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Das Bild ist ein Link zum Artikel 'Ein Städtchen in der Zips'.

Ein Städtchen in der Zips

Spišské Podhradie ist ein kleines sehens­wertes Städtchen in der Ostslo­wakei. Hier gibt es neben einer alten Nieder­lassung der Barmherzigen Brüder zwei imposante historische Bauwerke und sogar einen Geysir zu entdecken.

Einstöckige, historische Bürgerhäuser mit schön gestalteten Fassaden prägen das Erscheinungsbild des malerischen Hauptplatzes von Spišské Podhradie. Hoch über der Stadt thronen auf der einen Seite die Zipser Burg und auf der anderen das Zipser Kapitel, zwei wichtige Zeugen der Geschichte der Region Zips (slowakisch Spiš).

 

Geprägt wurde die Region am Fuße der Hohen Tatra von den Zipser Sachsen. Die aus Schlesien, Mitteldeutschland und Bayern angeworbenen Siedler:innen trugen ab dem 13. Jahrhundert wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung der Zips bei, prägten Bergbau und Handel und gründeten zahlreiche Städte, in denen das Handwerk florierte. Und sie sprachen bis ins 20. Jahrhundert Deutsch, Spišské Podhradie hieß damals Kirchdrauf.

 

Politisch stand die Region unter ungarischer Herrschaft. Allerdings verpfändete der in finanzielle Schwierigkeiten geratene König Sigismund von Luxemburg, der durch Heirat auch zum König von Ungarn geworden war, im Jahr 1412 Kirchdrauf und zwölf weitere Zipser Städte an den polnischen König. Für die Städte war das kein Nachteil, denn sie profitierten von den günstigeren Steuern und anderen Privilegien und wurden nicht in die ungarischen Machtstreitigkeiten hineingezogen. Erst im Zuge der Ersten Polnischen Teilung im Jahr 1772 endete die Verpfändung.

 

 

HISTORISCHE KIRCHENSTADT

Zur Organisation des kirchlichen Lebens in der Zips gründete das Bistum Esztergom 1198 die Zipser Propstei, die 1776 zum Bistum erhoben wurde. Sie hatte ihren Sitz im Zipser Kapitel hoch über Kirchdrauf. Hier entwickelte sich eine selbstständige Stadt: Im 13. Jahrhundert wurden die St. Kathedrale und der Bischofspalast errichtet, später kamen ein Gymnasium, ein Priesterseminar sowie 30 „Kanonikerhäuser“, in denen die Bediensteten wohnten, dazu. Eine mächtige Mauer schützte die Kirchenstadt. Heute kann das Gelände frei besichtigt werden und ist einen Besuch wert, nicht zuletzt wegen des herrlichen Ausblicks.

 

 

IMPOSANTE BURG

Einen weltlichen Gegenpol zum Zipser Kapitel bildet die im 12. Jahrhundert erbaute Zipser Burg. Die Region Zips wurde zwar nur für wenige Jahrzehnte im 13. Jahrhundert von hier aus verwaltet, aber auch danach hatte die Burg strategische Bedeutung, nicht zuletzt, da sie an einem wichtigen Handelsweg lag. Mit ihren fünf Burghöfen auf über 41.000 Quadratmetern zählt sie zu den flächenmäßig größten Befestigungsanlagen Mitteleuropas. In der Blütezeit lebten 2.000 Menschen hier. Doch im 18. Jahrhundert schwand ihre strategische Bedeutung, zudem war das Leben in der Burg unbequem geworden, sodass die Besitzerfamilie in eine komfortablere Behausung übersiedelte. Die Burg war dem Verfall preisgegeben, den ein Brand noch beschleunigte. Doch es sind genügend Mauern erhalten geblieben, die einen Eindruck von ihren einstigen Ausmaßen vermitteln, und ein Museum informiert über die Geschichte der Burg.

 

 

HILFREICHES HOSPITAL

Ende des 14. Jahrhunderts hatte der Pfarrer von Kirchdrauf ein Hospital zur Versorgung alter und kranker Menschen gegründet, das dann von Augustinern betreut wurde. Doch im Zuge der Reformation beendete der Orden seine Tätigkeit und verließ die Stadt. Mitte des 17. Jahrhunderts übernahmen Barmherzige Brüder Kirche, Hospital und Kloster, um wieder eine Krankenversorgung aufzubauen. Doch trotz aller Bemühungen erwiesen sich die Gebäude als zu desolat, sodass Fürst Lubomirský dem Orden 1731 ein Haus und eine Kapelle im Stadtzentrum stiftete. Hier richteten die Ordensbrüder ein Kloster samt Hospital ein und erbauten an Stelle der Kapelle eine Kirche. Weil der Bedarf stieg, wurde das Krankenhaus mehrmals erweitert.

 

Schwere Jahre brachen mit dem Zweiten Weltkrieg an. Die deutsche Armee plünderte die Gebäude, die zudem durch die Sprengung einer nahen Brücke schwer beschädigt wurden. Mit viel Elan ging man nach Kriegsende an den Wiederaufbau. Doch die Kommunisten bereiteten dem ein gewaltsames Ende: In der Nacht vom13. Auf den 14. April 1950 mussten alle Brüder innerhalb weniger Minuten das Kloster verlassen und wurden in Lager gebracht. Die Kirche wurde der Verwaltung des Pfarramts übergeben. Die Innenausstattung des Klosters und teilweise auch der Kirche wurde geplündert oder zerstört, so gingen die Bibliothek, das Archiv und viele Gemälde verloren. Im Krankenhaus wurde eine Einrichtung zur Betreuung psychisch kranker Frauen eingerichtet.

 

1995 erhielt der Orden die Gebäude zurück. Nun wird hier vom Land Prešov in Kooperation mit dem Orden das „Heim der Sozial dienste des Heiligen Johannes von Gott“ geführt, in dem Personen mit körperlichen und psychischen Behinderungen betreut werden.

 

 

SPEZIELLES NATURSCHAUSPIEL

Neben den historischen Gebäuden hat Spišské Podhradie auch ein Naturschauspiel zu bieten: Westlich der Stadt sprüht ein Geysir kaltes schwefelhaltiges Wasser aus dem Boden. Vor einigen Jahrzehnten war die Fontäne bis zu zwei Meter hoch, derzeit tritt das Wasser nur als kleiner Sprudel an die Oberfläche. Interessant zu beobachten ist es aber allemal.

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