HNO & Phoniatrie

Schnarchen und obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS)

 

Schnarchen ist nicht nur ein belastendes Problem für die Partnerin oder den Partner, sondern kann auch Ausdruck einer langfristig bedrohlichen, schlafassoziierten Atemstörung sein. Etwa 41,5 % der Erwachsenen schnarchen, wobei der Männeranteil höher ist als jener bei den Frauen.

 

Bei einigen „Schnarchern“ kommt es im Schlaf sogar zum Verschluss der oberen Atemwege und damit zum vorübergehenden Atemstillstand. Dieses „obstruktive Schlafapnoe-Syndrom“ (OSAS) kann zu extremer Tagesmüdigkeit, aber auch zu schweren Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen. 

 

Bild: Beispiel für eine Schlaflabor-Untersuchung

mit dem SOMNOscreen-System® bei Verdacht auf OSAS

 

Mehr als 800 Menschen wurden in den letzten Jahren von unserer HNO-Abteilung wegen eines Schnarchproblems betreut. Während das Hauptaugenmerk der HNO dem sozialstörenden Schnarchen gilt, arbeiten wir mit dem Schlaflabor der Neurologie eng zusammen, um auch Menschen mit einem OSAS und anderen schlafbezogenen Störungen eine optimale Betreuung zu garantieren.

 

 

Schlafendoskopie

 

 OA Dr. Legler bei der

Schlafendoskopie

Als eines von wenigen Zentren in Österreich führen wir die Schlafendoskopie durch: nach Verabreichung einer exakt bemessenen Menge eines Schlafmittels durch das Team der anästhesiologischen Abteilung für Anästhesie erfolgt die Endoskopie durch unsere Spezialisten. Die Untersuchung mittels einer dünnen Glasfaseroptik gestattet in den meisten Fällen die exakte Lokalisation des Ortes der Geräuschentstehung bzw. des Verschlusses und unterstützt so die Planung einer individuellen, zielgerichteten Therapie.

 

Auch im Falle der Schlafendoskopie arbeiten wir mit dem Schlaflabor unserer Neurologie eng zusammen, bieten aufgrund unserer Expertise diese Untersuchung in schwierigen Fällen auch anderen Schlaflaboren in Wien an.

 

 

 
 

Video: Vibration des Zäpfchens und Kollaps

des Rachenbereichs in der Schlafendoskopie

 

 

Operationsmöglichkeiten beim Schnarchen

Konnte durch eine nächtliche Überwachung mit einem unserer modernen SOMNOscreen-Geräte® ein OSAS ausgeschlossen und durch eine Schlafendoskopie der Ort der Geräuschentstehung identifiziert werden, so kann ein individuell geplanter und damit schonender, operativer Eingriff das Schnarchproblem in vielen Fällen lösen helfen.

 

Überschießende Schleimhaut im Bereich des weichen Gaumens und des Zäpfchens lässt sich etwa in Vollnarkose mit dem Laser oder mit hochfrequentem Strom reduzieren. Je nach verwendeter Methode spricht man von einer LAUPP (Laser-assistierte Uvulopalatoplastik) oder einer CAUPP (Coablation-assistierte Uvulopalatoplastik).

 

Bei der RFITT (radiofrequenzinduzierten Thermotherapie) kann mit Hilfer spezieller Sonden der weiche Gaumen versteift werden. Mit der selben Technik gelingt auch die Reduktion eines vergrößerten Zungengrundes.

 

Sollten die Gaumenmandeln massiv vergrößert sein, so kann auch eine Entfernung derselben sinnvoll sein. In manchen Fällen ist es notwendig, durch zusätzliche Nähte den Schlund etwas zu raffen und so erweitern. Man spricht in diesem Fall von einer UPPP (Uvulopalatopharyngealplastik).

 

Entfernung überschüssiger

Schleimhaut bei LAUPP und CAUPP

Ausgangssituation Gewebsreduktion und Raffnähte bei der UPPP

 

Ergänzend kann die Behandlung einer behinderten Nasenatmung sinnvoll sein. Diese ist manchmal auch Voraussetzung für eine CPAP-Anpassung (siehe unten). Während eine Reduktion der Nasenmuscheln meist im Rahmen der selben Operation möglich ist, werden komplexere Nasenoperationen meist zweizeitig durchgeführt.

 

Nach der Operation:

Komplikationen sind neben Halsschmerzen, ähnlich wie bei der Mandeloperation die Gefahr von Nachblutungen.

Extrem selten kann eine Veränderung des Stimmklanges (näseln) oder eine fast immer vorübergehende Undichtheit des Nasenrachens beim Trinken auftreten.

Eine körperliche Schonung zumindest für eine Woche ist jedenfalls zu empfehlen.

 

 

Schienenversorgung

Je nach Befund bei der Schlafendoskopie kann auch eine Aufbiss-Schiene hilfreich sein, die nachts den Unterkiefer und damit die Zunge nach vorne zieht.

Besonders ausgebildete Zahnärztinnen bzw. Zahnärzte können Sie diesbezüglich beraten.

 

 

Atemhilfe beim OSAS (CPAP)

Sollte ein OSAS hingegen nachgewiesen werden, kann in Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Schlaflabor auch hierfür eine Behandlung angeboten werden. Neben einer Reduktion der Risikofaktoren wie Übergewicht oder abendlichen Alkoholkonsum kann in vielen Fällen eine beim Schlafen getragene Atemmaske (CPAP) den Luftdruck in den Atemwegen senken und so deren Kollaps verhindern. Bei leichteren Formen des OSAS hilft – in Abhängigkeit vom Ort der Engstelle -  in einigen Fällen auch ein operativer Eingriff (siehe oben).

 

 

Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Österreich

Informationen zur Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Österreich finden Sie hier.

 

 

Ihre Ansprechpartner

OA Dr. Thomas J. Schmal

OA Dr. Elisabeth Legler

Aktives Mitglied der

 

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KRANKENHAUS
der Barmherzigen Brüder Wien
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