Radiologie und Nuklearmedizin

Nuklearmedizin


Als Nuklearmedizin bezeichnet man die Anwendung von offenen radioaktiven Stoffen in medizinischer Diagnostik, Therapie und Wissenschaft.

In der nuklearmedizinischen Diagnostik geht es um das Sichtbarmachen von Stoffwechselvorgängen. Dazu werden den Patienten geeignete, radioaktiv markierte Substanzen intravenös verabreicht. Diese sind ganz spezifisch am fraglichen Stoffwechselprozess beteiligt und "markieren" diesen geradezu. Das Sichtbarmachen erfolgt mit speziellen Untersuchungsgeräten, so genannten Gammakameras.

Bei der nuklearmedizinischen Therapie – also der Behandlung von Krankheiten mit nuklearmedizinischen Verfahren – gelangen die radioaktiven Substanzen direkt bis an die krankhaften Zellen und zerstört sie durch radioaktive Strahlen. Ein Beispiel hierfür ist die Radioiodtherapie, die Einsatz findet bei der Behandlung von gutartigen Erkrankungen der Schilddrüse.


LeistungsspektrumHerz-Diagnostik

  • Ischämienachweis unter fahrradergometrischer sowie medikamentöser Belastung
  • Radionuklidventrikulografie unter Belastung und in Ruhe. Bestimmung der Pumpfunktion

Nieren-Diagnostik

  • Isotopennephrogramm
  • Captopril-Szintigrafie zur Abklärung eines durch Nierenarterieneinengung bedingten Bluthochdrucks

Knochen-Diagnostik

  • Ganzkörper-Szintigrafie zur Tumor- und Metastasensuche
  • Entzündungen, z. B. Rheuma
  • Endoprothesen-Lockerung

Schilddrüsen-Diagnostik
Szintigrafie zur Diagnostik der Funktion

  • Autonomie
  • Entzündung oder
  • Tumoren der Schilddrüse

Nuklearmedizinische Untersuchungen erlauben die bildliche Darstellung von Funktionsabläufen bestimmter Organe. Nach meist intravenöser Gabe einer schwach radioaktiven Substanz wird deren Verteilung im Körper von außen mit einer speziellen Gammakamera aufgenommen. Die geringe Substanzmenge (wenige mg) und kurze Halbwertszeiten der radioaktiven Markierung (meist 6 Stunden) gewährleisten eine geringe Strahlenbelastung bei in der Regel fehlendem Allergierisiko.


Ablauf der wichtigsten nuklearmedizinischen Untersuchungen:


Schilddrüsenszintigrafie


Nach 20minütiger Einwirkzeit der Untersuchungssubstanz wird das Funktionsbild (Szintigramm) der Schilddrüse aufgenommen. Es zeigt die Funktion des gesamten Schilddrüsengewebes und lässt so “heiße” und “kalte” Knoten ebenso erkennen wie eine diffuse Über- oder Unterfunktion der gesamten Schilddrüse. Eine umfassende Beurteilung der Schilddrüse erfordert neben der Szintigrafie die Kenntnis von Ultraschallbefund, Tastbefund und Laborwerten der Schilddrüse, ferner Informationen zur Vorgeschichte und zu bisherigen Schilddrüsenmedikamenten.



Knochen-Szintigraphie

Hierbei wird der regionale Stoffwechsel der Knochen abgebildet. Da bei den meisten Knochenerkrankungen der Stoffwechsel sehr frühzeitig reagiert, stellt die Skelett- Szintigrafie eine hochempfindliche Suchmethode dar. Oft lassen sich Veränderungen nachweisen, die auf Röntgenaufnahmen nicht oder noch nicht erkennbar sind.



Herz-Szintigrafie
(Myokard-Szintigrafie)

Sie dient dem Nachweis von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels. Da die meisten Durchblutungsstörungen am deutlichsten während körperlicher Anstrengung zutage treten, beginnt die Untersuchung mit einer Belastung auf dem Fahrrad oder einer Kletterstufe, bei der Sie Ihrer persönlichen Leistungsgrenze möglichst nahe kommen sollten. Aufnahmen Ihres Herzens erfolgen sofort nach der Belastung und nochmals nach einer etwa dreistündigen Ruhepause, da der Vergleich beider Aufnahmen besonders aussagekräftig ist.



Entzündungs- und Tumorszintigrafie

Zum Auffinden von Entzündungsherden oder von Geschwülsten im Körper wurden zahlreiche nuklearmedizinische Untersuchungen entwicklet, die auf die jeweilige konkrete Fragestellung abgestimmt sind und sich daher im Ablauf voneinander unterscheiden.


Nieren-Funktionsszintigrafie

Sie dient der Darstellung und quantitativen Beurteilung der Durchblutung, der Ausscheidungsfunktion und des Harnabflusses der Nieren. Diese Informationen werden für beide Nieren seitengetrennt gewonnen, ohne daß dies eine eingreifende Untersuchung erfordert. Oft lassen sich Funktionsstörungen erkennen, die nur einen kleinen Teilbereich einer Niere betreffen.



Nuklearmedizinische Therapie, insbesondere Schmerztherapie im Rahmen von Gelenkserkrankungen (RSO) oder Tumorerkrankungen


Chronische entzündliche Gelenkserkrankungen, z.B. bei chronischer Polyarthritis, führen zur Zerstörung des Gelenkes und durch Medikamente kaum beeinflußbare Gelenksschmerzen. Durch Injektion einer radioaktiven Substanz kann der Entzündungsprozeß der Gelenkskapsel erfolgreich blockiert werden, wodurch ein Rückgang der Schmerzen zu erwarten ist.

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