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Kloster auf Zeit
Inhalt:
Das Bild zeigt einen Barmherzigen Bruder.
Berufung
Berufung zum Ordensleben

Woran erkenne ich eine Beru­fung zum Ordens­leben?

 

Wenn ein Gedanke nicht mehr loslässt ...

Eine Berufung zum Ordensleben ist die persönliche Erfahrung, dass Gott einen Menschen zu einem verbindlichen Leben in Glauben, Gemeinschaft und Dienst ruft. Dieser Ruf Gottes verlangt von uns eine Antwort.

 

Bei den Barmherzigen Brüdern bedeutet die Antwort auf diese Berufung, Jesus Christus nach dem Vorbild des heiligen Johannes von Gott in der Hospitalität nachzufolgen – besonders im Dienst an kranken, armen und verletzlichen Menschen.

 

 

Berufung lässt sich nicht erzwingen

 

Die Berufung zum Ordens­christen in der Nach­folge Jesu ist ein Ge­heim­nis. Gott steigt nicht vom Himmel herab, um uns zu be­rüh­ren, er stößt uns nicht vom Pferd wie den hei­li­gen Paulus. Er spricht zu uns nicht im brennen­den Dorn­busch wie zu Mose. Gott spricht zu uns durch die ein­fachen Din­ge des täg­li­chen Lebens. Die Ge­wiss­heit, dass Gott mich ruft, ist wirk­lich ein großes Ge­heim­nis.

 

Es gibt kei­ne ab­so­lu­ten Zei­chen für eine Berufung. Denn Gott teilt jedem von uns als ein­zig­ar­ti­ger Per­son seinen Willen auf eine per­sön­li­che Art und Weise mit. Dabei ach­tet er un­se­ren frei­en Willen. Er möchte, dass wir unsere Fähig­kei­ten ein­setzen und seine Be­ru­fung in un­se­rem Leben ent­decken.

 

 

Welche Zeichen können auf eine Berufung hinweisen?

 

Manche Theo­lo­gen und Seel­sorger sprechen von na­tür­li­chen Zei­chen, die Gott ge­braucht, um uns sei­nen Ruf er­kennen zu lassen:

 

 

Sehnsucht: Zieht mich dieses Leben immer wieder an?

 

Das erste wichtige Zei­chen einer Be­ru­fung ist eine ent­spre­chen­de Sehn­sucht. Wenn Gott einen Men­schen zu etwas be­ruft, dann legt er ihm in sein Herz die Sehn­sucht, etwas zu tun. Wenn ich diese Sehn­sucht spüre, dann könnte das ein Zeichen für den Ruf Gottes an mich sein. Diese Sehn­sucht sollte in mir Zu­frieden­heit, Freude und Be­geis­te­rung aus­lö­sen. Ich sollte kei­nen Druck spüren, son­dern eine na­tür­li­che An­ziehungs­kraft für die Be­ru­fung.

 

 

Motivation: Warum möchte ich diesen Weg gehen?

 

Die richtige Motivation ist das zweite Kenn­zeichen einer Be­ru­fung. Man kann sich fragen: "Was ist meine Mo­ti­va­tion? Wa­rum ziehe ich gerade diesen Le­bens­stil in Be­tracht? Die Moti­va­tion für eine geist­li­che Be­ru­fung sollte ihren Ur­sprung im Glau­ben an Gott und im Ver­trau­en auf ihn haben.

 

 

Eignung: Passt das Leben in Gemeinschaft zu mir?

 

Die notwendige Eignung ist ein drittes Zei­chen. Zum Ordensleben gehören Gemeinschaftsfähigkeit, Lernbereitschaft, persönliche Reife und die Bereitschaft, sich geistlich und menschlich weiterzuentwickeln. Niemand muss bereits „fertig“ sein. In den geist­li­chen Ge­mein­schaf­ten leben Brüder mit unter­schied­li­chen Cha­rak­te­ren, Stärken und Schwä­chen. Wer Mit­glied einer solchen Ge­mein­schaft werden will, sollte offen sein für ein Leben mit unter­schied­li­chen Cha­rak­te­ren. Er sollte fähig sein zum Wachs­tum in Spiri­tu­ali­tät und Bil­dung.

 

Ob dieser Lebensweg zu einem Menschen passt, wird deshalb nicht allein entschieden, sondern gemeinsam mit erfahrenen Brüdern über einen längeren Zeitraum geprüft.

 

Das Leben in einer Or­dens­ge­mein­schaft kann nie­mals eine Flucht aus der Welt sein.

 

 

Zweifel: Muss ich mir sicher sein?

 

Nein. Zweifel und Unsicherheit gehören zu großen Lebensentscheidungen ganz natürlich dazu. Ein erster Kontakt mit den Barmherzigen Brüdern bedeutet keine Entscheidung für den Eintritt. Berufungsbegleitung ist gerade dazu da, gemeinsam herauszufinden, ob dieser Weg wirklich zu dir passt.

 

 

Wie kann ich meine Berufung prüfen?

 

Berufung wird meist nicht in einem einzigen Moment klar. Sie braucht Zeit, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, sich ehrlich auf die eigene Sehnsucht einzulassen. Ein guter Anfang ist das Gebet: Nimm dir bewusst Zeit für Stille und frage dich, was dich wirklich bewegt und wohin Gott dich führen könnte.

