Wegweisende Studie publiziert

EOA Dr. Hans Peter Gröchenig bringt als Erstautor einer Studie die Anwendung von komplementärmedizinischen und alternativen Heilmethoden bei CED in die  Fachdiskussion.

 

Wer an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn erkrankt, leidet täglich. In Österreich sind das schätzungsweise rund 40.000 Menschen – vom Kleinkind bis zum älteren Menschen. Die Betroffenen müssen einen Alltag bewältigen, zu dem ständiger Durchfall, Bauchkrämpfe und bleibende Darmschäden zählen können. Ihre Lebensqualität ist immens beeinträchtigt.

 

EOA Dr. Hans Peter Gröchenig von der Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan
Facharzt für Innere Medizin und Zusatzfacharzt für Gastroenterologie und Hepatologie sowie Zusatzfacharzt für internist. Intensivmedizin 

 

 

Veröffentlichung in Top-Journal

Gemeinsam haben die Ärzte der österreichischen Studiengruppe zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Austrian IBD Study Group ATISG) eine umfassende Studie zur Anwendung von komplementärmedizinischen und alternativen Heilmethoden bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen in 18 österreichischen Krankenhäusern mit gastroenterologischem Schwerpunkt durchgeführt. Aufgrund seiner Relevanz und den wegweisenden Erkenntnissen, wurde die Studie jetzt im renommierten Fachjournal dem „European Journal of Gastroenterology & Hepatology“ publiziert.

 

 

Jeder 2. CED-Patient setzt auf Komplementärmedizin

Insgesamt wurden von Juni 2014 bis Juni 2015 1.286 CED-Patienten der teilnehmenden Krankenhäuser mittels Fragebogen unter anderem nach komplementärmedizinische Zusatztherapien bei CED- Erkrankungen befragt. Fazit: Jeder 2. Patient setzt auf Behandlungsmethoden aus dem Bereich der Alternativ- und Komplementärmedizin.

Wie sich weiter herausstellte, sind es vor allem Frauen, mit höherem Ausbildungsgrad zwischen 31 und 52 Jahren und bereits länger dauernder Erkrankung (mind. 6 Jahre), die komplementärmedizinische Behandlungsmethoden in Anspruch nehmen.

 

 

Entspannungstechniken und Naturheilverfahren

Ergänzend zur schulmedizinischen Standardmedikation bei CED wünschen sich viele Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa komplementärmedizinische Behandlungsmethoden, die Beschwerden bessern und die Entzündung des Darmes lindern können. Zu den beliebtesten Verfahren unter den Befragten zählen Entspannungsverfahren wie Beten (245) und Meditation (226) gefolgt von Naturheilverfahren mit Kräutern (171), Homöopathie (145), QiGong, TaiChi und Yoga (100), die Anwendung von Akupunktur (97), Osteopathie (68), traditionelle chinesische

Medizin (TCM) (63) sowie die Ernährungstherapie (36). Auch im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan setzt man vermehrt auf eine Vielzahl von therapeutischen Alternativen, da die Nachfrage groß ist und man immer wieder Behandlungserfolge erzielen konnte, schildert Autor Dr. Gröchenig. „Die Bereitschaft der Patienten zu komplementärmedizinischen Methoden zu greifen, spiegelt sich auch in unserer Ambulanz wider.“

 

 

Hilfe zur Selbsthilfe

Aus diesem Grund wurde im Rahmen der repräsentativen Umfrage unter 1.286 CED-Patienten auch nach den Beweggründen für den Einsatz von zu weiteren Zusatztherapien zur CED- Behandlung gefragt. Hier wurde vor allem der Wille eine Selbstverantwortung im Umgang mit der Erkrankung (281 Personen) sowie der Wunsch eines ganzheitlichen Therapiekonzepts (217), die positiven Erfahrungen (147) mit Komplementärmedizin etc. als Motivation angegeben.

Erstautor der Publikation EOA Dr. Hans Peter Gröchenig: „Für den einzelnen Patienten können diese Therapieverfahren einen positiven Einfluss auf die Beschwerden und das Wohlbefinden sowie die Krankheitsbewältigung haben. Wichtig ist dabei jedoch, komplementärmedizinische Verfahren als Ergänzung in einem Therapiekonzept zu sehen und nicht als alleinige „Alternative“ zur schulmedizinischen Therapie.“

 

 

Mangelnder Informationsaustausch

Die Studie überraschte auch mit dem Ergebnis, dass 81,6 Prozent der Studienteilnehmer angaben, nur selten bis nie von den behandelnden Ärzten zu weiteren Zusatztherapien gefragt zu werden. Außerdem gab nur jeder zweite Patient im Arztgespräch offen zu, Komplementärmedizin anzuwenden. Dabei, „sollte zwischen CED Betroffenen und Ärzten ein offener Dialog geführt werden. Damit gelingt es auch, dass die Akzeptanz der Betroffenen gegenüber den vom Arzt verordneten Behandlungen und Untersuchungen zu erlangen“, weiß der Facharzt für Innere Medizin und Zusatzfacharzt für Gastroenterologie und Hepatologie sowie Zusatzfacharzt für internist. Intensivmedizin.

Abzuraten ist von extrem hochpreisigen Alternativbehandlungen. Sie versprechen nicht den gewünschten Heilungseffekt.“ Im Schnitt geben Betroffene rund 250 Euro pro Jahr für komplementärmedizinische Behandlungen aus.

 

 

Patienten profitieren von Studienteilnahme

Klinische Studien bilden einen wichtigen Bestandteil des medizinischen Fortschritts. Die Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan leistet mit aktuell sechs aktiv klinischen Studien einen wesentlichen Beitrag dazu, ihren Patienten innovative Therapieansätze zugänglich zu machen.

 

 

Erfolgreiche Studienbeteiligungen

Erst kürzlich hat eine Studiengruppe rund um EOA Dr. Gröchenig in Zusammenarbeit mit Rheumatologen und Dermatologen eine gemeinsame Empfehlung über den Einsatz von Biologika in der Schwangerschaft und Stillzeit publiziert. Für Patienten mit Morbus Crohn sind Biologika zu einer wichtigen Therapiesäule geworden. Diese Medikamente wirken entzündungshemmend und werden dann eingesetzt, wenn Patienten nicht auf die Standardtherapie ansprechen.

 

Die Ergebnisse einer weiteren relevanten Studie über die Häufigkeit der Anwendung von Antikörpertherapien bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen der Internen Abteilung am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit wurde auf dem ECCO-Kongress (European Crohn ́s and Colitis Organisation in Wien erstmals vorgestellt.

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