Gesundheitsversorgung muss für alle Menschen funktionieren
Wie lässt sich eine moderne und effiziente Gesundheitsversorgung gestalten, ohne die individuellen Bedürfnisse der Patient aus den Augen zu verlieren? Darüber sprechen Provinzial Frater Rudolf Knopp OH und Mag. Peter Ausweger, Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder, im aktuellen Gesundheitsmagazin PERISKOP.
Das Gesundheitswesen steht vor großen Herausforderungen: Steigende Kosten, zunehmender Fachkräftemangel und die Verlagerung medizinischer Leistungen in den ambulanten Bereich erfordern neue Versorgungsmodelle. Doch bei allen notwendigen Veränderungen muss eines im Mittelpunkt bleiben: der Mensch.
Im Interview mit dem Gesundheitsmagazin PERISKOP beleuchten Provinzial Frater Rudolf Knopp OH und Mag. Peter Ausweger, wie sich medizinische Qualität, wirtschaftliche Effizienz und individuelle Bedürfnisse miteinander verbinden lassen.
Nicht jeder Mensch passt in standardisierte Abläufe
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage, wie Gesundheitsversorgung auch jene Menschen erreicht, die mit den bestehenden Strukturen nur schwer zurechtkommen. Dazu zählen beispielsweise ältere Menschen ohne ausreichendes soziales Netzwerk, Menschen mit Behinderungen oder Personen in besonders schwierigen Lebenssituationen.
„Wenn ein Modell für 80 Prozent der Menschen gut funktioniert, sollte es eingesetzt werden. Die verbleibenden 20 Prozent dürfen aber nicht vergessen werden“, betont Provinzial Rudolf Knopp OH.
Gerade darin zeigt sich der Anspruch der Barmherzigen Brüder, medizinische Kompetenz mit Menschlichkeit und gelebter Hospitalität zu verbinden.
Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg
Mit der neuen Ordensprovinz Europa Mitte sind die Einrichtungen der Barmherzigen Brüder in Österreich, Bayern, Tschechien, Ungarn und der Slowakei enger zusammengerückt. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten, voneinander zu lernen und erfolgreiche Versorgungsmodelle gemeinsam weiterzuentwickeln.
„Gute Praxis sollte nicht innerhalb einzelner Häuser bleiben, sondern Ausgangspunkt für gemeinsames Lernen werden“, unterstreicht Frater Rudolf Knopp OH.
Neue Versorgungswege und stärkere Prävention
Weitere Schwerpunkte des Interviews sind die zunehmende Ambulantisierung, die bessere Abstimmung zwischen Krankenhäusern und niedergelassenem Bereich sowie die Bedeutung von Prävention und frühzeitiger medizinischer Intervention.
Peter Ausweger sieht insbesondere in der Weiterentwicklung bestehender Prozesse großes Potenzial. Eine bessere Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen kann die Versorgungsqualität verbessern und gleichzeitig vorhandene Ressourcen effizienter nutzen.
Das gemeinsame Ziel: Ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem, das medizinische Spitzenleistungen ermöglicht, regionale Versorgungsangebote stärkt und die individuellen Bedürfnisse der Patient berücksichtigt.
Das vollständige Interview „Die 20 Prozent nicht vergessen“ ist in der August-Ausgabe 2026 des Gesundheitsmagazins PERISKOP erschienen.