 

Hilfreich ist auch das Gespräch mit einem erfahrenen Bruder. Du musst dabei noch nichts entschieden haben. Im Austausch lassen sich Gedanken, Hoffnungen und Zweifel oft besser einordnen.

 

Der nächste Schritt kann sein, die Gemeinschaft der Barmherzigen Brüder persönlich kennenzulernen. Ein Besuch in einem Konvent zeigt mehr vom wirklichen Ordensleben als jede Beschreibung.

 

Wenn du tiefer eintauchen möchtest, bietet ein Kloster auf Zeit die Möglichkeit, für einige Tage oder länger mit den Brüdern zu leben, zu beten und ihren Alltag mitzuerleben.

 

Am Ende geht es nicht darum, möglichst schnell eine Entscheidung zu treffen. Berufung darf wachsen. Schritt für Schritt kann sich zeigen, ob dieser Weg für dich stimmig ist.

 

 

Berufen sein bedeutet ...

  • Sehnsucht nach Gott
  • Freude am Gebet
  • Wunsch nach Gemeinschaft
  • Dienst am Menschen
  • besondere Anziehung zur Hospitalität
  • Bereitschaft zu einem verbindlichen und einfachen Leben.

Berufung ist ein Weg: Zwei Brüder erzählen

 

Frater Clemens: Berufung ist eine Reise

 

 

Für Frater Clemens ist Berufung kein einmaliger Moment, in dem plötzlich alles klar wird. Sie ist vielmehr ein Weg, der Zeit braucht – mit Fragen, Entscheidungen, Umwegen und neuen Erfahrungen.

 

Berufung betrifft dabei nicht nur Ordensleute. Sie kann sich in unterschiedlichen Lebensformen zeigen: im Ordensleben, in der Ehe, im Beruf oder in einer Aufgabe, zu der sich ein Mensch besonders hingezogen fühlt.

 

Bei den Barmherzigen Brüdern ist diese Berufung eng mit der Hospitalität verbunden. Brüder und Mitarbeitende bilden gemeinsam eine Dienstgemeinschaft und begleiten Menschen, die krank, alt, behindert, obdachlos oder in einer schwierigen Lebenssituation sind. Ihnen zur Seite zu stehen, sie zu unterstützen und ein Stück ihres Lebensweges mitzugehen, ist Teil dieses gemeinsamen Auftrags.

 

Frater Clemens vergleicht Berufung mit einer Reise. Sie kennt ruhige und schwierige Abschnitte, Rückenwind und Gegenwind. Oft beginnt sie mit einer inneren Sehnsucht, einem Gefühl von Frieden oder der Ahnung, dass ein bestimmter Weg der richtige sein könnte. Wohin dieser Weg führt, zeigt sich meist erst nach und nach.

 

Wichtig ist deshalb auch die Begleitung. Niemand muss seinen Weg allein finden. Brüder, Mitarbeitende, Kolleginnen und Kollegen sowie Menschen in der Pastoral können zu Weggefährten werden, mit denen sich Fragen teilen und nächste Schritte suchen lassen.

Frater Damian: Es war ein langer Weg

 

 

Frater Damian hat seine Berufung gesucht. Nach dem Abitur trat er zunächst bei den Kapuzinern ein. Doch mit der Zeit spürte er, dass ihn etwas anderes stärker anzog: die Verbindung von Glauben und ganz konkretem Dienst am Menschen.

 

Einen entscheidenden Moment erlebte er schließlich im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Budapest am Bett eines Patienten. In dieser Begegnung wurde für ihn deutlicher, wohin sein Weg führen sollte. Er entschied sich für ein Leben als Barmherziger Bruder: für ein Leben mit Gott, in Gemeinschaft und im Dienst an Menschen, die Hilfe und Zuwendung brauchen.

 

Seine Geschichte zeigt: Berufung muss nicht von Anfang an eindeutig sein. Sie darf wachsen. Sie kann über Umwege führen. Und manchmal zeigt sich der nächste Schritt gerade dort, wo wir einem anderen Menschen begegnen.

Wie könnte es weitergehen?

 

Drei mögliche Wege

 

1. Unverbindlich ins Gespräch kommen

Du musst heute noch keine Entscheidung treffen! Wenn du wissen möchtest, ob ein Leben als Barmherziger Bruder zu dir passen könnte, ist der erste Schritt kein Ordenseintritt und keine Bewerbung. Der erste Schritt ist ein Gespräch. Unverbindlich. Persönlich. Ohne Zeitdruck.

 

Frater Johannes Karlik ist unser Ansprechpartner für Berufung und Ordensleben in der Ordensprovinz Europa Mitte:

Tel.: 0043 664 96 76 320

E-Mail: beabrother@stjohn.at

 

2. Das Ordensleben auf Zeit kennenlernen.

Das Angebot "Kloster auf Zeit" gibt dir die Möglichkeit dazu.

 

3. Den Weg in den Orden kennenlernen
Auf der Seite "Bruder werden" findest du Informationen, aus welchen Etappen der Weg zum Barmherzigen Bruder besteht.

Wer sind die Barmherzigen Brüder? Alles über unseren Orden und unser Leben.

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