
Gut durch die heißen Tage
Am wichtigsten ist es bei Hitze, ausreichend zu trinken, mindestens zwei Liter pro Tag. Am besten eignen sich Wasser, Mineralwasser, isotonische Getränke sowie lauwarme Kräuter- oder Früchtetees. Die Getränke sollten keinesfalls eiskalt sein, denn diese muss der Körper erst erwärmen. Dafür wird die Durchblutung erhöht, was die Körpertemperatur und auch die Schweißproduktion steigert.
Auch die Ernährung sollte an Hitzetagen umgestellt werden: Deftige, fette oder heiße Gerichte belasten den Organismus ebenso wie allzu üppige Portionen. Wählen Sie lieber leichte Kost wie Obst, Salat, Gemüse, Käse, Fisch, mageres Fleisch und Milchprodukte. Wasserreiche Obst- und Gemüsesorten wie Melonen, Beeren, Gurken und Tomaten helfen zusätzlich, den Verlust von Flüssigkeit und Mineralstoffen auszugleichen.
Hilfreich ist auch saloppe, luftige, helle Kleidung, am besten aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Seide. Dadurch kann die Luft gut zirkulieren und der Körper seinen Wärmehaushalt besser regulieren. Zusätzlich schützen ein Hut oder eine Kappe den Kopf vor der direkten Sonnenstrahlung und Erwärmung.
SIESTA ZUR MITTAGSZEIT
Nach Möglichkeit sollte man die pralle Sonne speziell zur Mittagszeit meiden und sich einen schattigen Platz suchen oder sich in einen kühlen, gut gelüfteten Raum zurückziehen. Wer kann, sollte wie die Menschen in südlichen Ländern während der heißen Mittagsstunden eine Siesta von 20 bis 30 Minuten machen. Hitze erschöpft, eine kurze Pause kann Wunder wirken.
Und wenn die Hitze unerträglich wird, bringt ein kühles, feuchtes Tuch im Nacken oder auf dem Dekolleté etwas Abkühlung. Auch ein Fußbad mit lauwarmem Wasser wirkt erfrischend. Oder lassen Sie eine Weile kaltes Wasser über Unterarme und Hände laufen. Angenehm kühlend wirken auch Wassersprays, die man kaufen oder selbst herstellen kann, indem man eine Sprühflasche mit Wasser befüllt. Ein paar Spritzer auf Gesicht, Hals, Arme oder Beine bringen Erfrischung und Abkühlung.
Duschen sollten Sie im Sommer nicht mit kaltem, sondern mit lauwarmem Wasser. Denn durch eine kalte Dusche sinkt zwar im Moment die Körpertemperatur, danach fährt sie der Körper aber hoch, was zu Schweißattacken führen kann.

Wasserreiche Obst- und Gemüsesorten wie Wassermelonen helfen, den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust bei Hitze auszugleichen.
HITZEBEDINGTE NOTFÄLLE
Doch trotz aller Vorkehrungen muss einem bewusst sein, dass hohe Temperaturen den Körper anstrengen und es im Extremfall zu hitzebedingten Beschwerden oder gar Notfällen kommen kann. Treten Erschöpfung, Übelkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen oder Schwindel auf, gehen Sie sofort in den Schatten oder in eine kühlere Umgebung, trinken Sie Wasser und essen Sie etwas Salziges.
„Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwindel und Müdigkeit sind häufige Anzeichen für eine Dehydrierung. Diese Symptome entstehen, wenn dem Körper durch Schwitzen Flüssigkeit und Salze verloren gehen“, warnt Primarius Priv.-Doz. Dr. Michael Zink, Vorstand der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin bei den Barmherzigen Brüdern St. Veit/Glan und den Elisabethinen Klagenfurt. „Wenn diese Symptome ignoriert werden, kann das rasch in einen Kreislaufzusammenbruch oder sogar einen Herzinfarkt übergehen.“
Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Störungen des Fettstoffwechsels oder Herzkrankheiten gehören zu den Risikogruppen und sollten besonders achtsam sein. Ebenso haben Raucher:innen und Personen mit geringer körperlicher Aktivität ein erhöhtes Risiko. Aber auch anscheinend gesunden Menschen können extreme Temperaturen gefährlich werden. Vor allem, wenn sie bereits eine unerkannte Vorerkrankung haben: Herzprobleme, Diabetes oder andere chronische Erkrankungen bleiben oft lange unentdeckt – doch die Hitze kann sie verschärfen, ohne dass die Betroffenen es sofort bemerken.
Bei plötzlicher Überhitzung steigt auch das Risiko für Herzrhythmusstörungen, einen diabetischen Notfall oder einen Kreislaufzusammenbruch. Diese lebensbedrohlichen Situationen treten häufig unerwartet auf, weil die Symptome zunächst unspezifisch sind oder leicht übersehen werden. Primarius Dr. Zink warnt zudem, dass das Herz manchmal ohne Vorwarnung stoppen kann, selbst bei scheinbar gesunden Menschen.
Beim Verdacht auf einen Herzstillstand ist schnelles Handeln entscheidend, denn innerhalb von drei Minuten können irreversible Gehirnschäden auftreten. Nach dem Rufen der Rettung sollte sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen werden. Geschulte Ersthelfer:innen sollten dazu eine Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen, bis Sanitäter:innen oder Notarzt kommen. Sofortige Erste-Hilfe- Maßnahmen durch gerade anwesende Personen erhöhen die Überlebenschance der Betroffenen deutlich.