Barmherzige Brüder stellen Schlaganfall-Versorgung während Corona in Wien sicher

In der Stroke Unit (Spezialeinrichtung für Schlaganfälle) des Krankenhauses werden täglich durchschnittlich drei bis vier Schlaganfallpatienten aufgenommen.

Die Schlaganfall-Station (Stroke Unit) im Krankenhaus im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien gehört mit sieben Akutbetten und weiteren Betten der Frührehabilitation zu den größten Einrichtungen ihrer Art. Alle Möglichkeiten der Akutbehandlung sind hier etabliert, insbesondere die Möglichkeiten der Wiedereröffnung von Gefäßverschlüssen der großen Hirnarterien.

 

Die SARS-Cov2 Pandemie stellte in vielfacher Hinsicht eine Herausforderung dar: Ca. 1,5% der versorgten Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall sind bei Aufnahme mit SARS Cov-2 infiziert. In vielen Ländern konnte die Schlaganfall-Versorgung unter dem Druck der Pandemie nicht in Umfang und Qualität aufrechterhalten werden. Es kann zu einer Reduktion von Aufnahmen auf Stroke Units (Markus, Stroke 2020) und zu einer Reduktion der Anzahl notwendiger Behandlungen zur Gefäßeröffnung (Reduktion der Anzahl der intravenösen Thrombolysen* und der mechanischen Thrombektomien um ca. 30%. (Hajdu, Stroke 2020).

 

Im Gegensatz zu diesen internationalen Entwicklungen wurden an der Stroke Unit im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien mehr Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall behandelt (Zunahme um 6,5%: 906 Aufnahmen im Jahr 2019, 965 Aufnahmen im Jahr 2020). Die Thrombolyse-Rate stieg um 13%. Im letzten Quartal 2020 konnte sogar im Vergleich zu 2019 eine 33%ige Zunahme der Thrombolyse-Rate und eine 21%ige Zunahme der Rate an durchgeführten mechanischen Thrombektomien verzeichnet werden!

 

Durch effektive intrahospitale strukturelle Anpassungen aufgrund der Pandemie, war es möglich, eine durchgehende 24/7 Schlaganfallversorgung anzubieten zu können, auch für Patienten, die einen Schlaganfall und eine COVID Erkrankung hatten. Auch im Bereich der Zeiten in Bezug auf die akute Schlaganfallbehandlung konnte eine Aufrechterhaltung der intrahospitalen Zeiten bis zur Thrombolyse (35 Minuten von der Aufnahme bis zur Thrombolyse) und sogar eine Reduktion der Zeiten bis zur mechanischen Thrombektomie (40 Minuten von der Aufnahme bis zur Embolektomie) erzielt werden.

 

Während der gesamten Pandemiezeit konnte eine Clusterbildung im Personalbereich verhindert werden. Trotz SARS-Cov2 wurde in Zusammenarbeit mit der Wiener Rettung das Schlaganfall-Aviso-System durch Einführung eines neuer prähospitalen Schlaganfall-Diagnostik (FAST plus) optimiert. 

 

„Bei einem Schlaganfall geht es in der ersten Linie darum, diesen schnell zu erkennen und rasch zu behandeln. Dies gilt unverändert in der Corona-Krise“, betont Prof. Wilfried Lang. Zu einer optimalen, leitliniengerechten Versorgung der Patienten gehört nicht nur die Notfalltherapie, sondern auch die Sekundärprävention und Rehabilitation: „Die Betroffen benötigen die Rehabilitationsmaßnahmen unmittelbar nach der Therapie, um die langfristigen Folgen des Schlaganfalls möglichst gering zu halten. Unsere Abteilung gewährleistet, dass die komplette Schlaganfallversorgung auch während der SARS-CoV-2- Pandemie ohne Qualitätseinbußen gewährleistet ist“, erklärt Prof. Wilfried Lang.

 

Stroke Unit im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien

Die Stroke Unit (Spezialeinrichtung für Schlaganfälle) des Krankenhauses werden täglich durchschnittlich drei bis vier Schlaganfallpatienten aufgenommen. Die Abteilung verfügt über eine spezielle Schlaganfallstation mit sieben Stroke Unit Betten und 16 angeschlossenen Rehabilitationsbetten sowie eine eigene Station für geriatrische Patienten.

 

Die Schlaganfall-Versorgung im KH der Barmherzigen Brüder erfolgt über einen eigenen se-paraten Zugang für die Rettungsorganisationen. Die Betroffenen gelangen auf kurzem Weg (mit separatem Lift) auf die Stroke Unit und werden in den aktuellen Zeiten von COVID in Einzelzimmern versorgt und überwacht. Ca. 2% der Patienten mit Schlaganfall sind COVID-positiv, da das Virus auch Herz und Gefäße schädigt und das Gerinnungssystem ungünstig beeinflusst.

 

Der Schlaganfall

Alle sechs Minuten erleidet ein Mensch in Österreich einen Schlaganfall. Pro Jahr sind 20.000 Patienten betroffen. Nach Herz-Kreislauf- sowie Krebs-Erkrankungen ist der Schlaganfall in Österreich die dritthäufigste Todesursache. Ca. 40% der Betroffenen bleiben in der einen oder anderen Form beeinträchtigt. Ursachen und Auslöser für die Durchblutungsstörung im Gehirn sind die Verstopfung einer Gehirnarterie durch ein Blutgerinnsel oder eine Gehirnblutung. In beiden Fällen werden Teile des Gehirns nicht mehr optimal durchblutet und in Folge sterben Gehirnzellen ab. Faktoren, die Schlaganfall begünstigen, sind Rauchen, hoher Blutdruck, Diabetes, Herzrhythmusstörungen und Stress sowie zu wenig Bewegung und zu viel Alkohol. Liegt ein akuter Gefäßverschluss vor, kann das Gerinnsel entweder durch ein Medikament aufgelöst werden („Thrombolyse“) oder es wird auf direktem Zugang über das Gefäßsystem mechanisch entfernt („mechanische Thrombektomie“).

KRANKENHAUS
der Barmherzigen Brüder Wien
Johannes-von-Gott-Platz 1
1020 Wien

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