Das Bild zeigt Chiara Caprini.

Chiara Caprini

Mitarbeiterin
Italien

Oktober 1983: Ich habe einen Termin mit einem gewissen „Pater Marchesi“ (Erst im Nachhinein habe ich erfahren, dass es sich dabei um den Generalprior des Ordens der Barmherzigen Brüder handelt und dass er es ist, der im Rahmen der von ihm ausgehenden Welle der Humanisierung mehr Sozialarbeiter im Krankenhaus auf der Tiberinsel haben möchte). Es begleitet mich eine Kollegin, die kurz zuvor angestellt wurde. Mit wenigen Worten fordert uns P. Marchesi auf, den Orden und das Krankenhaus auf dem Weg der Erneuerung zu unterstützen.

 

Durch diese Begegnung erhalte ich eine erste Antwort auf meine vielen Fragen, allen voran die Frage nach dem Grund, warum ich nach sechs Jahren beschlossen habe, meine Arbeit in der Psychiatrie aufzugeben.

 

Es war ein guter Arbeitsplatz, nur wenige Schritte von Zuhause entfernt, und eine erfüllende Aufgabe, nämlich die Wiedereingliederung von psychiatrischen Patienten in ihre Familien, bedingt durch die Schließung des psychiatrischen Krankenhauses von Rom. Ich machte Hausbesuche, führte Gespräche mit den Familien und war Teil eines wunderbaren Teams. Und dennoch: Unbewusst bin ich immer auf der Suche nach einer Arbeit gewesen, die auch meinem Menschsein entspricht. Durch das Gespräch mit Pater Marchesi und den Erfahrungsaustausch mit Frater Ramon Ferrerò, dem ärztlichen Leiter, über die Arbeit im Sozialbereich und darüber, wie Sozialarbeit im Krankenhaus ausgebaut werden kann, habe ich für mich einen Weg erblickt, den ich gehen könnte.

 

Viele Jahre später bewirkt die Begegnung mit Frater Marco das endgültige Erkennen dessen, was ich immer gewusst, aber nie so umgesetzt habe, wie ich es gerne gewollt hätte: Hospitalität bezieht sich auf alle: Mitarbeiter und Kranke, Krankenhaus und Umfeld, die Ersten und die Letzten. Ich überdenke Prinzipien, Werte und Funktionsweisen des sozialen Dienstes und verstehe, dass Form und Substanz einander entsprechen können – genauso wie das Charisma zum tragenden Element meines Berufs werden kann.

 

Heute denke ich über mein Leben und meine Arbeit im Krankenhaus nach, über die Begegnung mit den Kranken, mit den Pflegenden, über die zwischenmenschlichen Beziehungen. Es sind anscheinend vom Zufall herbeigeführte Umstände, die mich jedoch in meinem Menschsein stärken und, wie ich hoffe, von denen, die mir begegnen, ebenfalls so positiv wahrgenommen werden.

Taborstraße 16
1020 Wien

ÖSTERREICHISCHE ORDENSPROVINZ

des Hospitalordens des
heiligen Johannes von Gott

"Barmherzige Brüder"

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1020 Wien

 

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