Arztbesuch ohne Einschränkungen

Pressegespräch, 12. Juli 2017

Die Mehrfachbehindertenambulanz im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien kooperiert eng mit der Stadt Wien und der Wiener Gebietskrankenkasse. Berichtet wurde darüber im Rahmen einer Pressekonferenz.

 

Die Ambulanz für mehrfachbehinderte PatientInnen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien kooperiert eng mit der Stadt Wien und der Wiener Gebietskrankenkasse. Zielsetzung dieser Zusammenarbeit ist es, mehrfachbehinderten Menschen einen gleichwertigen und unkomplizierten Zugang zur klinischen Gesundheitsversorgung zu bieten.

 

Im Rahmen eines gemeinsamen Pressegespräches haben die drei Kooperationspartner über die Zusammenarbeit, die Finanzierung der Ambulanz und den Ablauf in der  Mehrfachbehindertenambulanz gesprochen. Ein Erfahrungsbericht einer Angehörigen ermöglichte einen tieferen Einblick und zeigte auf, welche Herausforderungen in der medizinischen Versorgung mehrfachbehinderter Menschen liegen.

 

Beim Pressegespräch "Arztbesuch ohne Einschränkungen" informierten Gesundheits-Stadträtin Frauenberger, Ärztliche Direktorin Dr.in Reich und WGKK-Ofrau Mag.a Reischl über die klinische Versorgung mehrfachbehinderter Menschen (v.l.n.r.).
In den neuen Ambulanzräumlichkeiten: v.l.n.r. Frt. S. Mullankuzhy OH (Prior im KHBBW), G. Pacher (Kfm. Dir. im KHBBW), K. Reich (ÄDir. im KHBBW), Stadträtin S. Frauenberger, I. Reischl (WGKK-Obfrau), H. Kern (GL KHBBW), OA Dr. Freudenthaler.
v.l.n.r. Gesundheits-Stadträtin Frauenberger, Ärztliche Direktorin Dr.in Reich und WGKK-Ofrau Mag.a Reischl beim Pressegespräch mit einer GeKo Mappe und einem GeKo Pass.
Die GeKo Mappen und GeKo Pässe wurden im Rahmen des Pressegespräches den Medienvertretern vorgestellt.

 

 

Gute Gesundheitsversorgung für alle Menschen

„Menschen mit Mehrfachbehinderungen einen gleichwertigen und unkomplizierten Zugang zum Gesundheitswesen und zur klinischen Gesundheitsversorgung zu gewährleisten ist für mich ein ganz besonderes Anliegen. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen den Barmherzigen Brüdern, der Stadt Wien und der Wiener Gebietskrankenkasse ist es in den letzten Jahren gelungen, diese Ambulanz hier im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder zu etablieren und zu einem Expertisezentrum für Menschen mit schweren Behinderungen zu entwickeln“, so die Wiener Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger.

 

WGKK-Obfrau Mag.a Ingrid Reischl ergänzte dazu anlässlich des heutigen Pressegespräches: „Menschen mit Behinderung haben das gleiche Recht auf eine gute Gesundheitsversorgung wie Menschen ohne Behinderung. Daher ist es das Ziel der WGKK, dass Menschen mit Behinderung einen gleichwertigen Zugang zum Gesundheitssystem haben und dabei nicht diskriminiert werden. Im Rahmen der Gesundheitsreform werden wir daher heuer und das nächste Jahr gemeinsam mit der Stadt Wien 107.000 Euro in die Mehrfachbehindertenambulanz investieren. Von 2015 bis 2018 werden damit rund 260.000 Euro zur Verfügung gestellt.“ Reischl weiter: „Bei Menschen mit Mehrfachbehinderung zeigen sich altersbedingte Erkrankungen bis zu 20 Jahre früher. Das ist eine Herausforderung für deren Wohn- und Pflegeumfeld und die Gesundheitsversorgung. Die Ambulanz des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Wien soll daher ein Expertisezentrum für die medizinische Betreuung von Menschen mit Mehrfachbehinderungen für alle Versorgungseinrichtungen werden.“

