Radiologie und Nuklearmedizin

Röntgen und Schwangerschaft

Ich bin schwanger, darf ich überhaupt geröntgt werden?

Bei einer bestehenden Schwangerschaft sollte man grundsätzlich überdenken, ob eine Röntgenaufnahme notwendig ist. Die Entscheidung trifft der Arzt zusammen mit der Patientin, die nach einer ausführlichen Information und Aufklärung auch mit einer Unterschrift zustimmen soll.
Für die Entscheidung ist vor allem der Zeitpunkt der Schwangerschaft und die Art der Röntgenuntersuchung (also welche Körperregion untersucht werden soll) ausschlaggebend. Vor allem in der 2. bis 15. Schwangerschaftswoche, in der Organe und das zentrale Nervensystem gebildet werden, ist der Embryo besonders verletzlich. Zu einem späteren Zeitpunkt sind Schädigungen weniger wahrscheinlich.

Grundsätzlich wird - wie immer bei Röntgenaufnahmen - ein besonderer Bleischutz um Bauch und Becken der Patientin angelegt. Bei Aufnahmen der Hand, der Arme, des Fußes, der Sprunggelenke oder des Knies ist die Strahlenbelastung besonders gering, da auch das geröntgte Objekt in der Regel relativ schlank ist. Hier kann in den meisten Fällen eine Aufnahme trotz bestehender Schwangerschaft als unbedenklich gelten. Bei Aufnahmen der Brust, des Bauches oder der Wirbelsäule (vor allem der Lendenwirbelsäule) und des Beckens kommt es auf die Art der Verletzung der Patientin an, um zu entscheiden, ob eine Röntgenuntersuchung unumgänglich und notwendig ist, oder eine alternative Methode zur Diagnosefindung zur Verfügung steht.


Gibt es Alternativen zur Röntgenaufnahme bei Schwangerschaft?Manchmal kann die notwendige Diagnose auch mit Untersuchungsverfahren, die keine Röntgenstrahlen anwenden, geklärt werden wie zum Beispiel mit der Magnetresonanztomographie (MRT). Besteht eine besondere Gefahr für Leib und Leben der Mutter, so sind Röntgenaufnahmen zur schnellen Sicherung einer Diagnose gerechtfertigt, um rasch eine geeignete Therapie einleiten zu können.


Ich bin unwissentlich während einer Schwangerschaft geröntgt worden. Was nun?Das individuelle Risiko muss jeweils der Arzt in der speziellen Situation abschätzen. Ein Schwangerschaftsabbruch nach einer konventionellen Röntgenuntersuchung ist nicht gerechtfertigt.

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