Selbstwirksamkeit und Teilhabe fördern
Unterstützte Kommunikation umfasst viele Bereiche: einfache Sprache, Gebärdensprache, bebilderte Symboltafeln, Taster, den Einsatz von Kommunikationssoftware bis hin zur Augensteuerung bei Computerprogrammen. In den Lebenswelten Steiermark gibt es eine eigene UK-Steuergruppe mit drei Expert:innen, die UK in allen Bereichen des Hauses verankert. Eva bringt die ergotherapeutische Perspektive in die Gruppe ein und ist Ansprechperson, wenn bei Bewohner:innen ein Kommunikationsproblem sichtbar wird oder spezielle Einzelabklärungen nötig sind.
Erstbegutachtung als Basis für therapeutische Planung
Eine entsprechende Abklärung wird auch im Zuge der sogenannten Erstbegutachtung durchgeführt, wenn Bewohner:innen neu in die Lebenswelten Steiermark kommen. „Wir schauen die Bewohner:innen zuerst in einer Essenssituation an. Da sieht man Motorik, Hilfsmittelbedarf und auch, wie Kommunikation im Alltag funktioniert“, erklärt die Ergotherapeutin. Auf Basis dieser Erstbegutachtung erfolgt die weitere therapeutische Planung.
Besonders gut geeignet ist die UK bei Menschen mit einem hirnorganischem Psychosyndrom (HOPS), einer bleibenden Hirnschädigung nach Unfällen oder anderen medizinischen Notfällen. Kognitiv seien diese Menschen oftmals noch in der Lage zu kommunizieren, aber durch körperliche Beeinträchtigungen können sie sich nur schwer mitteilen, so Eva.

Nachdem Manuel den Umgang mit dem Tablet mit Ergotherapeutin und UK-Beraterin Eva Scheiblbrandner im Zuge der Ergotherapie geübt hat, netzt er es heute selbstständig zur Kommunikation.
In der Ergotherapie nutzt Eva UK‑Hilfsmittel auch, um Selbstwirksamkeit zu fördern. Mit großen Tastern können Bewohner:innen durch eine einzige willkürliche Bewegung, etwa ein Fußwippen oder eine Kopfbewegung, ein Lichtspiel oder Farbwechsel auslösen. „Die Menschen erleben: Wenn ich etwas tue, passiert etwas. Ich kann etwas bewirken“, sagt sie. Diese Erfahrung stärkt Aufmerksamkeit, Konzentration und Ausdauer und ist oft ein Schlüssel, damit Bewohner:innen wieder Mut fassen, sich mitzuteilen.
Mit Zeit, Vertrauen und passenden Hilfsmitteln entsteht Schritt für Schritt wieder das, was für die meisten von uns selbstverständlich ist: miteinander sprechen und verstanden werden.

Bebilderte Wochenpläne auf den Wohngruppen helfen Bewohner:innen geplante Abläufe der Woche zu verstehen.