 

 

Über die Mehrfachbehindertenambulanz

Die Ambulanz für mehrfach- und schwerbehinderte Menschen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien wurde 2011 als Terminambulanz gegründet. Einmal wöchentlich arbeitet ein Internist gemeinsam mit Pflegepersonen, einer Psychologin und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in der Spezialambulanz. Bis Ende 2016 wurden 417 PatientInnen in der Ambulanz behandelt. Für PatientInnen, Betreuungspersonen oder auch Angehörige liegt der große Vorteil darin, dass auch komplexere Erkrankungen fächer- und berufsgruppenüber-greifend behandelt werden können.

 

Durch das hauseigene Labor, die Radiologie und im Bedarfsfall das Vorhandensein einer anästhesiologischen Betreuung, können Behandlungswege und -zeiten kurzgehalten werden. Dadurch ist der Ambulanzbesuch weniger belastend. Ergänzend dazu ist auch ein behutsamer Umgang mit den PatientInnen von großer Bedeutung, wie Dr.in Katharina Reich, Ärztliche Direktorin des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Wien, bestätigt: „Beeinträchtige Menschen haben häufig Angst vor einem Arztbesuch. Denn eine fremde Umgebung verunsichert sie und kann zu Panik führen. Das alles können sie jedoch oft verbal nicht ausdrücken. Wir nehmen uns viel Zeit für die Behandlungen, machen, falls notwendig auch Pausen, lachen miteinander und reden vor allem viel mit den Patientinnen und Patienten. Das alles beruhigt unsere beeinträchtigten Patientinnen und Patienten und wir konnten so schon oft eine Untersuchung durchführen, die anfangs unmöglich erschien.“

 

Die Mehrfachbehindertenambulanz bemüht sich um eine regelmäßige Abstimmung mit den behandelnden niedergelassenen ÄrztInnen und arbeitet eng mit den Behinderteneinrichtungen und dem Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen zusammen. Zuletzt wurde gemeinsam an der Entwicklung der GeKo-Wien Pässe und Mappen gearbeitet.  

 

 

Projekt zum GeKo-Wien

Um Personen mit intellektueller und Mehrfachbehinderung gut betreuen und behandeln zu können, bedarf es intensiver Kommunikation und der Zusammenarbeit aller Beteiligten. Dazu gehört unter anderem die einfache Weitergabe relevanter Informationen für die Behandlung. Hier setzt ein weiteres Projekt der Wiener Landeszielsteuerungskommission an: GeKo-Wien Pässe und Mappen. Die Abkürzung GeKo steht für Gesundheit und Kommunikation. Mit der Umsetzung war der Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen beauftragt. „Kernstück sind eigens konzipierte Pässe und Mappen, in denen die wichtigsten Informationen über die Patientin oder den Patienten gesammelt werden“, informiert Reischl.

 

Gedacht sind die Pässe und Mappen vor allem für Menschen mit intellektueller Behinderung und für Personen mit Kommunikationsschwierigkeiten. In der GeKo-Wien Mappe und im GeKo-Wien Pass können medizinische Informationen, aber auch Informationen zur Person, zu ihren Kompetenzen und Bedürfnissen durch die Betroffenen selbst, ihre Angehörigen oder Betreuungspersonen gesammelt werden. Dazu ergänzt Reischl:  „Ärztinnen und Ärzte und Therapeutinnen und Therapeuten erhalten so auf einen Blick alle wichtigen Informationen über die Krankheiten und Bedürfnisse ihres neuen Patienten. Die Behandlung wird so erleichtert.“

 

Der Dachverband hat weiters Qualifizierungsmodule für Berufsgruppen in der Gesundheitsversorgung und Betreuung von Menschen mit intellektueller Behinderung und Mehrfachbehinderung erarbeitet, die gerade implementiert werden.

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