Radiologie und Nuklearmedizin

Was versteht man unter "Röntgen"?


Mit "Röntgen" bezeichnet man den Einsatz von ionisierenden Strahlen für die Diagnosefindung in der Medizin. Dazu wird von einer Röntgenröhre eine kurze Strahlung ausgesendet, welche nur wenige Millisekunden dauert. Die Strahlen treten durch den Körper hindurch, treten auf der Gegenseite aus und führen zu einer Abbildung des Körpers auf einem Film oder anderem Speichermedium. Der Film wird durch die auftreffenden Röntgenstrahlen in seinen chemischen Eigenschaften so verändert, dass nach einer speziellen Entwicklung des belichteten Filmes ein Bild entsteht, das "Röntgenbild".


Ablauf einer RöntgenuntersuchungNach Betreten des Röntgenraumes wird der Patient gebeten, die zu untersuchende Körperregion vollständig frei zu machen. Schmuck und Kleidungsstücke sollten abgelegt werden, wenn sie die entsprechende Region bedecken. Vor jeder Röntgenuntersuchung wird eine Bleischürze um die Hüften und Becken zum Schutz der Keimdrüsen angelegt. Daraufhin wird der Patient bzw. das betreffende Körperteil für die Aufnahme zwischen der Röntgenfilmplatte (Kassette) und der Röntgenröhre positioniert.

Ähnlich wie bei der Fotographie ist es auch bei einer Röntgenaufnahme besonders wichtig, dass sich das Objekt, das abgebildet werden soll, nicht bewegt. Bewegung führt in diesem Fall zu einer nicht gewünschten Unschärfe und kann dadurch die Qualität der Diagnose bedeutend einschränken und unter Umständen zu Fehleinschätzungen führen. Deshalb wird der Patient bei fast allen Röntgenuntersuchungen gebeten, für den Moment der Aufnahme nicht zu atmen und sich nicht zu bewegen.

Um aus dem Röntgenbild eine möglichst hohe diagnostische Sicherheit zu erzielen, muss man von dem Organ oder Körperteil, das dargestellt werden soll, meistens zwei Aufnahmen aus zwei verschiedenen Richtungen anfertigen. Nur in wenigen Fällen ist eine einzige "Ebene" ausreichend. Manchmal kann auch eine dritte oder vierte zusätzliche Aufnahme notwendig werden. Durch diese sogenannten Spezialaufnahmen kann dann ein noch ungeklärter Aspekt besonders deutlich herausgearbeitet werden.


VorbereitungFür eine einfache konventionelle Röntgenaufnahme bedarf es in der Regel keiner speziellen Vorbereitung. Für Aufnahmen am knöchernen Skelett und der Lungen ist es nicht nötig, nüchtern zu sein. Für bestimmte Untersuchungen der Nierenfunktion mit Kontrastmittel sollte der Patient seit dem Vorabend nüchtern und mit einem speziellen entblähenden Medikament (z. B. SAB simplex®) vorbereitet sein.


Indikationen für eine RöntgenaufnahmeSkelettaufnahmen

  • Obere Extremität: Finger, Hand, Handgelenk, Ellbogen, Schulter
  • Untere Extremität: Fuß, Sprunggelenk, Kniegelenk, Hüftgelenk
    • Knochenbrüche nach Sturz, Verletzung, Schlag oder Fremdeinwirkung
    • Knochenbruchheilung im zeitlichen Verlauf
    • Stellungskontrollen nach Gips und chirurgischer Behandlung mit Metall (Platten, Schrauben, Implantate, Prothesen)
    • Luxationen und Fehlstellungen der Gelenke ("Auskugelungen")
    • krankhafte degenerative Veränderungen, Arthrose ("Abnutzungserscheinungen")
    • entzündliche Veränderungen des Knochens (Osteomyelitis)
    • rheumatische Veränderungen
    • Stoffwechselerkrankungen des Knochens (Osteoporose u.a.)
    • Gutartige Knochenveränderungen (Zysten, Ganglien, Knochennekrosen)
    • Bösartige Knochenerkrankungen: Tumore und Metastasen
    • Fehlbildungen
    • etc.

 

Becken und Wirbelsäule

  • Knochenbrüche nach Traumen, Stürze, Verkehrsunfall
  • Stoffwechselerkrankungen des Knochens (Osteoporose u.a.)
  • krankhafte degenerative Veränderungen, Arthrose ("Abnutzungserscheinungen)
  • entzündliche Veränderungen des Knochens (Osteomyelitis, Spondylodiszitis)
  • Fehlhaltungen und Fehlbildungen

 
Schädel und Nasennebenhöhlen, knöcherne Anteile des Gehörs

  • Knochenbruch der Schädelkalotte oder des Gesichtsschädels nach schweren Traumen oder Gewalteinwirkung
  • Entzündungen der Nasennebenhöhlen
  • Knöcherne Beteiligung bei Mittelohrentzündungen
  • Missbildungen

   
Abdomenübersichtsaufnahme (Aufnahme des Bauches)

  • Durchbruch von Magen oder Darm (freie abdominelle Luft)
  • Darmverschlingungen und Störung der Darmdurchgängigkeit
  • Nierensteine und Harnleitersteine
  • Nierenfunktionsstörungen und Harnabflussstörungen (mit Kontrastmittel)

  
Thoraxaufnahme oder Lungenaufnahme

  • Alle Erkrankungen der Lunge und der Bronchien
  • Lungenentzündung und Tuberkulose
  • chronische Bronchitis
  • Emphysem
  • Lungenfibrose
  • Tumore und Metastasen
  • Erkrankungen des Herzens
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz) mit Flüssigkeitseinlagerungen in Lunge und Rippfell (Lungenödem, Pleuraerguss)
  • Herzschrittmacher und ihre Lagebeziehungen

 

Beispiele von Röntgenaufnahmen

Lungenröntgen
 
Knieröntgen
 
Infusionsurogramm (IVU)

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