
Zecken 2026: Was Sie jetzt wissen müssen
Schutz, Zeckenstich richtig einschätzen und FSME nicht vergessen
Mit steigenden Temperaturen beginnt auch wieder die Zeckensaison. Laut AGES werden Zecken richtig aktiv, sobald die Temperaturen über 10 °C steigen und einige Tage konstant bleiben. Gleichzeitig gilt: Einzelne Zecken können auch außerhalb der klassischen Saison vorkommen. Gerade in Österreich lohnt es sich daher, von Frühling bis Herbst aufmerksam zu sein.
Für Menschen sind vor allem zwei durch Zecken übertragene Erkrankungen wichtig: Lyme-Borreliose und FSME. Beide werden durch Zeckenstiche übertragen, unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Während die Borreliose durch Bakterien verursacht wird und mit Antibiotika behandelt werden kann, wird FSME durch ein Virus ausgelöst. Gegen FSME gibt es eine Impfung, gegen Borreliose derzeit nicht.
Warum Zeckenstiche ernst genommen werden sollten
Die häufigste Zeckenart in Österreich ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). AGES weist darauf hin, dass Lyme-Borreliose und FSME in Österreich die häufigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen sind. Im Rahmen des österreichweiten Zeckenmonitorings zeigte sich außerdem, dass ein relevanter Anteil der eingesendeten Zecken Borrelien in sich trägt.
Borreliose kann sich zum Beispiel durch eine Wanderröte bemerkbar machen – also eine Rötung, die sich rund um die Stichstelle langsam ausbreitet. Zusätzlich können Fieber, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen auftreten. Unbehandelt können später auch Gelenke, das Nervensystem, die Haut und selten das Herz betroffen sein. FSME verläuft anders: Sie wird durch Viren verursacht und kann in schweren Fällen zu einer Entzündung von Gehirn, Hirnhäuten oder Nervensystem führen. Eine ursächliche Behandlung gibt es hier nicht – umso wichtiger ist die Vorbeugung durch die Impfung.
Was tun nach einem Zeckenstich?
Wenn sich eine Zecke bereits festgesaugt hat, sollte sie möglichst rasch entfernt werden. Geeignet sind eine feine Pinzette, ein Zeckenhaken oder eine Zeckenkarte. Wichtig ist, die Zecke möglichst hautnah zu greifen und gerade herauszuziehen, ohne sie zu quetschen. Von Hausmitteln wie Öl, Klebstoff oder Butter wird abgeraten.
Nach dem Entfernen sollte die Stichstelle mehrere Wochen beobachtet werden. Hilfreich ist es, die Stelle zu fotografieren, um Veränderungen besser beurteilen zu können. Eine kleine lokale Rötung direkt nach dem Stich ist zunächst nicht ungewöhnlich. Ärztlicher Rat ist aber sinnvoll, wenn sich die Rötung ausbreitet, wenn Fieber, grippeähnliche Beschwerden, starke Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden oder neurologische Symptome dazukommen.
Wie kann man sich schützen?
Ein hundertprozentiger Schutz vor Zeckenstichen ist nicht möglich, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Sinnvoll sind:
- geschlossene Kleidung bei Aufenthalt im hohen Gras, Gebüsch oder Unterholz
- Repellents für Haut oder Kleidung
- den Körper nach Spaziergängen, Gartenarbeit oder Ausflügen gründlich absuchen
- bei Kindern auch Kopfhaut, Nacken und Kniekehlen kontrollieren
Zecken lassen sich übrigens nicht von Bäumen auf Menschen fallen. Meist werden sie in Bodennähe im Vorbeigehen abgestreift.
FSME-Impfung: in Österreich besonders wichtig
Für Österreich ist die FSME-Impfung besonders relevant, weil laut AGES im gesamten Bundesgebiet ein Risiko für FSME besteht. Österreich zählt zu den am stärksten betroffenen Ländern Europas. Die Impfung ist daher ein wichtiger Schutz – besonders für Menschen, die viel in der Natur sind, aber auch für Kinder und Familien. Der österreichische Impfplan empfiehlt die FSME-Impfung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr; Auffrischungen sind je nach Alter und Impfstoff in regelmäßigen Abständen notwendig.
Unser Tipp aus der Apotheke
Gerade zu Beginn der Saison lohnt es sich, an den Zeckenschutz zu denken: geeignetes Repellent, eine gute Zeckenpinzette für unterwegs und ein Blick in den Impfpass sind oft schon die wichtigsten Schritte. Wenn Sie unsicher sind, welches Produkt sinnvoll ist oder wann eine FSME-Auffrischung fällig ist, beraten wir Sie gerne persönlich in der Apotheke.
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