Terence Tita OH

Terence Tita OH

Bruder
Afrika

Was meine Erfahrung als Barmherziger Bruder im Hospitalorden des hl. Johannes von Gott anbelangt, so muss ich davon sprechen, was für eine große Gnade das Charismas der Hospitalität für die Ausübung des Sendungsauftrags Christi in der Kirche ist! Meine Sicht der Welt hat sich vollkommen verändert, seit ich begonnen habe, Hospitalität zu leben und umzusetzen. Ich habe erkannt, dass das Charisma der Hospitalität weit über die Gastfreundschaft hinausgeht, mit der man einen Menschen freudig aufnimmt.

 

Während des Noviziats habe ich in verschiedenen Kommunitäten Erfahrungen gesammelt. Ich habe den Eifer der Mitbrüder erlebt, die sich bemühten, ihr Bestes zu tun, um den Menschen, die zu uns gekommen sind, die angemessene Achtung zukommen zu lassen.

 

Dies zeigte sich darin, dass sie die hilfsbedürftigen Kranken oder Armen nicht einfach nur pflegten, sondern in jedem ein leidendes Geschöpf Gottes sahen – ein Geschöpf, das nach Gottes Bild geschaffen ist.

 

Im kranken oder notleidenden Menschen sehen sie immer den leidenden Christus. Deshalb sind die Mitbrüder immer bereit, den Worten der Armen und Kranken zu lauschen. Und deshalb geben sie ihnen nicht nur physische oder spirituelle Hilfe, sondern sie pflegen sie mit einem ganzheitlichen Ansatz, also gleichzeitig physisch und spirituell.

 

Auch das Umfeld der Hospitalität ist „anders“: Zwar wird der religiöse Aspekt der Einrichtung gepflegt, aber die Mitbrüder sind stets bereit, jeden aufzunehmen, der zu Besuch kommen.

 

Als ich das Scholastikat begann, stellte ich fest, dass auch hier die gleiche Freude und Offenheit in der Hospitalität zu spüren war.

 

Mir ist auch aufgefallen, dass in der Schule, die ich besuchte, viel Gutes über die Barmherzigen Brüder vom hl. Johannes von Gott gesagt wurde. Die meisten Studenten schätzten ihre Offenheit, Demut, Aufnahmebereitschaft und Freude. Es wird auch allgemein die Einzigartigkeit des Charismas der Hospitalität anerkannt.

 

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass ich mich bei meinen Mitbrüdern zuhause fühle. Es ist die Erfahrung echter brüderlicher Liebe, auch wenn es natürlich Herausforderungen zu bewältigen gibt, die meines Erachtens jedoch dazugehören. Allerdings muss ich auch zugeben, dass nicht alle Mitbrüder in gleicher Weise diese große Gnade der Hospitalität empfinden, denn einige sind sogar entmutigt.

 

Einige Einrichtungen, in denen die wahre Hospitalität geübt werden sollte, sind zu reinen humanitären Hilfseinrichtungen geworden. Sie sind viel eher eine NGO als ein „Haus Gottes“, wie sie es eigentlich sein sollten. In solchen Zentren spüren die Armen und Kranken die liebevolle Gegenwart Christi in der Gestalt und in den Worten der Mitbrüder nicht mehr, da Letztere eher darauf bedacht sind, einfach ihren Beruf als Pfleger, Arzt, Apotheker usw. auszuüben anstatt sich wirklich als Führungspersonen zu verhalten, denen das körperliche und seelische Heil am Herzen liegt. Sie empfinden sich nicht mehr als Seelsorger, als Hirten des Volkes Christi.

Taborstraße 16
1020 Wien
365 Zeugnisse
Der gelebten Gastfreundschaft

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

Taborstraße 16

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Fax: 0043 1 21121 1120

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