychologische Anamnese, Sozialanamnese


 

Unser Therapiespektrum

 

Alle genannten Therapieverfahren können prinzipiell ambulant durchgeführt werden, für bestimmte Methoden, wie z. B. die intravenöse Morphinaustestung oder die Blockade großer gefäßnaher Nervenstrukturen sollte aber zweckmäßigerweise eine stationäre Aufnahme vorgenommen werden.
 
 
Zusammenfassend bieten wir unseren PatientInnen eine breite Schmerzbehandlung-Palette nach dem aktuellen Stand der Medizin. Ausgenommen bleiben PatientInnen, die spezielle neurochirurgische Interventionen benötigen (z. B. intrathekale Opiatpumpen-Implantationen oder Spinal-Cord-Stimulationen), wobei diese Techniken in der Regel erst nach Ausschöpfung aller konservativer Möglichkeiten und nur unter bestimmten Voraussetzungen zur Anwendung kommen. In diesem Zusammenhang möchten wir auf die schon bisher bestehende ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Herrn Univ.-Doz. Dr. Likar, dem Leiter der Schmerzambulanz am LKH Klagenfurt, hinweisen.

 

 

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