Institut für Inklusive Medizin wird Lehrordination der Med Uni Graz
Im Rahmen des Klinisch-Praktischen Jahres (KPJ) können Medizinstudierende einen Ausbildungsmonat in Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Inklusive Medizin wählen. Dabei erhalten sie praxisnahe Einblicke in die medizinische Versorgung von Menschen mit intellektuellen und mehrfachen Beeinträchtigungen – vom Ordinationsbetrieb über Hausbesuche bis hin zu Visiten in der Gesundheitseinrichtung der Lebenswelten Steiermark.

Offizielle Anerkennung als Lehrordination: Dr. Friedrich Rous, Dr. Ehrentraud Roitner und Mag. Frank Prassl, MBA präsentieren das Zertifikat der Medizinischen Universität Graz.
VERTRAG UNTERZEICHNET – AUSBILDUNG OFFIZIELL
Am 3. Februar 2026 wurde der Vertrag zur Anerkennung als Lehrordination der Med Uni Graz von den Lebenswelten Steiermark unterzeichnet. Danach bestätigte auch die Med Uni Graz die Anerkennung durch die Übermittlung des offiziellen Zertifikats. Gezeichnet wurde der Vertrag von Gesamtleiter Mag. Frank Prassl, MBA, dem Ärztlichen Direktor der Lebenswelten Steiermark, Dr. Friedrich Rous, sowie der Leiterin des Instituts für Inklusive Medizin, Dr. Ehrentraud Roitner – im Beisein von Frater Paulus Kohler.

Unterzeichnung des Vertrags zur Anerkennung des Instituts für Inklusive Medizin als Lehrordination der Med Uni Graz am 3. Februar 2026.
Mit der nun erfolgten offiziellen Anerkennung steht das Institut der Barmherzigen Brüder in Kainbach bei Graz ab sofort als KPJ-Ausbildungsort für Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Inklusive Medizin zur Verfügung.
PRAXISNAH UND MULTIDISZIPLINÄR
Das Institut erfüllt alle Voraussetzungen einer Ausbildungsordination mit allgemeinmedizinischer Grundausrichtung und Spezialisierung in Inklusiver Medizin.
Die Studierenden arbeiten im regulären Ordinationsbetrieb mit, begleiten Hausbesuche und Visiten in der Gesundheitseinrichtung der Lebenswelten Steiermark und nehmen an interdisziplinären Fallbesprechungen teil.
Zur Infrastruktur zählen voll ausgestattete Ordinationsräume, EKG-Diagnostik sowie moderne EDV-Systeme. Die enge Anbindung an Pflege, Therapie und weitere medizinische Fachbereiche ermöglicht eine umfassende, praxisnahe Ausbildung.
Ein zentraler Vorteil: Studierende profitieren von der multidisziplinären Zusammenarbeit im Haus, die unter anderem Ergo- und Physiotherapie, Logopädie, Diätologie, Wundmanagement, Psychologie sowie Inkontinenz- und Stomaversorgung anbietet. Die Größe und Struktur der Gesundheitseinrichtung ermöglichen Lernmöglichkeiten in Inklusiver Medizin, die in kleineren Strukturen kaum realisierbar wären.
PRAXISNAH LERNEN UND KOMPETENZEN ENTWICKELN
Ein Schwerpunkt der Ausbildung liegt darauf, Studierenden Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit Menschen mit intellektuellen und mehrfachen Beeinträchtigungen zu vermitteln. Diese Patientinnen und Patienten stellen besondere Anforderungen an medizinische Diagnostik, Kommunikation und Beziehungsarbeit – etwa, wenn ein körperlich erwachsener Mensch das kognitive Entwicklungsniveau eines Kleinkindes aufweist.
Dabei wird deutlich, wie wichtig Kenntnisse über spezifische Diagnostik und Therapie bei Menschen mit Beeinträchtigungen sind – ebenso wie der Wert von Begleitpersonen, ausreichend Zeit, Empathie und Unterstützter Kommunikation. Studierende lernen, neben fachlicher Expertise, auch Hemmungen abzubauen und ein professionelles, wertschätzendes Vorgehen zu entwickeln.

Frau Dr. Ehrentraud Roitner in einer Behandlungssituation im Institut für Inklusive Medizin. ©Karl Schrotter
"Viele Studierende erleben bei uns, dass Inklusive Medizin neben Fachwissen vor allem Zeit, Beziehung und Haltung braucht. Ziel ist es, Hemmungen abzubauen und Kompetenz aufzubauen – damit inklusive Gesundheitsversorgung künftig selbstverständlicher Teil der Regelversorgung wird", erklärt Frau Dr. Ehrentraud Roitner, Leiterin des Instituts für Inklusive Medizin.
Gesamtleiter Mag. Frank Prassl, MBA betont: „Mit der Anerkennung als Ausbildungsordination setzen wir ein klares Zeichen: Inklusive Medizin gehört in die Mitte der medizinischen Ausbildung. Wir übernehmen Verantwortung, zukünftige Ärztinnen und Ärzte praxisnah auf jene Patientengruppen vorzubereiten, die im bestehenden Gesundheitssystem oft besondere Aufmerksamkeit benötigen.“
LANGJÄHRIGE LEHRERFAHRUNG
Bereits seit 2006 bietet Dr. Ehrentraud Roitner Hospitationstage für Studierende über das Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung (IAMEV) an.
Die große Nachfrage nach vertiefter, praxisnaher Erfahrung führte nun zur offiziellen Anerkennung als Lehrordination.
Dr. Roitner ist aktives Mitglied der Steuerungsgruppe „Inklusion in der Medizin in der Steiermark“ des Gesundheitsfonds Steiermark und wurde dafür von der Ärztekammer empfohlen. In diesem Zusammenhang wird sie zudem im Frühjahr Mitarbeitende der KAGES-Spitäler und weiterer Spitäler im Umgang mit Patientinnen und Patienten mit mehrfachen Beeinträchtigungen schulen.
Nähere Informationen zum Institut für Inklusive Medizin: www.inklusive-medizin.at