Ordensleben bei den Barmherzigen Brüdern
Gemeinsam glauben, leben und für Menschen da sein
Gemeinsam glauben, leben und für Menschen da sein
Wie leben die Barmherzigen Brüder? Ihr Ordensleben verbindet Gemeinschaft, Glaube und Gebet mit dem Dienst am Menschen. In ihrem Alltag gehören Gebet, Arbeit und Erholung zusammen. Die Brüder leben in örtlichen Ordensgemeinschaften, den sogenannten Konventen. Sie teilen wesentliche Bereiche ihres Lebens miteinander und übernehmen je nach Ausbildung, Begabung und Auftrag unterschiedliche Aufgaben.
Dabei sind geistliches Leben und konkreter Dienst keine getrennten Welten. Was die Brüder im Glauben bewegt, prägt ihren Umgang mit den Menschen und die Erfahrungen ihres Alltags sowie ihrer Arbeit bringen sie wiederum in Gebet und Gemeinschaft ein. Diese Verbindung gehört wesentlich zur Hospitalität, dem besonderen Charisma der Barmherzigen Brüder.
Ordensleben besteht bei den Barmherzigen Brüdern nicht aus einem einzigen Bereich. Gemeinschaft, Glaube, Dienst und Alltag greifen ineinander und prägen gemeinsam das Leben eines Bruders.
Barmherzige Brüder leben in Konventen. Dort teilen sie Gebet, Mahlzeiten und einen Teil ihres Alltags, übernehmen Verantwortung füreinander und gestalten ihr gemeinsames Leben. Gemeinschaft bedeutet dabei mehr als zusammenzuwohnen. Sie fordert heraus, trägt und braucht immer wieder Gespräch, Rücksichtnahme und Versöhnung.
Wie Barmherzige Brüder im Konvent Gemeinschaft leben
Die Beziehung zu Gott bildet das geistliche Fundament des Ordenslebens. Persönliches und gemeinsames Gebet, die tägliche Eucharistie, die Heilige Schrift und das Stundengebet geben dem Leben der Brüder Orientierung und einen geistlichen Rhythmus. Dabei bleiben Gebet und Alltag eng miteinander verbunden.
Wie Barmherzige Brüder aus dem Glauben leben
Die Barmherzigen Brüder gehören zu einem Orden, der sich aktiv für andere einsetzt. Nach dem Vorbild des heiligen Johannes von Gott wenden sie sich besonders Menschen zu, die krank, arm, einsam oder auf andere Weise auf Unterstützung angewiesen sind. Das Gelübde der Hospitalität bringt diesen besonderen Auftrag zum Ausdruck.
Je nach Ausbildung und Aufgabe arbeiten die Brüder unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Sozialarbeit, Seelsorge, Ausbildung, Verwaltung oder Leitung. Entscheidend ist nicht, dass alle dasselbe tun, sondern die gemeinsame Haltung, Menschen aufmerksam, respektvoll, fachlich kompetent und menschlich zu begegnen.
Wie Barmherzige Brüder dem Menschen dienen
Einen überall gleichen Tagesablauf gibt es bei den Barmherzigen Brüdern nicht. Jeder Konvent gestaltet sein Leben entsprechend den Aufgaben der Brüder und den örtlichen Gegebenheiten. Gebet, Arbeit, gemeinsame Mahlzeiten, Gemeinschaft, persönliche Zeit und Erholung geben dem Alltag dennoch einen wiederkehrenden Rhythmus.
So kann jeder Tag anders aussehen und bleibt doch eingebettet in ein gemeinsames Ordensleben.
Wie der Alltag eines Barmherzigen Bruders im Konvent aussieht
Im Mittelpunkt steht die Nachfolge Jesu Christi, geprägt vom Beispiel des heiligen Johannes von Gott. Er verband seinen Glauben mit radikaler Aufmerksamkeit für Menschen, die Hilfe brauchten. Aus seinem Wirken entstand nach seinem Tod jene Gemeinschaft, aus der sich der Orden der Barmherzigen Brüder entwickelte.
Bis heute versuchen die Brüder, diese Verbindung von Glauben und Handeln fortzuführen. Sie leben nach den Gelübden der Ehelosigkeit, Keuschheit und Armut sowie dem vierten Gelübde der Hospitalität.
Die Hospitalität verbindet die unterschiedlichen Seiten des Ordenslebens. Sie prägt das Zusammenleben der Brüder, ihre Beziehung zu Gott, ihren beruflichen Dienst und ihren Umgang mit den Menschen. Hospitalität bedeutet, einen Menschen wahrzunehmen, seine Würde zu achten und ihm dort zur Seite zu stehen, wo Hilfe gebraucht wird.
Was Hospitalität bei den Barmherzigen Brüdern bedeutet
Johannes von Gott – Leben, Wirken und Bedeutung
Barmherzige Brüder leben nicht alle auf dieselbe Weise und übernehmen nicht ein Leben lang dieselbe Aufgabe. Ausbildung, Alter, persönliche Fähigkeiten und die Bedürfnisse des Ordens können dazu führen, dass sich Aufgaben und Lebensorte verändern.
Auch die Gemeinschaften selbst unterscheiden sich. So kann das Ordensleben eines Bruders in Österreich im Alltag anders aussehen als das eines Bruders in Bayern, Ungarn oder einem anderen Teil der Welt. Was sie alle verbindet, sind ihr gemeinsamer Glaube, die Zugehörigkeit zum Orden und der Auftrag zur Hospitalität. Das Ordensleben ist somit kein fertiges Modell, sondern ein Weg, der immer wieder neu gestaltet werden muss.
Wie Gemeinschaft, Gebet, Arbeit und Dienst tatsächlich zusammengehören, lässt sich am besten durch persönliche Begegnung erfahren.
Beim „Kloster auf Zeit” können interessierte Männer einige Tage in einem Konvent mitleben, mit den Brüdern beten, Gemeinschaft erleben und ihren Alltag kennenlernen. Wer sich darüber hinaus mit der Frage beschäftigt, ob das Ordensleben der eigene Weg sein könnte, kann eine mögliche Berufung Schritt für Schritt prüfen.
Wer sich fragt, ob das Ordensleben der Barmherzigen Brüder zum eigenen Lebensweg passen könnte, muss sich nicht sofort entscheiden. Ein persönliches Gespräch, das Kloster auf Zeit oder die weitere Beschäftigung mit der eigenen Berufung können erste unverbindliche Schritte sein.
Wer sind die Barmherzigen Brüder? Alles über unseren Orden und unser Leben.