Unsere Armut
Armut ist neben Ehelosigkeit, Gehorsam und Hospitalität eines der vier
Gelübde, welches die Barmherzigen Brüder ablegen. Armut heißt für uns,
kein
Eigentum zu haben. Alles, was wir besitzen, gehört der Gemeinschaft.
Der Orden stellt uns aber Essen, Trinken, Kleidung und Unterkunft und
was wir sonst für unser Leben benötigen in angemessener Form zur
Verfügung.
Der
Hintergrund dieses Gelübdes: Die Besitzlosigkeit macht uns frei von
vielen alltäglichen Sorgen. Dies gibt uns die Freiheit und die Chance, für die Nöte anderer Menschen offener zu werden.
Aus unseren Konstitutionen:
Mit dem Gelübde der Armut lösen wir uns von der Bindung an die
irdischen Güter. So sind wir verfügbarer, Jesus nachzufolgen, der,
obwohl er reich war, sich für uns arm machte. Durch seine Menschwerdung
solidarisierte er sich mit uns Menschen; er trug unsere Schwächen
und Entbehrungen. So lehrte er uns den Weg zur wahren Freiheit.
Wie Jesus verkünden wir den Armen das Reich Gottes. Wegen unserer Armut
können wir in die Gemeinschaft mit den Schwachen eintreten und
existentiell ihre Lage verstehen. Wir arbeiten für die Verbesserung
ihrer Lebensverhältnisse und widersetzen uns im Geiste des Evangeliums
jeder Form der Ungerechtigkeit und menschlicher Manipulation.
Angesichts des schrecklichen Elends, wissen wir uns in die Pflicht
genommen, das Gewissen der Menschen wachzurütteln.